Aktuelles (18.09.2015)

 

Es hängt (fast) nichts an den Wänden!

Doppelausstellung MIMIKRY in der Galerie ART IN eröffnet

Die überpünktlichen Besucher drehten schon mal eine Runde durch die Ausstellungsräume und stellten fest, dass da ja (fast) nichts an den Wänden hängt. Und das zu einer Ausstellung. Unglaublich, aber wahr – dieses Phänomen wurde am Mittwochabend zur Vernissage in der Galerie ART IN gesichtet, und es passt. Kein Wunder, haben doch die beiden Künstler Silvio Ukat und Lars Nagler eine gemeinsame Ausstellung auf den Weg gebracht. Galerieleiterin Marjana Knoll begrüßte im Namen des Meeraner Kunstvereins e.V. erfreut die zahlreich anwesenden Gäste und übergab das Wort an Susann Popp.
Die junge Laudatorin (Foto rechts) stellte keck fest, „der eine Künstler hackt Holz und verwandelt es, und der andere hackt in die Tastatur und verändert Bits und Bytes“. Gegensätzlicher kann es also kaum sein, und doch bildet die Werksausstellung eine homogene Einheit.
Getreu dem Ausstellungsmotto „MIMIKRY“ wurde die Galerie im Kunsthaus perfekt in Farbe, Muster und Gestaltung „eingeräumt“. Denn das Wörtchen MIMIKRY umschreibt Nachahmung und Ähnlichkeiten, und obwohl beide Künstler einem völlig unterschiedlichem Genre nachgehen – ergänzen sie sich.
Während eine minimalistische Sitzgruppe für drei Personen vor dem Flachbildschirm – mit ebenso nur drei angeschlossenen Kopfhörern – arrangiert wurde, geht es auf der anderen Seite wesentlich opulenter zu – mannshohe Holzskulpturen zieren den Raum und zeigen, dass der Bildhauer sein Handwerk versteht.
Wer sich also von den digitalen Welten – namens KRYPT II – oder den geheimnisvollen Skulpturen verzaubern lassen will, hat jetzt bis zum 15. November 2015 die Möglichkeit dazu.

Die Galerie ART IN Meerane im Kunsthaus, Markt 1, hat geöffnet:
Dienstag, Mittwoch, Donnerstag 14:00–18:00 Uhr, Sonntag 14:00–17:00 Uhr.

Die Künstler: Lars Nagler Silvio Ukat
Viele Gäste wurden zur Vernissage der Doppelausstellung "Mimikry" begrüßt. Das musikalische Rahmenprogramm übernahm Astrid Oswald am Cembalo.


Mimikry ist ein Begriff aus dem Englischen und bedeutet Nachahmung, ebenso entlehnt aus dem altgriechischen Mimos, was soviel wie Nachahmer, Imitator, Schauspieler bedeutet.
Oftmals findet der Begriff Verwendung in der Biologie, so zum Beispiel bezüglich Insekten und Blumen, welche eine andere Art bzw. Gattung vorgaukeln, um nicht in Gefahr zu geraten oder gefressen zu werden. Eine andere Spielart zeigt Lebewesen, welche Harmlosigkeit imitieren, um so besser zu erbeuten. Auch in der Psychologie kommt der Begriff vor und beschreibt das unbewusste und automatische Nachahmen anderer Menschen.
Die Künstler Silvio Ukat und Lars Nagler nähern sich dieser Thematik auf ihre jeweils eigene künstlerische Art und Weise.
Silvio Ukat dürfte in der hiesigen Region kein unbeschriebenes Blatt sein. Er ist bekannt im regionalen und überregionalen Bereich für holzbildhauerische Arbeiten, Workshops mit verschiedenen Bildungseinrichtungen und das soziale Engagement für Menschen mit Einschränkungen. Schon während des Studiums an der Westsächsischen Hochschule Zwickau / Schneeberg setzte er sich mit ambivalenten Ausdrucksformen in seiner Kunst auseinander. Diese Widersprüche in einer Figur bzw. einer Figurengruppe zu vereinen stellt für ihn den Reiz dar. Beispielsweise die in der Ausstellung befindliche Skulptur mit dem Titel „Försterin“ ist sowohl Jägerin als auch Gejagte.

Lars Nagler beschäftigt sich seit seinem Studium an der Bauhaus-Universität Weimar mit experimentellen und abstrakten 3D-Visualisierungen, in statischer und bewegter Form. Entstanden sind so zahlreiche, teils nominierte und prämierte Kurz-, Experimental- und Musikfilme.
Für die Meeraner Ausstellung und das Oberthema Mimikry knüpft er mit der gezeigten Arbeit „KRYPT II“ thematisch und inhaltlich an seine Diplomarbeit „KRYPT“ an und beobachtet zusammen mit dem Betrachter die Prozesse sich verändernder Materialien, Stoffe, Emotionen und Beeinflusser. Auf freiexperimentelle, spielerische, nicht fundierte Weise werden die ihm wichtigen Thematiken Stochastik, Potenzen, Lem´s Solaris und Genius Loci dem Versuch ausgesetzt, in die Nähe des Hauptthemas Mimikry zu rücken bzw. deren Teilaspekte als Formen des Mimikry zu erahnen.
Es werden 3D-Visualisierungen als hochwertige Drucke und ein korrespondierender, laborhafter 3D-Film gezeigt.

(Quelle: Pressemitteilung Meeraner Kunstverein e.V.)

 

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