Die Thüringer Rostbratwurst auf dem „Dach der Welt“ – Reisevortrag begeistert in der Meeraner Stadtbibliothek

Foto: Wolfgang Richter

Ein Waldspaziergang ist schnell organisiert: Man zieht Wanderschuhe und geeignete Kleidung über, packt einen Rucksack mit Picknick und Sonnenbrille und schon kann es losgehen! Bei einer Trekkingtour sieht das Ganze schon anders aus, denn um eine solche Reise zu unternehmen, bedarf es gründlicher und intensiver Vorbereitung.
Über diese Planung und die Reise „zum Dach der Welt“ berichtete Wolfgang Richter am 16. April 2026 in der Meeraner Stadtbibliothek.
„Drei Jahre habe ich genau überlegt, was ich auf die Reise nach Nepal mitnehme. Außerdem bin ich jeden Tag, bei Wind und Wetter, im Thüringer Wald wandern gegangen, um mich daran zu gewöhnen und zu lernen, in gebirgigem Gelände unterwegs zu sein“, berichtet der Weltenbummler.
Die Realität sah dann aber noch einmal ganz anders aus. In Kathmandu landete der Flieger mit Wolfgang Richter und seiner Familie. Im Anschluss ging es gleich weiter zum Ausgangspunkt der Trekkingtour. Auf über 3.000 m Höhe mussten sich die deutschen Gäste zunächst akklimatisieren. Anderenfalls hätten sie schnell Probleme mit der Höhenkrankheit bekommen.

Doch Wolfgang Richter war gut vorbereitet und hatte sich im Vorfeld auch genau informiert, was es alles zu beachten galt. Welche Schuhe ziehe ich an? Wie viele Rollen Toilettenpapier packe ich ein und wie viel Zahncreme braucht man auf so einer Reise? Diese und viele weitere, scheinbar so banale, Fragen, beantwortete Herr Richter während seines Vortrages und brachte mit seiner heiter-trockenen Art so manches Mal das zahlreich erschienene Publikum zum Schmunzeln.
Gemeinsam mit einem Guide ging es los. Das Ziel lag in etwa 5.300 m Höhe über dem Meeresspiegel und würde einen grandiosen Blick auf den höchsten Berg der Welt liefern. Wolfgang Richter und seine Gruppe wanderten zum Basiscamp am Mt. Everest. Bei strahlendem Sonnenschein, Temperaturen unter -5 °C und jeder Menge Schnee und Eis wurden die Tagesetappen zu einer wahren Herausforderung. „Die schmalen Wege, neben denen es viele hundert Meter in die Tiefe geht und die weiten Strecken hatten überhaupt nichts mehr mit den bewaldeten Hügeln des Thüringer Waldes zu tun“, stellte Wolfgang Richter fest und beeindruckte seine Gäste mit atemberaubenden Bildern aus dem Himalaya.

Foto: Wolfgang Richter

Aber was hat es nun mit der Thüringer Rostbratwurst auf sich? „Herr Richter erzählte, dass sie extra von zuhause eine gegrillte Thüringer Rostbratwurst mitgebracht hatten, um sie am Ziel ihrer Reise, gewissermaßen als Belohnung, genießen zu können“, erklärt Adriana Bellmann, Leiterin der Stadtbibliothek. Die Wurst war vakuumverpackt und tiefgekühlt worden und hatte die Tour bis zum Ziel gut überstanden. Einziges Problem: Weil es dort oben so kalt war, war sie bei der Ankunft immer noch gefroren und musste zunächst mühevoll aufgetaut werden, ehe sie gegessen werden konnte. Mit dieser Anekdote hatte der Referent die Lacher des Publikums auf seiner Seite.

Nach gut zwei Stunden tauchten die interessierten Zuschauer wieder auf aus der faszinierenden Bergwelt und zeigten sich mit einem intensiven Applaus begeistert vom Gehörten. „Jetzt haben wir alles erfahren, was man vor so einer Trekkingtour wissen muss“, kommentierte Adriana Bellmann. „Und in Anbetracht der wunderschönen Bilder packt uns nun ja vielleicht auch das Reisefieber?!“

Für Wolfgang Richter ist jedenfalls noch lange nicht Schluss, denn er plant bereits die nächste, außergewöhnliche Tour. Mehr wollte der gebürtige Thüringer aus Zella-Mehlis aber noch nicht verraten. „Ich möchte ja gern wieder nach Meerane kommen und in einem neuen Vortrag davon berichten“, verabschiedete er sich mit einem Augenzwinkern.