Aktuelles (19.04.2015)

 

Die Wiege der Klöppelkunst endlich entdeckt

Sonderausstellung im Heimatmuseum zeigt Klöppelkunst

Am 15. April 2016 war es soweit: Die Sonderausstellung im Heimatmuseum Meerane im Alten Rathaus am Markt wurde eröffnet und gekommen waren viele Freunde und Interessierte der Klöppelkunst. Wer meint, dass dieses Handwerk längst nicht mehr „in“ ist, wurde an diesem Abend eines besseren belehrt. Unter dem Motto „Tradition trifft Moderne“ präsentieren die Mitglieder des Klöppel-Zirkels Meerane und des Kreativen Klöppel-Kreises Meerane Erbstücke aus den 1930er Jahren aus dem Erzgebirge, bis hin zu neuen modernen Kreationen.

Und Bürgermeister Professor Dr. Lothar Ungerer betonte mit einem Augenzwinkern, dass er seit den Vorbereitungen zu dieser Ausstellung nun auch ein Freund des Klöppelns sei, wenngleich er das filigrane Handwerk lieber den Profis überlasse. So informierte er die Besucher – darunter Schriftsteller Wolfgang Eckert und Stadtrat Lothar Schilling – über die geschichtlichen Eckdaten und übergab der Sachgebietsleiterin Sammlungen und Museen, Cornelia Sommerfeld, das Wort. Sie zeigte sich hocherfreut über das Ergebnis und nahm die Gäste auf einen gedanklichen Ausflug nach Venedig mit. „Denn der Weg zum Ursprung des Klöppelns führte uns nach Italien“, berichtet sie. Damals galt die geklöppelte Spitze als Statussymbol der Reichen und Schönen, weil sich nicht jeder diese detailverliebte Handarbeit leisten konnte. Doch letztlich brannte jedem die Frage auf den Nägeln, wie denn die Klöppelkunst den Weg nach Meerane fand.
Dazu konnte die Gründerin des Klöppelzirkels, Annerose Eckert, eine interessante Geschichte erzählen. Zu DDR-Zeiten galt es nämlich einige Hürden zu überwinden. „Erklären Sie mal einer Betriebsleitung das Klöpplen“, eröffnete sie mit heiterer Stimme ihre Rede und fügte eine Anekdote nach der anderen an. So musste sie beispielsweise erst einmal ein zweijähriges Studium absolvieren, um überhaupt eine Klöppelgruppe leiten zu dürfen. Als diese Hürde gemeistert war, galt es einen Patenbetrieb zu finden, welcher sich um die Organisation der Materialien kümmerte. „Das war recht problematisch, denn woher sollten die Klöppel genommen werden, wenn es keine gab“, blickt sie zurück. Glücklicherweise konnten Leihklöppel „aufgetrieben“ werden und einer Gründung des Zirkels im Jahre 1977 stand nichts mehr im Wege. „Seit nunmehr knapp 40 Jahren beschäftigt sich der Zirkel mit der Umsetzung von traditioneller Spitzenkunst und vervollkommnet die Kunstfertigkeit der Handgriffe“, schließt sie ihre Ausführungen ab und das Stadtoberhaupt lässt es sich nach solch einer spannenden Geschichte nicht nehmen, festzustellen, das doch die wahre Wiege der Klöppelkunst nicht in Venedig sondern in Meerane liege. Mit diesen Worten ist dann auch schon die Ausstellung in den Sonderausstellungsräumen im Obergeschoss des Museums eröffnet und die Besucher drängen sich um die Exponate.

Die Ausstellung ist geöffnet: Montag 09:00–12:00 Uhr, Dienstag und Donnerstag 09:00–12:00 Uhr und 14:00–17:00 Uhr, Sonntag 14:00–17:00 Uhr; Pfingstmontag geschlossen.

Professor Dr. Lothar Ungerer eröffnet zusammen mit Sachgebietsleiterin Sammlungen und Museen, Cornelia Sommerfeld, die Sonderausstellung im Heimatmuseum.
Die Begründerin des Klöppel-Zirkels, Annerose Eckert, gab humorvolle Einblicke in die Entstehungszeit. Historische Berichte informieren über die Anfänge der Klöppelkunst in Meerane.

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