Aus der Sitzung des Stadtrates am 3. Februar 2026 berichtet - Verabschiedung langjähriger Stadträtin
Zur öffentlichen Sitzung des Stadtrates Meerane begrüßte Bürgermeister Jörg Schmeißer am 3. Februar 2026 die Stadträtinnen und Stadträte, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung, Kameraden der Feuerwehr Meerane und Gäste im Neuen Rathaus.
Vor dem Eintritt in die Tagesordnung nutzte der Bürgermeister die Gelegenheit und dankte dem Verein Meeraner Pflasterköppe e.V. und dessen Vorsitzenden, Stadtrat Sebastian Voigt, für die Organisation und Durchführung des Straßenfaschings, der am 31. Januar 2026 stattgefunden hatte. „Wir haben einen wunderschönen Straßenfasching erlebt. Mein herzlicher Dank geht an alle Mitglieder der Pflasterköppe, alle im Zug beteiligten Vereine, Unternehmen und Gruppen, an alle unsere Gäste und besonders auch an alle, die für einen reibungslosen Ablauf gesorgt haben – die Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehren, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung, die Einsatzkräfte von Polizei und Rettungsdienst, alle Helferinnen und Helfer und alle, die beim anschließenden Aufräumen im Einsatz waren, darunter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Meeraner Stadttechnik und der Stadt Glauchau. Vielen Dank an alle, wir freuen uns auf das nächste Jahr!“
Nach der Einwohnerfragestunde, der Kenntnisgabe der Niederschrift vom 11.11.2025 und der Bekanntgabe nichtöffentlich gefasster Beschlüsse stand im Tagesordnungspunkt 4 die Information zur Kriminalitätsentwicklung in der Stadt Meerane. Bürgermeister Jörg Schmeißer begrüßte dazu den Ersten Polizeihauptkommissar Dirk Radatz, Leiter des Polizeireviers Glauchau. Dieser stellte zuerst das Polizeirevier Glauchau und dessen Zuständigkeitsbereiche vor und informierte im Anschluss zur Kriminalstatistik 2024. Insgesamt zeigt die Statistik 2024 für den Landkreis Zwickau im Vergleich zu Sachsen eine geringere Kriminalitätsbelastung, mit der auch Meerane im Durchschnitt der Vorjahre lag. Schwere Straftaten gegen das Leben gab es 2024 nicht, so Dirk Radatz.
Er hob die enge und gute Zusammenarbeit der in Meerane tätigen Bürgerpolizisten mit dem Ordnungsamt der Stadt Meerane hervor und dankte Dezernentin Iris Anders und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Von Seiten des Polizeireviers Glauchau wurden 2024 unter anderem der Straßenfasching, der Weihnachtsmarkt und die Veranstaltungen anlässlich der 850-Jahrfeier der Stadt 2024 unterstützt.
Weiterhin nahm Dirk Radatz kurz die aktuelle Lage mit verschiedenen Einbrüchen bei Unternehmen und auch in öffentliche Gebäude in den vergangenen Monaten in Meerane auf. Aufgrund der laufenden Ermittlungen gibt es dazu noch keine Auskünfte, Polizei und Stadt Meerane arbeiten im Hinblick auf gefährdete Gebäude zusammen, so der Erste Polizeihauptkommissar.
Von Seiten des Stadtrates gab es einige Rückfragen, darunter zur Besetzung des Polizeireviers, zur Drogenproblematik und zur Aufklärungsquote. Der Bürgermeister dankte Dirk Radatz für seine Ausführungen.
Thema des folgenden Tagesordnungspunktes 5 war die Umgestaltung der Grünanlagen in der Martin-Hochmuth-Straße 20 im Umfeld der Friedrich-Engels-Grundschule.
Wie Sabine Schumann, Dezernentin Bauwesen und Umwelt, mitteilte, war hierzu bereits im Technischen Ausschuss eine Information zur Entwurfs- und Genehmigungsplanung durch eine Mitarbeiterin der Ingenieurbüro STOLL BAUPLANUNG GmbH & Co.KG erfolgt.
Die Stadt Meerane beabsichtigt, die Grünanlagen in der Martin-Hochmuth-Straße 20 im Umfeld der Friedrich-Engels-Grundschule naturnah umzugestalten. Ziel ist die Schaffung beziehungsweise Qualifizierung einer kleinen lokalklimatisch wirksamen Parkanlage, die mit den angrenzenden Grünanlagen vernetzt ist und den Biotopverbund stärkt. Hierdurch soll die Resilienz der urbanen Ökosysteme und ihre Fähigkeit gefördert werden, Kohlenstoff zu speichern. Hierbei sollen Gestaltungsgrundsätze von Pikoparks – kleinteilige, biodiversitätsfördernde Grünanlagen – in die Planung einfließen. Das Vorhaben wird über das Programm „Natürlicher Klimaschutz in Kommunen – KfW 444“ gefördert.
Sabine Schumann stellte den Mitgliedern des Stadtrates die geplanten Maßnahmen nochmals zusammenfassend vor. Anhand von Übersichtskarten informierte sie zu den einzelnen Planungsbereichen und der vorgesehenen künftigen Gestaltung.
Hauptteil ist die Entsiegelung der Betonfläche sowie asphaltierter Flächen. So erhält der künftige „Fahrradübungsplatz“ eine versickerungsfähige gebundene Decke, der künftige „Spielplatzbereich“ drei verschiedene Beläge aus Naturprodukten und die Feuerwehrzufahrt zum Wandhydranten an der Schule wird aus begrünten Kunststoff-Rasengittern ausgeführt, um drei Beispiele zu nennen.
Die bestehende Grünfläche mit Großbäumen und Wegsystem wird weitestgehend beibehalten. Die Wege werden sandgeschlämmt; Büsche und weitere Bepflanzungen hinzugefügt.
Die Beete werden neu angelegt sowie ein neues Staudenbeet und ein Halbschattenbeet mit „Käfer-Keller“. Eine Fläche mit Frühjahrsblühern ist geplant, und es wird ein Naturlehr- und Begegnungsraum entstehen. Entsprechend des Geländes sind in den verschiedenen Planungsbereichen Versickerungsflächen bzw. Mulden zur Entwässerung geplant. Es werden Sitzgelegenheiten mit Baumstämmen und Findlingen geschaffen, ein Rondell mit Eidechsenburg, ein Weidentunnel und ein Naschgarten mit Obstspalier.
Verschiedene geplante Maßnahmen bzw. Ausstattungen sind nicht förderfähig, verwies Sabine Schumann. Dazu gehört der neue Parkplatzbereich, der für den Schulbetrieb notwendig ist, aber zum Beispiel auch Spielgeräte oder Abfallbehälter.
Die Kosten inklusive Planung und Ausführung belaufen sich auf insgesamt 960.000 Euro brutto, wovon 946.000 Euro brutto förderfähig sind.
Die Arbeiten sollen im Juni 2026 beginnen und im März 2027 abgeschlossen werden. Dabei werden die Ferienzeiten für die größten Arbeiten in der Nähe des Schulgebäudes anvisiert. So soll im Juli 2026 der Bau des Parkplatzes erfolgen sowie im Juli/August die Entsiegelung der Flächen für den künftigen Naturerlebnisraum und den Fahrradübungsplatz.
Prinzipiell können die verschiedenen Bereiche entsprechend ihrer Fertigstellung bereits genutzt werden, verwies Sabine Schumann. Der Bauablauf, ergänzte Bürgermeister Jörg Schmeißer, ist ebenfalls mit der Schulleitung der Friedrich-Engels-Schule abgestimmt. Er dankte der Dezernentin für ihre Ausführungen.
Nach Aussprache im Stadtrat beschlossen die Stadträtinnen und Stadträte einstimmig die grundsätzliche Umsetzung des Einzelvorhabens „Umgestaltung der Grünanlagen in der Martin-Hochmuth-Straße 20 im Umfeld der Friedrich-Engels-Grundschule“ auf Basis der vorliegenden Entwurfs-/Genehmigungsplanung. Die Mitglieder des Technischen Ausschusses hatten zuvor bereits ebenfalls einstimmig einen Empfehlungsbeschluss zum Vorhaben gefasst.
Im Tagesordnungspunkt 6 stand der Beschluss zur 3. Änderung der Satzung zur Regelung des Kostenersatzes und zur Gebührenerhebung für Leistungen der Freiwilligen Feuerwehr Meerane (Feuerwehrkostenersatzsatzung) vom 13.09.2011. Dazu informierte die Dezernentin Sicherheit und Ordnung Iris Anders.
Am 19. Dezember 2025 konnte das neue HLF 20 an die Feuerwehr Meerane übergeben werden, welches das LF 16/12 aus dem Baujahr 1996 ersetzt. Nach Abschluss der Ausbildung aller Kameradinnen und Kameraden am neuen Löschfahrzeug wird mit der In-Dienst-Stellung des HLF 20 das LF 16/12 außer Dienst genommen. Die In-Dienst-Stellung des neuen Fahrzeuges soll im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung am 14. März 2026 erfolgen, so Iris Anders.
Das HLF 20 ist gemäß der Sächsischen FeuerwehrVO in der Anlage 5 zu § 20 Abs. 1 und 2 mit einem Stundensatz von 397,80 Euro kalkuliert. Dieser Kostensatz soll in die Satzung der Stadt Meerane übernommen werden.
Die Mitglieder des Stadtrates folgten dem Beschlussvorschlag einstimmig und beschlossen die 3. Änderung der Satzung zur Regelung des Kostenersatzes und zur Gebührenerhebung für Leistungen der Freiwilligen Feuerwehr Meerane (Feuerwehrkostenersatzsatzung).
Der Beschluss zum 1. Entwurf Haushaltssatzung und Haushaltsplan 2026 der Stadt Meerane stand im folgenden Tagesordnungspunkt 7. Der Entwurf der Haushaltssatzung 2026 wurde am 11. November 2025 im Stadtrat vorgestellt. Die Vorberatungen in allen Ausschüssen waren im Januar 2026 erfolgt, so der Bürgermeister.
Die Dezernentin Finanzen und Liegenschaften, Kämmerin Kerstin Eis, stellte den Mitgliedern des Stadtrates die Zahlen und Schwerpunkte des Ergebnishaushaltes und des Finanzhaushaltes vor.
Der Haushaltsentwurf 2026 ist in seinen Teilen Ergebnishaushalt und Finanzhaushalt ausgeglichen. Wobei der Ausgleich des Ergebnishaushaltes durch eine Rücklagenentnahme in Höhe von 504.850,00 Euro erfolgt. Das Haushaltsvolumen beträgt 38.024.060,00 Euro.
Die Rücklage der Stadt Meerane hat zum 01.01.2026 eine Höhe von 11.845.481,69 Euro.
Im Haushaltsjahr 2026 sind Investitionen in Höhe von 1.963.010,00 Euro geplant. Die Gegenfinanzierung von Fördermitteln ist mit einem Betrag von 1.340.000,00 Euro vorgesehen.
Der Finanzhaushalt schließt mit einem Liquiditätsbedarf in Höhe von -249.160,00 Euro ab.
Schwerpunkte im Ergebnishaushalt sind die Trockenlegung Kita Buratino, der 1. BA Dittricher Weg, die Fortsetzung der Projekte Ein Quadratkilometer Bildung und Demokratie Leben sowie über das EFRE-Programm die Maßnahmen Posthof und Umgestaltung barrierefreier Bornberg.
Die größten Investitionen 2026 sind die Neugestaltung im Umfeld der Friedrich-Engels-Schule mit insgesamt 1.140.010,00 Euro und die Gestaltung des Vorplatzes der Stadthalle mit 728.000,00 Euro.
Die Verschuldung der Stadt Meerane zum 31.12.2025 betrug 7.804.290,00 Euro, die Höhe der Bürgschaftsverpflichtungen 13.050.470,00 Euro, so Kerstin Eis.
Der Entwurf der Haushaltssatzung lag vom 13. bis 21. Januar 2026 im Bürgerbüro der Stadtverwaltung Meerane öffentlich aus. Das Recht der Einsichtnahme wurde nicht wahrgenommen. Bis einschließlich 30. Januar 2026 konnten Einwohner und Abgabepflichtige Einwendungen und Anregungen zum Entwurf abgeben. Von diesem Recht wurde kein Gebrauch gemacht.
Bürgermeister Jörg Schmeißer dankte der Kämmerin und den Mitarbeiterinnen des Dezernates für die Aufstellung des Haushaltes.
Die Stadträtinnen und Stadträte beschlossen einstimmig die Haushaltssatzung 2026 der Stadt Meerane.
Im abschließenden Tagesordnungspunkt 8 Bekanntgaben und Anfragen informierte der Bürgermeister zur aktuellen Einwohnerentwicklung und den Einsätzen der Meeraner Feuerwehr. Im Jahr 2025 wurden die Kameradinnen und Kameraden zu insgesamt 155 Einsätzen alarmiert, für den Monat Januar 2026 wurden bereits 21 Einsätze verzeichnet. Er stellte weiterhin die Statistik 2025 der Meeraner Stadtbibliothek vor. Ein Anstieg der Besucherzahlen wurde insbesondere bei den verschiedensten angebotenen Veranstaltungen registriert.
Verabschiedung langjähriger Stadträtin
Die Sitzung am 3. Februar 2026 war gleichzeitig die letzte Stadtratssitzung gemeinsam mit Stadträtin Sabine Martens. Nach Ende der Sitzung wurde sie von Bürgermeister Jörg Schmeißer mit herzlichen Worten und einem großen Dank für ihr langjähriges Engagement als Stadträtin verabschiedet.
1992 war Sabine Martens nach Meerane gekommen. Sie folgte ihrem Mann, der bereits seit 1990 hier arbeitete.
Seit 20 Jahren war sie Mitglied des Meeraner Stadtrates – in der Fraktion FDP bzw. als Einzelstadtrat. „Das zeigt, dass ihr Meerane zur Heimat geworden ist“, sagte Jörg Schmeißer: „Frau Martens war eine Stadträtin, die anpackt, die resolut, mit klaren Worten und ehrlich ihre Meinung vertreten hat, zum Wohle unserer Stadt, für die Meeraner Bürgerinnen und Bürger. Als Vertreterin der Kommunalpolitik hat sie gezeigt, wie man Demokratie lebt! Wir danken ihr für ihr großes Engagement und für die gute Zusammenarbeit und wünschen ihr für die Zukunft alles Gute!“
Sabine Martens richtete ihrerseits das Wort an den Bürgermeister und den Stadtrat und bedankte sich herzlich für die vielen Jahre guter Zusammenarbeit und gemeinsamen Wirkens für die Stadt Meerane. „Es war mir eine Ehre“, verabschiedete sie sich.