Toleranz und Vielfalt an der Oststraße – Jugendliche gestalten Graffiti
Aus einer beschmierten Wand ist ein echter Hingucker geworden! Am Wochenende des 19. und 20. September 2026 hat der Jugendclub „Beverly Hill’s“ e. V. gemeinsam mit Jugendlichen aus der Umgebung, dem Jugendforum Meerane und unter fachlicher Begleitung von Rebel Art aus Chemnitz den Durchgang im Bereich der Oststraße neugestaltet.
Den Anstoß für das Projekt gab die Westsächsische Wohnbaugenossenschaft. Sie war mit der Idee auf die Organisatoren zugekommen, einen immer wieder beschmierten Durchgang durch ein freundliches und professionell gestaltetes Graffiti aufzuwerten, verbunden mit der Hoffnung, dass eine gemeinsam gestaltete Fläche künftig auch mehr respektiert wird. Die Möglichkeit, zusammen mit Jugendlichen eine Wand mitten im Quartier zu verschönern, ließ sich der Jugendclub natürlich nicht entgehen. Beste Voraussetzungen schuf dabei die Wohnbaugenossenschaft selbst, denn schon vor Beginn des Projektes wurde die Wand durch einen Maler vorbereitet und sogar in der Wunschfarbe gestrichen.
Die ersten Ideen für die Gestaltung entstanden bereits am 6. Juni beim Fest rund um den Treffpunkt Ost 36. Gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen aus dem Quartier wurde überlegt, was auf der Wand zu sehen sein soll. Der Workshop stand unter dem Motto „Toleranz und Vielfalt hier im Quartier“. Für die konkrete Gestaltung entschieden sich die Jugendlichen für eine fantasievolle Unterwasserwelt. Neben klassischen Meeresbewohnern fanden dabei auch ganz eigene Fantasiewesen ihren Platz, zum Beispiel außergewöhnliche Instrumentenfische.
Und natürlich durfte auch das inzwischen heimliche Maskottchen des Jugendforums nicht fehlen: Winnie, der Hund der Koordinierungs- und Fachstelle der Partnerschaft für Demokratie, bekam ebenfalls einen Platz in der Unterwasserwelt. Beim Workshop selbst war sie dann natürlich auch vor Ort und überwachte aufmerksam die Arbeiten – wenn auch mit deutlich weniger Interesse an der Spraydose als an den Pausen.
Eigentlich sollte bereits im Juni gesprüht werden. Bei Temperaturen um die 40 Grad musste der Workshop jedoch verschoben werden. Am 19. und 20. September war es dann endlich so weit – und diesmal spielte auch das Wetter weitgehend mit. Bis auf etwas leichten Regen herrschten angenehme Bedingungen zum Arbeiten. Für die nötige Stärkung zwischendurch war im Treffpunkt Ost 36 gesorgt. Dort konnten sich alle bei einer gemeinsamen Pause stärken.
An die Wand ging es schließlich unter Anleitung eines Graffiti-Künstlers von Rebel Art Chemnitz. Dabei zeigte sich schnell, wie sicher die Jugendlichen bereits mit der Spraydose umgehen. Das komplette Graffiti wurde von ihnen selbst gestaltet und gesprüht. Der Künstler musste an keiner Stelle selbst Hand anlegen. Seine Aufgabe beschränkte sich auf fachliche Begleitung sowie Tipps und Tricks zu Technik, Gestaltung und Umsetzung.
Auf das Ergebnis können die Jugendlichen deshalb besonders stolz sein. Aus ihren eigenen Ideen ist innerhalb von zwei Tagen eine farbenfrohe und fantasievolle Unterwasserwelt entstanden, die den Durchgang deutlich aufwertet und gleichzeitig zeigt, wie vielfältig die Ideen der jungen Menschen im Quartier sind.
Möglich wurde das Projekt durch eine Förderung der Partnerschaft für Demokratie Meerane im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“.
Ein großer Dank gilt der Westsächsischen Wohnbaugenossenschaft, die dem Jugendclub die Fläche zur Verfügung gestellt, die Wand vorbereitet und damit die Umsetzung überhaupt ermöglicht hat. Ebenso danken die Organisatoren Rebel Art Chemnitz für die fachliche Begleitung und natürlich ganz besonders den Jugendlichen, die mit so viel Ausdauer, Kreativität und Begeisterung dabei waren.
Das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen – und zeigt einmal mehr, was entstehen kann, wenn Jugendliche die Möglichkeit bekommen, ihren eigenen Lebensraum aktiv mitzugestalten.
Fotos: Partnerschaft für Demokratie Meerane