Aktuelles (07.11.2016)

 

"STATIONEN - die Fotos - die Filme" - Neue Ausstellung im Neobarocken Postgebäude zeigt Schaffen von Roland Dressel

Die Ausstellungen und Sammlungen im Neobarocken Postgebäude werden nun durch eine weitere, ganz besondere Ausstellung, bereichert. Zu sehen ist hier nun auch die Ausstellung "STATIONEN - die Fotos - die Filme", die über das Schaffen des aus Meerane stammenden Kameramannes Roland Dressel informiert. Gezeigt werden hier nicht nur viele Dokumente, Originalfilmplakate und Kameratechnik, sondern auch großformatige beeindruckende Fotografien, die auf verschiedensten Arbeitsreisen, z.B. 1965 in Tunesien, entstanden sind. Die Exponate zeugen vom vielfältigen und erfolgreichen Schaffen Dressels als Fotograf, Kameramann und Künstler.

Im Beisein von Roland Dressel und zahlreicher interessierter Gäste, darunter langjährige Freunde des Künstlers, wurde die Ausstellung am 28. Oktober 2016 eröffnet. Cornelia Sommerfeld, Fachbereichsleiterin Museen und Sammlungen der Stadt Meerane, begrüßte Roland Dressel und die Besucher ganz herzlich und führte kurz in die Ausstellung ein.
Zu sehen waren die Exponate, die nun in der Dauerausstellung präsentiert werden, erstmals im Jahr 2014 in der Galerie ART IN in Meerane. Im Anschluss schenkte Roland Dressel der Stadt Meerane zahlreiche Exponate, verbunden mit dem Wunsch, diese der Öffentlichkeit und auch späteren Generationen zugänglich zu machen.
Roland Dressel, der 1932 in Meerane geboren wurde und hier seine Kindheit verbrachte, nahm 1951 in Glauchau eine Lehre als Fotograf auf. Es folgten eine Ausbildung zum Standbildfotografen und im Anschluss daran ein Studium an der Betriebsakademie beim DEFA-Spielfilmstudio in Babelsberg. Ab 1968 nahm er seine Tätigkeit als Kameramann bei der DEFA auf, welche in den folgenden Jahren mehrfach prämiert wurde. Neben vielen anderen Auszeichnungen erhielt er 1985 gemeinsam mit dem Regisseur Rainer Simon für den Film „Die Frau und der Fremde“ den „Goldenen Bären“ der Berlinale. Nach Beendigung seiner beruflichen Laufbahn im Jahre 2000 übernahm Roland Dressel eine Dozentur an der Babelsberger „Hochschule für Film und Fernsehen“.
Cornelia Sommerfeld erinnerte auch an verschiedene Filme, an denen Roland Dressel mitwirkte und die in der damaligen DDR mit Verboten belegt wurden, z.B. sein erster Kinofilm aus dem Jahr 1973 "Das zweite Leben des Friedrich Wilhelm Georg Platow" unter der Regie von Siegfried Kühn.
Zu diesem Thema ergriff auch Roland Dressel das Wort: "Es gab damals ein einziges 'Hü und Hott' in diesem Land, das betraf alle Bereiche der Kunst, viele Künstler haben darunter gelitten", sagte er. Über Filme entschieden Leute, die die Interpretation der Filmemacher nicht verstanden und die auch nicht wussten, was international in der Filmbranche los war, so Dressel. Manche Filme wurden erst kurz vor der geplanten Premiere verboten. Einige von diesen Filmen waren später nicht mehr auffindbar, andere wurden erst Jahre später aufgeführt. "Dabei hat man sich mit diesen Verboten viel vergeben, jegliche Diskussion über unser Denken, unser Leben und Handeln", fügte Roland Dressel hinzu.
Für die Meeraner Ausstellung selbst sieht Roland Dressel noch Potenzial, denn er hat noch weiteres Bildmaterial, wie er sagte.

Wie es überhaupt dazu kam, dass es 2014 eine erste Ausstellung mit den Arbeiten von Roland Dressel gab, darüber berichteten gemeinsam mit ihm der Meeraner Erich Lorenz und Professor Dr. Wolfgang Zscherpel vom Meeraner Kunstverein.
Erich Lorenz ist seit vielen Jahrzehnten mit Roland Dressel befreundet, über die "Fotogruppe im Kulturbund" hatten sich die beiden ursprünglich kennengelernt. "Mir erzählte nun Erich Lorenz vor einigen Jahren, dass er einen berühmten Kameramann kenne. Als ich mich dann im Internet über ihn informierte, stand schnell fest, dass wir ihn unbedingt zu einer Ausstellung nach Meerane, in seine Heimatstadt, holen müssen", erzählte Professor Dr. Zscherpel. Was dann 2014 umgesetzt wurde und nun in der neuen Dauerausstellung fortgesetzt wird.

Übrigens ist Roland Dressel bis heute ein begeisterter Fotograf, der sich über gelungene Motive und Bildkompositionen freut, wie er selbst erzählt. Und bis heute fotografiert er ausschließlich auf Film!

Geöffnet ist das Neobarocke Postgebäude zu besonderen Anlässen, z.B. zum Internationalen Museumstag oder zum Tag des offenen Denkmals. Weitere Besichtigungen sind nach vorheriger Vereinbarung gerne möglich.
Kontakt: Heimatmuseum Meerane, Cornelia Sommerfeld
Telefon: 03764 2027; E-Mail: museum@meerane.de

 
 
 
Am 28. Oktober 2016 wurde die neue Ausstellung "STATIONEN - die Fotos - die Filme" über das Schaffen von Roland Dressel im Neobarocken Postgebäude in Meerane eröffnet.
Roland Dressel (re.) zur Ausstellungseröffnung mit seinem Meeraner Freund Erich Lorenz (li.) und Professor Dr. Wolfgang Zscherpel vom Meeraner Kunstverein (Mitte).

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