„Tracht und Tradition der Altenburger Bauern“ - Buchvorstellung und Vortrag mit Joachim Krause in der Stadtbibliothek

Der Schönberger Autor, Historiker und Heimatforscher Joachim Krause kommt im Rahmen der Meeraner Geschichtswerkstatt am Donnerstag, 28. März 2019, um 19:00 Uhr, zu einer Buchvorstellung in die Meeraner Stadtbibliothek, August-Bebel-Straße 49.
Vorstellen wird er „Tracht und Tradition der Altenburger Bauern“, ein nach 180 Jahren von ihm und Andreas Klöppel erneut her­ausgegebenes und mit Kommentaren versehenes Buch von Carl Friedrich Hempel, erschienen 2018 im Sax-Verlag Beucha-Markkleeberg.

Der Vortrag ruft anhand der authentischen Beschreibungen von Hempel die „Sitten, Gebräuche, Trachten, Mundart, häuslichen und landwirtschaftlichen Einrichtungen der Altenburgischen Bauern“ in der Zeit um 1839 in Erinnerung, illustriert mit zahlrei­chen Abbildungen aus alter Zeit, beschreibt den (Arbeits-)Alltag und die Feste im Herzogtum Sachsen-Altenburg und geht auch auf die sozialen Verhältnisse der da­maligen Zeit ein. Auch in Meerane, Waldsachsen oder Schönberg wurde bis ins 20. Jahrhundert die Alten­burger Tracht getragen.

Zur Buchvorstellung informiert Joachim Krause:
Carl Friedrich Hempel (1769–1857) kannte seine Altenburger Bauern und ihre Le­bensart bestens aus eigener Anschauung und täglichem Erleben. Er wurde als Sohn des Schullehrers in Großlöbichau im Herzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach geboren und war nach dem Studium in Jena zunächst als Lehrer in der herzoglichen Resi­denzstadt Altenburg tätig. 1804 übernahm er die Pfarrstelle im benachbarten Dorf Stünzhain, die er bis 1837 innehatte. Hempel hatte schon zuvor elf Schriften verfasst, als er sich im Ruhestand daran machte, das erstmals 1793 verlegte Buch des Alten­burger Malers Carl Friedrich Kronbiegel „Über die Sitten, Kleidertrachten und Ge­bräuche der Altenburgischen Bauern“ grundlegend zu überarbeiten und mit neuen Abbildungen versehen zu veröffentlichen. Darin setzte er dem Stand der Altenburger Bauern ein bleibendes Denkmal in einer Zeit vielfältiger Umbrüche, in der Traditionen verloren gingen oder in Vergessenheit gerieten. In der „Bibliothek der Neuesten Weltkunde“ (1839) wird die „geschmackvolle Ausgabe“ dieses „interessanten Wer­kes“, dessen „Gegenstände mit der genauesten Sachkenntniß geschrieben und auf eine ebenso unterhaltende als befriedigende Weise vorgetragen sind“, gewürdigt und empfohlen. Die „Literarische Zeitung“ (3.4.1839) lobt die „im Ganzen populär gehal­tene, aber doch auch durch ihre Gründlichkeit und Frische höheren Anforderungen genügende Monographie“ und die „sehr sorgfältig illuminirten Kupferstiche“ als „sehr schätzbaren Beitrag zur Ethnographie unseres deutschen Vaterlandes“. Das Buch gewähre „mannichfaltige Unterhaltung“ – das gilt auch noch fast 200 Jahre nach sei­nem ersten Erscheinen.

Der Eintritt beträgt an der Abendkasse 3 Euro. Reservierungen für die Veranstaltung nimmt die Stadtbibliothek Meerane, Tel.: 03764 185715, gern entgegen.