Aus der Sitzung des Ausschusses für Kultus und Soziales am 17. Januar 2023 berichtet

Am 17. Januar 2023 fand die 10. öffentliche Sitzung des Ausschusses für Kultus und Soziales im Neuen Rathaus statt. Bürgermeister Jörg Schmeißer begrüßte die Ausschussmitglieder, Stefanie Trinks, Mitarbeiterin im Bereich Soziale Arbeit sowie weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung und Juliane Richter von der Koordinierungs- und Fachstelle der Partnerschaft für Demokratie Meerane im Jugendclub “Beverly Hill’s” e.V.

Im 1. Tagesordnung der öffentlichen Sitzung wurde der Jahresbericht Soziale Arbeit vorgestellt. Stefanie Trinks berichtete aus dem Projekt „Ein Quadratkilometer Bildung“ in Meerane. Als Hauptziele des Projektes führte sie die Verbesserung der Zusammenarbeit der Bildungseinrichtungen und der sozialen Institutionen der Stadt, der Steigerung sozialer Interaktionsfähigkeit sowie den Aufbau einer lebensweltlich verankerten, nachbarschaftlichen und sozialräumlichen Unterstützungsstruktur an. Die Angebote richten sich insbesondere an Kinder und Jugendliche, Eltern und Familien und an Fachkräfte, die mit diesen in der Stadt Meerane arbeiten. Darüber hinaus soll auch die Zivilgesellschaft von den Angeboten angesprochen werden. Der Aufbau eines sozialen Netzwerks in Meerane wird seit 2018 durch die Freudenberg Stiftung unterstützt. Die Förderperiode begann 2020 und soll sich auf zehn Jahre erstrecken. Es erfolgt vorraussichtlich eine Verlängerung des Projektes um ein Jahr aufgrund nicht abgerufener Fördermittel infolge der Corona-Pandemie.
Als erstes Schwerpunktthema des Projektes wurde die Sprach- und Leseförderung genannt, die beispielsweise mit Lesepatenschaften und Lernbegleitung realisiert wird. Einen weiteren Schwerpunkt stellt das entdeckende und individuelle Lernen dar. Dies wird innerhalb der MINT-Förderung mit spielerischen Experimenten an den Schulen sowie innerhalb eines Ferienprogramms oder der Krabbelgruppe ermöglicht. Die Bewegungsförderung wurde als drittes Schwerpunktthema angeführt, welches beispielsweise durch das Konzept der bewegten Pause an der Friedrich-Engels-Schule oder durch Sponsoring von Sport- und Spielgeräten umgesetzt wird. Als letzten Themenschwerpunkt nannte Stefanie Trinks die Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen für pädagogische Fachkräfte. Stefanie Trinks betonte, dass die Stadt mit den Angeboten einen Beitrag zur Förderung der Chancengleichheit aller Kinder und Jugendlichen auf Bildung leisten möchte. Für 2023 ist die Weiterführung der erfolgreichen Arbeit geplant. Ziele sind eine größere Zahl an Elternangeboten und Weiterbildungsmöglichkeiten sowie die Unterstützung der Demokratieförderung. Personell soll ebenfalls ein Ausbau stattfinden. Für die erfolgreiche Projektarbeit ist das Engagement vieler ehrenamtlicher Mitarbeiter unverzichtbar.

Anschließend an den Bericht wurde eine Nachfrage zum Bedarf an Streetworkern gestellt. Stefanie Trinks informierte, dass der Bedarf besteht, die Einstellung allerdings eine Aufgabe des Landkreises ist. Diese Bedarfssituation wurde bereits kommuniziert.

Anschließend berichtete Juliane Richter, die Koordinatorin des Projektes „Partnerschaft für Demokratie Meerane" im Jugendclub “Beverly Hill’s” e.V. aus dem Projekt und gab einen Ausblick auf das Jahr 2023. „Partnerschaft für Demokratie Meerane" ist Teil des Bundesprogramms „Demokratie Leben“, das in Meerane 2021 gestartet wurde und bis 2024 läuft. Mit 150.000 € pro Jahr werden Projekte von und für Jugendliche gefördert, die vor Ort Strategien zur Vernetzung entwickeln sollen. Drei zentrale Handlungsfelder stehen als Kernziele im Mittelpunkt: Demokratie fördern, Vielfalt gestalten und Extremismus vorbeugen. Juliane Richter stellte in ihrem Bericht verschiedene Aktionen aus dem vergangenen Jahr vor, mit denen diese Leitgedanken unterstützt wurden. Sie führte das Vereinsforum als Auftaktveranstaltung an und berichtete aus verschiedenen Projekten. Es fanden bereits der Graffiti-Workshop „Deine Botschaft für Meerane“, eine Lesung mit Nils Oskamp und der Workshop „Musik verbindet die Welt“ statt. Weitere Projekte waren eine Kürbisschnitzaktion, die Ausstellung #Stolen Memory und das Putzen der Stolpersteine am 9. November.

In der Bilanz aus 2022 merkte Juliane Richter an, dass die finanziellen Mittel nicht ausgeschöpft wurden. Im Jahr 2023 sollen der Aktions- und Jugendfonds größer werden. Es sind auch in diesem Jahr spannende Aktionen, interessante Lesungen, Workshops und Projekte geplant. Besonders wichtig ist das Projekt „Pimp your town“, das vom 01.03.2023 bis 03.03.2023 stattfinden wird. Dabei werden Jugendliche in Kontakt mit der Kommunalpolitik gebracht und können im Rahmen eines Planspiels Einblicke in die Strukturen der Stadt erhalten. Kofinanziert wird dieses Projekt durch das Programm „Ein Quadratkilometer Bildung“.