Wiedererwachen des Museums im Alten Rathaus: Besucheransturm zur Eröffnung der Ausstellung zur Stadtgeschichte und der Sonderausstellung „Frühlingserwachen in Meerane“

Zu einem wahren Zentrum des städtischen Lebens wurde am 14. März 2026 das Meeraner Museum im Alten Rathaus, als es seine Türen nach dreimonatiger Schließung wieder für Gäste öffnete. Viel hatte sich getan im alten Gemäuer und Museumsleiterin Antje-Gesine Kerl sowie Bürgermeister Jörg Schmeißer freuten sich, zahlreiche Besucherinnen und Besucher zu begrüßen.

„Ich bin überwältigt, dass so viele ins Museum gekommen sind“, begann Jörg Schmeißer sein Grußwort und betonte die große Freude über die Wiedereröffnung. Er begrüßte die Gäste herzlich, darunter auch Landrat Carsten Michaelis, die Landtagsabgeordneten Daniela Pfeifer und Andreas Gerold sowie Stadträte der Stadt Meerane und Ehrenbürger Dr. Peter Ohl.

Der Bürgermeister betonte die besondere Bedeutung des Museums für die Stadt. Vielen ist erst während der Schließzeit bewusst geworden, wie sehr ein solcher Ort im Alltag fehlen kann. Ein Heimatmuseum ist weit mehr als ein Gebäude mit historischen Objekten – es ist ein Ort der Erinnerungen, der Geschichten und auch ein Ort, an dem Menschen ihre eigene Herkunft besser verstehen können. Heimat, so führte er weiter aus, ist ein lebendiger Begriff – geprägt von Erinnerungen, Eindrücken und persönlichen Erfahrungen. Die neugestaltete Ausstellung zur Stadtgeschichte rückt diese Gedanken bewusst in den Mittelpunkt. Das Museum als Ort der Gemeinschaft und der Zusammenkunft, des Lernens über die eigene Geschichte, des Austauschs über Generationen hinweg zu begreifen, ist das Anliegen der neugestalteten Ausstellung zur Stadtgeschichte. „Heimat entwickelt sich. Sie wächst mit den Menschen, die hier leben. Ein Heimatmuseum ist nicht nur ein Ort für Historiker oder besonders geschichtsinteressierte Menschen. Es ist ein Ort für alle.“
„Heimat bedeutet auch Gemeinschaft“, so der Bürgermeister und er sprach in diesem Zusammenhang allen großen Dank aus, die dafür gesorgt haben, dass das Museum wieder seine Türen öffnen kann. Federführend an der Gestaltung beteiligt waren Museumsleiterin Antje-Gesine Kerl und ihr Team: Lucas Kunert, Siegfried Martin, Kerstin und Rolf Zienert. Unterstützung erhielten sie von den Mitarbeitern der Stadtverwaltung und der Stadttechnik Meerane. Zahlreiche ehrenamtliche Helfer unterstützten die Arbeiten zur Wiederöffnung ohne jegliche Gegenleistung, dazu zählen Ronny Kerl, der die Veranstaltung auch musikalisch begleitete, Dr. Peter Ohl, Peter Paulitschke, Dr. Hans-Dieter Ilge, Heidi Wolf, Benno Waldheim, Uli und Petra Lorenz und das Team Steile Wand um Dirk Dießel. „Sie haben dazu beigetragen, dass unsere Vergangenheit nicht in Vergessenheit gerät. Allen gebührt ein großer Dank“, so der Bürgermeister.

Zum Abschluss seiner Rede hob Jörg Schmeißer hervor, dass das Verständnis der eigenen Geschichte eine wichtige Grundlage für Gegenwart und Zukunft sei: „Das Museum ist kein Blick zurück mit verklärter Nostalgie, sondern ein Blick zurück, der uns hilft, nach vorn zu schauen. Es erinnert uns auch daran, dass nicht jede neue Idee automatisch besser ist als eine alte. Wir laden Sie herzlich ein, dieses Museum zu entdecken. Vielleicht gehen Sie am Ende mit dem Gefühl nach Hause, dass es gut zu wissen ist, wo man herkommt. Denn genau das bedeutet Heimat.“

Museumsleiterin Antje-Gesine Kerl richtete sich ihrerseits mit einem Grußwort an die Anwesenden und dankte insbesondere ihrem Team für die geleistete Arbeit. Sie betonte, dass eine Stadt vor allem von den Menschen lebe, die sie prägen – durch Arbeit, Kultur, Engagement und zwischenmenschliche Beziehungen. All das soll in der neuen Dauerausstellung sichtbar werden.
„Das Museum gehört den Bürgerinnen und Bürgern. Es erzählt ihre Geschichten und zeigt die Entwicklung der Stadt. Von der urkundlichen Ersterwähnung um 1174 bis in die Gegenwart“, sagte Antje-Gesine Kerl und sie betonte gleichzeitig: „Nichts in unserer Dauerausstellung ist in Stein gemeißelt.“ Es ist das gemeinsame Ziel, das Museum in Zusammenarbeit mit der Meeraner Bürgerschaft zu gestalten sowie Potenziale zur Veränderung aufzugreifen, ohne dabei die Vergangenheit zu vergessen. „Wir freuen uns über Ideen, Anregungen und Impulse“, so die Museumsleiterin.  

Zur offiziellen Eröffnung schritt Kerstin Zienert als Judith von Thüringen die Treppe herunter und überreichte eine Schere zum symbolischen Schnitt des roten Bandes an den Bürgermeister und die Museumsleiterin. Gemeinsam eröffneten sie die Ausstellungen und luden alle Besucher herzlich ein, die Räumlichkeiten zu erkunden und inspirierende Rundgänge durch die Ausstellungsräume zu erleben.

Im Erdgeschoss erwartet die Besucherinnen und Besucher die Sonderausstellung „Frühlingserwachen in Meerane“, die zugleich sinnbildlich für den Neustart des Museums steht. Im ersten Raum können Werke von Peter Paulitschke und Dr. Hans-Dieter Ilge bestaunt werden. Im zweiten Raum sind Werke aus dem Museumsbestand mit Bezug zur Stadt Meerane zu sehen. Ergänzt wird diese Sonderausstellung mit floralen Gestaltungen von Isolde Alberti vom gleichnamigen Meeraner Blumenhaus. Im Zusammenspiel entsteht eine wunderbare Symbiose von bildender und floraler Kunst, die von den Gästen besonders bewundert wurde.

Auf der Museumsetage konnten die Gäste bei Rundgängen mit Kerstin Zienert als Judith von Thüringen die Geschichte der Stadt erleben. Viele Besucherinnen und Besucher nutzten zudem die Gelegenheit, die Ausstellung individuell zu erkunden und sich anhand von Texten, Bildern und Berichten mit der Geschichte Meeranes vertraut zu machen. Dabei kamen sie miteinander ins Gespräch, tauschten sich über Objekte aus, die sie wiedererkannten, tauchten in gemeinsame Erinnerungen ein und erfuhren auch viel Neues und Wissenswertes über die Stadt Meerane. Ganz in Sinne des Anliegens des Meeraner Museums, ein Ort für die Meeraner Gemeinschaft zu sein.

Das Museum im Alten Rathaus, Markt 3, hat regelmäßig von Donnerstag bis Samstag, 14:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. Die Sonderausstellung „Frühlingserwachen in Meerane“ ist bis zum 9. Mai 2026 zu sehen.