Aktuelles (06.07.2016)

 

Wohnen im Wandel der Zeit - Westsächsische Wohnbaugenossenschaft eG feiert 60-jähriges Jubiläum

Am 27. Juni 2016 begrüßte Jürgen Morgner, Vorstand der Westsächsischen Wohnbaugenossenschaft eG (WSWBG), anlässlich einer Festveranstaltung zum 60-jährigen Jubiläum die geladenen Gäste in der Stadthalle Meerane – darunter Bürgermeister Professor Dr. Lothar Ungerer und Dr. Axel Viehweger vom Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e.V. sowie den langjährigen Vorstand der WSWBG, Dr. Jürgen Prée.
In seiner Eröffnungsrede gab er spannende Einblicke in das Thema Wohnen und zeigte damit deutlich, wie sich über sechs Jahrzehnte ein Wandel vollzogen hat. „Die Genossenschaft wurde 1956 in einer Zeit der Wohnungsnot gegründet“, informierte Jürgen Morgner. In dieser Zeit begann eine Gründungswelle an so genannten Arbeiterwohnungsbaugenossenschaften (AWG) – in Sachsen allein 129 AWGs zwischen 1954 und 1956. Sehr erfreut zeigte sich der Vorstand, dass von den 20 Meeraner Gründungsmitgliedern noch 12 vor Ort wohnen und sechs unter den Gästen weilten.
Was in den 1950er und 60er Jahren als selbstverständlich galt, ist heute unvorstellbar, beispielsweise die „Muskelhypothek“. „Hier krempelten die Genossenschaftsmitglieder tatsächlich die Ärmel hoch und stellten damit 15 Prozent des geforderten Eigenkapitals der Baukosten unserer Genossenschaft dar“, erklärte Jürgen Morgner und ließ auch die positiven Nebeneffekte nicht unerwähnt: „Gerade diese gemeinsame Arbeit schuf lebenslange Freundschaften und genossenschaftlichen Zusammenhalt.“

So ging es bis 1989/1990 stetig voran, so dass die Genossenschaft insgesamt 1.639 Wohneinheiten für ihre Mitglieder anbieten konnte. Doch dann kam die Wende, und aus der AWG ging die Westsächsische Wohnbaugenossenschaft eG Meerane hervor. „Die Schattenseite zeigte sich schnell, denn die DDR-Staatsschulden lagen nun auf unseren Schultern und mussten bedient werden“, erklärte er. Zudem war nun die Zeit der Wohnungsnot vorbei. Jetzt hatte man mit dramatischem Leerstand zu kämpfen. „Für uns bedeutete dies, 246 Wohnungen zu verkaufen, vorhandene Wohnungen zu sanieren und auch einen Teil abzureißen (216 Wohneinheiten) und mit dem Rückbau zu beginnen“, blickte Jürgen Morgner zurück. Dass es ein Kraftakt war, ließ er nicht unerwähnt, freute sich aber, dass die Genossenschaft zügig handelte und für andere als Beispiel galt, wie man es richtig macht. Deshalb werde jetzt der Fokus auf die demografische Entwicklung gerichtet und das Wohnen den neuen Ansprüchen der Mieter angepasst. „Altersgerechte Assistenzsysteme für unabhängiges Leben und Smart-Home sind Begriffe, die wir nicht nur in den Mund nehmen, sondern auch in die Tat umsetzen wollen“, so sein Fazit zum Ende seiner Ansprache.

Bürgermeister Professor Dr. Lothar Ungerer wünschte in seinem Grußwort der WSWBG alles Gute, überreichte dem Vorstand ein Geschenk und nutzte die Gelegenheit, auf die aktuellen Einwohnerzahlen und die weitere Entwicklung einzugehen. Er umriss insgesamt fünf Faktoren, warum die Genossenschaft einen Gewinn für die Stadt Meerane darstellt. Erstens der Wohnfaktor, zweitens der Mehrwert für das Gemeinwohl, drittens Ideen einzubringen und durchzusetzen, viertens richtige Entscheidungen zu treffen und fünftens sich dem Wandel anzupassen und ihn offensiv zu gestalten, getreu dem Zitat von Marie Curie: „Ich beschäftige mich nicht mit dem, was getan worden ist. Mich interessiert, was getan werden muss.“
Auch Dr. Axel Viehweger, Vorstand des Verbandes Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e.V., ergriff kurz das Wort: „Es wird nur gemeinsam gehen, weitere Ziele zu erreichen, deshalb wünsche ich Ihnen allen weiterhin viel Entscheidungsfreiheit und Gelingen dabei“.



Foto links: Bürgermeister Professor Dr. Lothar Ungerer, Jürgen Morgner, Vorstand der Westsächsischen Wohnbaugenossenschaft eG, und Dr. Axel Viehweger vom Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e.V. zur Feierstunde in der Stadthalle Meerane (v.l.n.r.).

Festveranstaltung zum 60-jährigen Jubiläum der Westsächsischen Wohnbaugenossenschaft eG in der Meeraner Stadthalle.

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