Aktuelles (08.07.2016)

 

Neues Objekt im Meeraner Skulpturenpark - Skulptur „Zuwendung“ übergeben

Seit einigen Jahren entsteht auf einem ehemaligen Industriegelände an der Meeraner Poststraße der Skulpturenpark, betreut vom Meeraner Kunstverein mit Unterstützung der Stadt Meerane. Dieser hat nun mit der Skulptur „Zuwendung“ des Künstlers Armin Forbrig (1937–2007) eine weitere wertvolle Plastik erhalten. Übergeben wurde sie Ende Juni 2016 im Beisein von Bürgermeister Professor Dr. Lothar Ungerer, Mitgliedern des Meeraner Kunstvereins und des Ehrenvorsitzenden Professor Dr. Wolfgang Zscherpel, Stadträtin Sabine Martens sowie der Tochter des Künstlers, Franziska Forbrig.
Gespendet wurde die Skulptur auf Initiative von Professor Dr. Zscherpel von Frau Mariliese Grundmann, geb. Bochmann. „Ohne unsere Spenderin wäre nichts möglich gewesen. Frau Grundmann, die in Meerane ihre Jugend verbrachte, fühlt sich der Stadt und vor allem dem Skulpturenpark besonders verbunden. Auf dieser Fläche stand der ehemalige Textilbetrieb 'Gebrüder Bochmann' bis zur Enteignung 1948. Der Großvater von Frau Bochmann, Franz Fürchtegott Bochmann, hatte 1890 die Fläche und Gebäude gekauft und die damals dort stehende Weberei von Strübell und Müller modernisiert und erweitert“, informierte Professor Dr. Zscherpel, der sich mit der Geschichte des Unternehmens Gebrüder Bochmann intensiv beschäftigt hat.
Mariliese Grundmann besucht Meerane regelmäßig und begleitet die Entwicklung des Skulpturenparks, für den sie bereits Parkbänke und Heckengehölze spendete. Zuletzt wurde sie im Mai 2016 von Bürgermeister Professor Dr. Ungerer im Neuen Rathaus begrüßt.

Zur Skulptur „Zuwendung“ und zum Künstler informierte Professor Dr. Zscherpel: „Aus Hartsandstein 1997 vom Chemnitzer Steinbildhauer Armin Forbrig gefertigt, mit einer Objekthöhe von 1,52 m und knapp einer Tonne Masse, stellt die Skulptur symbolhaft zwei sich umarmende Körper dar. Der Künstler unterstreicht damit die Wichtigkeit zwischenmenschlicher Beziehungen im Sozialverhalten, ohne die das Erreichen von Zielen – wenn oft auch unbewusst – nicht möglich ist. Armin Forbrig erhielt in seiner Jugend eine komplette Ausbildung als Steinmetz, legte die Meisterprüfung mit 22 Jahren ab und übernahm 1964 nach dem Tode seines Vaters den väterlichen Steinmetz-Betrieb. Künstlerisch aktiv, zeichnete er seit jungen Jahren und erhielt fördernden Unterricht bei dem Chemnitzer Maler und Graphiker Rudi Gruner. Zeichnen war für ihn immer das Fundament auch für abstrakte Arbeiten und die Steinbildhauerei. Unaufhörlich entstanden bereits in den 70er Jahren Bildhauerzeichnungen zu großformatigen, provozierend vollbusigen Frauen. Ab Mitte der 80er Jahre kam politische Grafik hinzu, z.B. 'Infrastrukturelles Psychogramm eines Politbüromitglieds'. 1989/90 war Forbrig Sprecher der Bürgerinitiative zur Auflösung des Ministeriums für Staatssicherheit im Bezirk Karl-Marx-Stadt. Vor allem setzte er sich für die Neuorganisation der Künstlerverbände ein. 1990 wurde er Gründungsmitglied und Vorsitzender des Chemnitzer Künstlerbundes. 1991 war er Gründungsmitglied des Sächsischen Künstlerbundes und dort Vorstandsmitglied von 1997 bis 2000.
In der Meeraner Galerie ART IN stellte er unter dem Titel 'zweimal armin forbrig – skulptur und computergrafik' von Mai bis Juli 2004 aus. Im Juni 2006 traf ich mich mit Armin Forbrig zu einem Stadtspaziergang durch Meerane zum Thema 'Kunst im öffentlichen Raum'. Als Ergebnis erhielt ich von ihm den Entwurf zu einer Plexiglas-Skulptur 'Begegnung' mit Lichteffekten – neues Material und neue Technologie, die auf dem freien Platz am Bornberg stehen sollte. Leider kam es aufgrund seiner Erkrankung nicht mehr zur Realisierung. Umso mehr freuen wir uns, dass eine Skulptur von Armin Forbrig nun in unserem Skulpturenpark einen Platz findet.“

Auch Franziska Forbrig, die heute den väterlichen Betrieb in Chemnitz als Steinmetz- und Steinbildhauermeisterin leitet, freute sich über die Aufstellung der Skulptur. „Schön, dass Sie hier ist, so kommt wieder ein Stück Forbrig nach Meerane“, sagte sie.
Neben dem Dank an die Spenderin dankte Professor Dr. Zscherpel der Stadt Meerane für die Unterstützung bei der Aufstellung der Skulptur, insbesondere auch den Mitarbeitern der Stadttechnik und Fachbereichsleiter Mario Klitsch sowie Gitte Baumkötter, Fachbereichsleiterin Umwelt.

Foto links: Der Skulpturenpark an der Poststraße hat eine neue wertvolle Plastik erhalten. Bürgermeister Professor Dr. Lothar Ungerer, Franziska Forbrig und Professor Dr. Wolfgang Zscherpel (v.r.n.l.) zur Übergabe der Skulptur.

Foto unten: Ein Schild erinnert an den Künstler Armin Forbrig und die Spenderin Mariliese Grundmann.


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