Eröffnung der Sonderausstellung „Zeitlos schön – im Duett“: Margitta Hempel und Ute Hebenstreit präsentieren persönliche Werke voller Emotionen

Am 1. August 2026 wurde die Sonderausstellung „Zeitlos schön – im Duett“ im Museum im Alten Rathaus eröffnet. „Kunst ist immer zeitlos. Schön sind wir alle“, sagte Museumsleiterin Antje-Gesine Kerl in Anspielung auf den Ausstellungstitel und hieß die zahlreichen Gäste sowie die beiden Meeraner Künstlerinnen Margitta Hempel und Ute Hebenstreit herzlich willkommen. Die Sonderausstellung zeigt ihre unterschiedlichen künstlerischen Ansätze im Zusammenspiel und lädt die Besucher dazu ein, die Werke im Dialog miteinander zu entdecken.
Mit den beiden Künstlerinnen kam Antje-Gesine Kerl ins Gespräch und die Gäste erfuhren dabei viele interessante Hintergründe über ihre Kunst, ihre liebsten Werke und darüber, wie sie zur Malerei gekommen sind.

Musikalisch umrahmt wurde die Eröffnung von Liedern, die für die Künstlerinnen große Bedeutung haben. Für Ute Hebenstreit spielte ein Lieblingslied ihres Vaters, das auch sie in ihren Schaffen inspiriert: „Die Uhr“ nach einem Gedicht von Johann Gabriel Seidl. Die Zeit spielt im Leben von Ute Hebenstreit sowohl in ihrer Arbeit als Uhrmacherin als auch in ihren Werken eine große Rolle. So heißt es im Lied: „Ich wollte, sie wäre rascher gegangen an manchem Tag; Ich wollte, sie hätte manchmal verzögert den raschen Schlag. In meinen Leiden und Freuden, in Sturm und in der Ruh; Was immer geschah im Leben, sie pochte den Takt dazu.“ Passende Liedzeilen für die Gedanken, die wohl jeder einmal verspürt und die auf faszinierende Weise in den Werken von Ute Hebenstreit zur Geltung kommen. Das Verrinnen der Zeit bringt sie durch die Verbindung historischer Ziffernbilder mit modernen Quarz-Uhrwerken in ihre „Bilderuhren“ ein. „So vereinen sich Funktionalität und Ästhetik und werden zu einem echten Hingucker in jeder Wohnung“, so die Künstlerin.
In ihrem Schaffen widmet sich Ute Hebenstreit der facettenreichen Vielseitigkeit der Malerei. Dabei war es auch immer schon die Liebe zur Kunst, die die Meeranerin umtrieb. Anfangs standen Aquarellbilder mit Blumendarstellungen im Fokus, doch in den letzten Jahren entwickelte Ute Hebenstreit zunehmend ein Faible für abstrakte Acrylwerke, in deren Sujets sich oft Architektonisches oder die Natur wiederfinden. „Ihre Arbeiten sind lebendig, herausfordernd, aber immer auch mit einem Hauch graziler Differenziertheit versehen. Ihre Kunst lädt ein, die Bilder ganz bewusst und mit Freude zu betrachten, um gedanklich in deren Tiefe und Pracht eindringen zu können“, beschreibt Antje-Gesine Kerl das Schaffen von Ute Hebenstreit.

Museumsleiterin Antje-Gesine Kerl mit den Künstlerinnen Ute Hebenstreit und Margitta Hempel (v.l.).

Das Lied „Starry, Starry Night“ von Don McLean hat für Margitta Hempel große Bedeutung und die Liedzeilen, die an mehrere Bilder Vincent van Goghs denken lassen, stimmten auch die Zuhörer auf die Betrachtung ihrer Werke ein. Ihre Arbeiten sind lebensbejahend und inspirieren dazu, die Schönheit der Welt zu erfahren. Margitta Hempel hat sich der Malerei, die Landschaft, Stillleben oder Blumen darstellt, verschrieben. Nach Jahren für Beruf, Familie und Selbständigkeit entdeckte sie ihre Leidenschaft aus der Kindheit und Studienzeit wieder. Unter anderem auf Bildungs- und Malreisen, in Kursen oder beim Besuch von nationalen und internationalen Kunstmuseen fand sie Inspiration für ihre Werke.
Neben dem Einsatz von Acryl nutzt sie vor allem die Aquarelltechnik. Die Aquarellkünstlerin arbeitet mit leuchtenden Farben und gekonnten Schattierungen, die förmlich ins Auge springen. Antje-Gesine Kerl betonte, dass Margitta Hempel dabei ganz bestimmte Augenblicke, Eindrücke und Stimmungen künstlerisch umsetzt. „Sie nutzt leuchtende Farben in einer Verbindung liebevoller, detaillierter Gestaltung. Das Gefühl für die Schönheiten des Daseins und der Natur charakterisiert ihr Schaffen“, so die Museumsleiterin.

Auf die Frage nach ihren liebsten Werken in der Sonderausstellung benennt Ute Hebenstreit ein Werk, in dem sie Notenblätter des bekannten Liedes „Der Theodor im Fußballtor“ von Werner Bochmann und natürlich auch eine Uhr integriert hat. Für Margitta Hempel ist es ihr „Mohnblumenbild“, in dem der Moment der vollen roten Blüte im Zentrum steht. Es zieht den Betrachter durch das intensive Farbenspiel der Mohnblumen mit dem Blau von Kornblumen in seinen Bann und zeigt einen prachtvollen und gleichzeitig vergänglichen Moment der natürlichen Schönheit.

Im Gespräch verrieten die beiden Frauen auch, wie sie zueinandergefunden hatten. Kennengelernt haben sich Margitta Hempel und Ute Hebenstreit im Malzirkel in der Galerie ART IN und sie haben auch Angebote der Volkshochschule in Zwickau wahrgenommen. Gemeinsam mit zwei anderen Frauen, Angelika Schäfer und Melanie Lengowski, haben sie sich schließlich zur Künstlergruppe „Viertel“ zusammengefunden, in der sie sehr aktiv sind. „Es macht immer Freude und wir verstehen uns sehr gut“, so Ute Hebenstreit.

Zum Abschluss fragte Antje-Gesine Kerl, was sich die beiden Frauen für die Gäste beim Betrachten der Ausstellung wünschen. „Ich hoffe, Sie haben viel Freude an den Bildern, genießen die Eindrücke und führen anregende Gespräche“, so Margitta Hempel und Ute Hebenstreit ergänzte: „Vielleicht sind unsere Bilder auch eine Anregung, wieder selbst einmal einen Pinsel in die Hand zu nehmen.“

Die Sonderausstellung „Zeitlos schön – im Duett“ ist bis 2. Oktober 2026 im Kabinettbereich des Museums im Alten Rathaus zu sehen!
Das Museum ist geöffnet: Donnerstag bis Samstag von 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr