Aktuelles (08.10.2015)

 

Kriminalliteratur auf dem Prüfstand

Psychothriller-Autorin steht Rede und Antwort


Wie erklärt man das Wesen von Kriminalliteratur am Besten und dazu noch so, dass es möglichst nicht langweilig wird? Einfache Antwort: Man fragt einen solchen Autoren persönlich. Und genau das haben die Schülerinnen und Schüler der 8. und 9. Klasse der Tännichtschule am 30. September 2015 getan. Sie kamen in Scharen in die Stadtbibliothek und lauschten gespannt den Ausführungen der bekannten Psychothriller-Autorin Claudia Puhlfürst.

Bevor sie auf ihre Arbeit als Autorin näher einging, erzählte sie auf heitere und amüsante Weise wie sie überhaupt zum Schreiben gekommen ist, denn zwischen dem Beruf einer Biologie- und Chemielehrerin liegen schließlich Welten. Damit zeigte sie gleich zu Beginn den Schülern, dass man auch an einer Sache dran bleiben muss, wenn man merkt, dass ein Talent vorhanden ist. „Ich war schon immer vom Schreiben angetan, doch in der Schule bemerkte das niemand und wenn doch, so hat man meine Ambitionen dazu, sofort im Keime erstickt“, blickt sie zurück und schiebt auf ebenso locker-flockige Art nach: „Der Einstieg in das Autorenleben ist aber auch sehr mühsam. Ich habe Verlag um Verlag abgeklappert und keiner hat meinen Krimi gelesen. Ein bisschen Zweifel hatte ich da schon, doch irgendwie wusste ich auch, dass er nicht schlecht war.“

Sie blieb also am Ball, fand einen klitzekleinen Verlag in Nordrhein-Westfalen, welcher ihren ersten Roman „Kind vermisst“ las und für gut befand. „So fing es also bei mir an, doch wenn ihr jetzt denkt, dass von diesem Zeitpunkt an die Millionen auf mein Konto flossen, liegt ihr falsch“, erklärt sie mit einem kecken Schmunzeln, „denn die Bücher müssen ja erst mal verkauft werden und mich kannte ja noch kein Mensch.“

Mittlerweile ist das anders, ihre Bücher haben einen festen Bestandteil in den Grusel-Regalen der Bibliotheken und Buchhändler und inzwischen hat sie ihre Schreiberei zum Hauptberuf gemacht. Bisher gehörte die so genannte Erwachsenenliteratur auf dem Gebiet der Kriminalliteratur zu ihrem Metier, doch seit kurzem hat sie ein Buch für junge Leser herausgebracht. Es heißt „Lügenschwester“. Und anhand dieses Buches steigt die ehemalige Lehrerin mit ihrer Lesung auch direkt ins spannende Geschehen ein und erklärt den Acht- und Neuntklässlern sehr anschaulich, was Kriminalliteratur bedeutet, wie man schreibt und wie man über viele Seiten eine spannende Handlung entwickelt.
Dabei lässt sie nicht unerwähnt, dass ihre enge Zusammenarbeit mit zwei Rechtsmedizinern, sehr geholfen hat, ihre Thriller so anschaulich wie möglich zu schreiben und erklärt dies anhand ihres Buches mit dem Titel „ Er hätte weiter gemordet – Aufsehenerregende Fälle aus der Rechtsmedizin “, welches auf wahren Begebenheiten beruht.

Kriminalliteratur wird als dokumentarische oder erzählerische Literatur bezeichnet, die sich mit der Welt des Verbrechens beschäftigt. Und genau diese Definition bekräftigte Autorin Claudia Puhlfürst durch ihre anschaulichen und praxisnahen Erläuterungen sowie durch ihre Lesung, welche zeigte, dass sie die Definition dessen meisterhaft beherrscht.

Damit war also eine umfassende Antwort auf die Eingangs gestellte Frage, was das Wesen von Kriminalliteraur ist, gegeben.

Zum Schluss bedankte sich Bibliothekschefin Angelika Albrecht bei allen Anwesenden und ganz herzlich dem Friedrich-Bödecker-Kreis e.V. welcher diese Veranstaltung möglich machte.

Unterrichtsstunde mal anders: Literaturunterricht vor Ort.

Thrillerautorin Claudia Puhlfürst gibt Einblicke in ihre Autorentätigkeit.

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