„Ich bin so gerne auf der Welt! – 80. Todestag von Erich Knauf“ – Sonderausstellung ab 4. Mai 2024 im Ladengeschäft Badener Straße 3 in Meerane

Einladung zur Eröffnung am 4. Mai 2024, 15:00 Uhr  / Sonderausstellung bis 30. November 2024 zu sehen

Zum 80. Todestag werden die Stadt Meerane, Sachgebiet Kultur, und der Autor Herr Jürgen Seul dem Meeraner Schriftsteller Erich Knauf eine Sonderausstellung widmen.

Erich Knauf, Journalist, Schriftsteller, Lektor und Liedtexter, wurde am 21. Februar 1895 in Meerane geboren. Bereits früh verfasste er erste politische Artikel und Feuilletonbeiträge. Seine Tätigkeit als Redakteur bei der „Volkszeitung für das Vogtland“ in Plauen von 1921 bis 1928 brachte ihn mit dem Zeichner und Karikaturisten Erich Ohser, bekannt als „e.o.plauen“, zusammen.
Mit Erich Ohser und mit Erich Kästner (Schriftsteller, Publizist, Drehbuchautor und Kabarettdichter) verband Knauf ab 1922/23 eine enge Freundschaft. Später lebten und arbeiteten alle drei in Berlin, wo Erich Knauf ab dem 1. Juli 1928 als leitender Lektor bei der Büchergilde Gutenberg tätig war.

1934 wurde Erich Knauf nach einer Kritik über eine Opernaufführung von „Carmen“ in der Berliner Staatsoper, die zum Machtbereich von Hermann Göring gehörte, verhaftet und einige Wochen in den Konzentrationslagern Oranienburg und Lichtenburg inhaftiert. Aus dem Reichsverband der Deutschen Presse blieb er nach seiner Haftentlassung ausgeschlossen und arbeitete daraufhin freiberuflich als Schriftsteller und Werbetexter. 1936 wurde er Pressechef der Filmproduktionsgesellschaft Terra-Filmkunst GmbH und betreute hier vor allem Produktionen mit Heinz Rühmann. Ab 1941 schrieb er Texte für Schlager von dem ebenfalls in Meerane geborenen Werner Bochmann (1900-1993). Die bekanntesten sind „Heimat, deine Sterne“ und „Mit Musik geht alles besser“.

Nach der kriegsbedingten Zerstörung ihrer Wohnhäuser wohnten Erich Knauf und Erich Ohser ab Ende 1943 gemeinsam in dem Wohnhaus eines Militärarztes in Berlin-Kaulsdorf zusammen. Dort zogen nur wenig später auch Bruno Schultz, ein Hauptmann der Wehrmacht, der zugleich auch SS-Untersturmführer war, und seine Frau ein. Im Februar und März 1944 machten die Eheleute Schultz Meldung über Knaufs und Ohsers angeblich „zersetzende Äußerungen“ über die Kriegssituation sowie über Hitler und andere NS-Größen. Gemeint waren vor allem die politischen Witze, die sich die Freunde erzählten.
Am 28. März 1944 wurden Erich Knauf und Erich Ohser von der Gestapo verhaftet. Ohser beging in der Untersuchungshaft in der Nacht vom 5. auf den 6. April 1944 Selbstmord. Erich Knauf wurde wegen „Wehrkraftzersetzung und landesverräterischer Feindbegünstigung“ vor dem Volksgerichtshof angeklagt und am 6. April 1944 zum Tode verurteilt. Die Hinrichtung von Erich Knauf mit dem Fallbeil erfolgte am 2. Mai 1944 im Zuchthaus Brandenburg-Görden.

Der Meeraner Schriftsteller Wolfgang Eckert würdigte Erich Knauf in der 1998 erschienenen Biografie „Heimat, deine Sterne. Leben und Sterben des Erich Knauf“. Wolfgang Eckert hatte Kontakt zur Witwe von Erich Knauf aufgenommen und von dieser den Nachlass von Knauf erhalten. „Damit ist der in zeitgeschichtlicher und biografischer Hinsicht wertvolle Nachlass für die Nachwelt gesichert. Das ist ein großer Verdienst von Wolfgang Eckert!“, so Jürgen Seul.
Gemeinsam verfasst von Wolfgang Eckert und Jürgen Seul wird im Sommer 2024 ein Buch mit dem Titel „Die drei Erichs“ zum 100. Verlagsgeburtstag in der Büchergilde Gutenberg erscheinen. Ebenfalls in diesem Jahr erscheinen wird von Jürgen Seul die Biografie „Zwischen Moral und Verstrickung. Erich Kästner und seine Freunde e.o.plauen und Erich Knauf im Dritten Reich“ im Hamburger Osburg Verlag.  


Einladung zur Ausstellungseröffnung am 4. Mai 2024

Die Sonderausstellung „Ich bin so gerne auf der Welt! – 80. Todestag von Erich Knauf“ wird ab 4. Mai 2024 bis 30. November 2024 als außermuseale Ausstellung in dem leerstehenden Ladengeschäft Badener Straße 3 in Meerane gezeigt.
Die Eröffnung mit Bürgermeister Jörg Schmeißer, dem Autor Jürgen Seul und dem Sachgebietsleiter Kultur Alexander Fischer findet am 4. Mai 2024, um 15:00 Uhr, statt.
Die Meeraner Bürgerinnen und Bürger und alle Gäste sind herzlich eingeladen.

„Die Ausstellung geht bewusst raus aus den bekannten Museumsräumen, um die Thematik näher an die Besuchenden zu bringen. Das Leben von Erich Knauf in unsere Lebensrealität holen, bewusst provozieren und die Besuchenden mit diesem Thema zur Interaktion auffordern, das möchte die Sonderausstellung“, erklärt Alexander Fischer, Sachgebietsleiter Kultur der Stadtverwaltung. Begleitend wird es ein thematisches und inhaltliches Programm zur Ausstellung geben.