Aktuelles (11.04.2016)

 

Sachsen – Alle drei Ankunftszentren im Freistaat sind in Betrieb

Information des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge vom 07.04.2016

Das Ankunftszentrum an der Nossener Brücke in Dresden ist seit Februar diesen Jahres in Betrieb, bis zu 128 Mitarbeiter sollen hier demnächst arbeiten. In Leipzig hat das Ankunftszentrum in der Brahestraße zum 1. März seinen Betrieb aufgenommen, angestrebt sind 120 Beschäftigte. Der Betrieb im Ankunftszentrum in Chemnitz läuft seit Mitte März im Adalbert-Stifter-Weg, geplant sind 105 Mitarbeiter. Bei voller Personalstärke können in allen drei Ankunftszentren in Sachsen durchschnittlich 200 Asylanträge pro Tag bearbeitet werden.

Das integrierte Flüchtlingsmanagement optimiert Gesamtprozesse von der Einreise bis zur Asylantragsstellung. Das gesamte Asylverfahren wird unter einem Dach gebündelt. Die Asylsuchenden kommen aus den Erstaufnahmeeinrichtungen aus den Landkreisen. Vor Ort können die Verfahren von Menschen mit guter Bleibeperspektive sowie von Antragstellern aus sicheren Herkunftsländern mit eher geringen Bleibeaussichten nun wesentlich schneller behandelt werden. „Wir sind froh, dass wir diese Prozesse in Sachsen flächendeckend implementieren konnten. Eine zeitnahe Entscheidung, insbesondere in eindeutigen Asylverfahren, ist für alle Beteiligten, gerade für die Asylsuchenden, enorm wichtig. Die Menschen müssen frühestmöglich wissen, ob sie bleiben können oder nicht“, so die Leiterin der Außenstelle in Chemnitz, Birgit Bublinski-Westhof.

Bei Ankunft im Ankunftszentrum geben die Mitarbeiter die Daten des Asylsuchenden sofort in ein deutschlandweites zentrales Kerndatensystem ein. Damit können alle am Asylverfahren beteiligten Stellen auf dieselben Daten zugreifen. „Der Erfolg des Systems liegt in der engen und konstruktiven Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden, dem Land und der Zentralen Ausländerbehörde. Durch engmaschige Absprachen sind wir an allen drei Standorten in der Lage, die Herausforderungen, die das neue Verfahren mit sich bringt, schnell zu meistern“, fügt Bublinski-Westhof hinzu. Außerdem wird der Asylsuchende erkennungsdienstlich behandelt und vorhandene Ausweispapiere auf ihre Echtheit überprüft. Die Asylzuwanderung wird so steuerbarer und transparent.

Die Asylbewerber lassen sich im Wesentlichen in vier Gruppen unterteilen: Kommt ein Asylbewerber aus einem unsicheren Herkunftsland, zum Beispiel aus Syrien, hat er eine gute Bleibeperspektive. In diesem Fall wird er in der Regel gleich am Folgetag das gesamte Asylverfahren durchlaufen. Kommt er aus einem sicheren Herkunftsland, wird sein Asylantrag mit großer Wahrscheinlichkeit abgelehnt. In diesem Fall wird der Asylbewerber in die sogenannte „Wartezone“ des Ankunftszentrums geleitet und dort bis zum Ende des Asylverfahrens bleiben. Nach Ablehnung seines Asylantrags kehrt er in sein Herkunftsland zurück. Ist ein Asylbewerber ein sogenannter „Dublin-Fall“, das heißt, ein anderer EU-Staat ist für das Asylverfahren zuständig, wird er in eine besondere „Wartezone“ geleitet – bis seine Überstellung in das zuständige EU-Land geregelt ist. In allen anderen, oft komplexeren, Fällen wird der Asylsuchende in den folgenden Tagen in die zuständige Aufnahmeeinrichtung weitergeleitet und durchläuft das Asylverfahren in der zuständigen BAMF-Außenstelle.

Mit Hilfe des integrierten Flüchtlingsmanagements, wie es in Sachsen erfolgreich eingeführt worden ist, wird der Ablauf des Asylverfahrens verbessert und beschleunigt. Es bietet damit eine Lösung bei der anhaltenden Herausforderung der aktuellen Flüchtlingssituation.

Quelle: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge

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