Aktuelles (07.07.2016)

 

„Virgin‘s Visions “ in der Galerie im Treppenhaus

„Es ist schwer, die Emotionen in Worte zu fassen“

Das Leben ist voller Überraschungen. Mit diesem Untertitel könnte man die am 29. Juni 2016 eröffnete Ausstellung in der Galerie im Treppenhaus im Meeraner Kunsthaus bezeichnen. „Denn dass die 1988 in Aleppo geborene Iman Khandash in einer sächsischen Galerie ausstellen würde, war nicht geplant“, informierte die Vorsitzende des Meeraner Kunstvereines e.V., Dr. Birgit Salzbrenner, in ihren Begrüßungsworten und gab einen kurzen Einblick in den künstlerischen Werdegang der Syrerin.
So arbeitete die gelernte Grafikdesignerin bei der arabischen Ausgabe der Zeitschrift FOCUS in der Designabteilung, graduierte 2010 an der Fakultät für bildende und angewandte Kunst an der Universität Aleppo im Bereich der visuellen Kommunikation. Dank ihrer sehr guten Note trat sie im selben Jahr der Künstlervereinigung und dem Kunst-Zentrum bei und erhielt im Jahr 2013 ein Diplom als Dozentin für die Ausbildung von Künstlern und nur zwei Jahre später ein Stipendium für ihren Master- und Doktorgrad. Doch die Zerstörung ihrer Heimatstadt zerstörte ebenso ihre Pläne für die Zukunft, denn sie musste Syrien verlassen – ohne zu wissen, ob sie je wiederkehren wird.
Ihren Kopf ließ sie aber dennoch nicht hängen, und in der Erstaufnahmeeinrichtung in Zwickau erkannten die Betreuer recht schnell ihr künstlerisches Talent und versorgten sie mit Malutensilien. Für die hochschwangere Iman Khandash ein Glückstreffer, denn in der Kunst konnte sie auch ihre Erlebnisse verarbeiten, was man an ihren Werken im Treppenhaus der Galerie erkennen kann. Auch wenn dem Betrachter beim Eintritt in das Kunsthaus erst die ernsten Werke ins Augen fallen, so zeigen diese mit dem weiteren Erklimmen der Stufen zur Galerie mehr und mehr Schönheit und Zuversicht.

In dem Galeriegespräch, welches Jasmin Wellner, Sozialarbeiterin der Stadt Meerane, mit der syrischen Künstlerin führte, kam auch immer wieder die Hoffnung auf eine bessere Zukunft zum Ausdruck und der Wunsch, nach den Wirren des Krieges wieder in die Heimat zurückzugehen, das Studium zu beenden und mit der Familie ein ruhiges Leben zu führen. Bis es jedoch soweit ist, will sie das Beste aus ihrer jetzigen Situation machen, und sie ist voller Dankbarkeit für die Hilfe, die ihr hier gezeigt wurde. „Es ist schwer, die Emotionen in Worte zu fassen“, so das Fazit des Gespräches.

Im Anschluss übernahm die Vorsitzende des Meeraner Kunstvereines e.V. nochmals das Wort, bedankte sich bei den zahlreichen Gästen – darunter Bürgermeister Professor Dr. Lothar Ungerer – und eröffnete gemeinsam mit der Galerieleiterin Marjana Knoll traditionsgemäß mit dem Satz: „Die Ausstellung ist eröffnet!“
Diese kann bis zum 7. August 2016 besucht werden, und wer sich für die Kunst der jungen Grafikdesignerin interessiert, hat zudem die Möglichkeit, diese käuflich zu erwerben.
Das musikalische Rahmenprogramm übernahm der Gitarrist Paata, und für das leibliche Wohl in Form typisch arabischer Küche war ebenfalls bestens gesorgt.







Foto links: Die syrische Künstlerin Iman Khandash (Mitte) im Galeriegespräch mit Jasmin Wellner (li.). Rechts der Ehemann der Künstlerin, der an diesem Abend das Dolmetschen übernahm.

   
Viele Gäste wurden zur Vernissage begrüßt. Bis zum 10. August 2016 werden die Bilder der syrischen Künstlerin in der Galerie im Treppenhaus im Kunsthaus gezeigt.

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