Ausstellung

 

Zipora Rafaelov: „Ich habe eine tolle Fantasie!“

Ausstellung „Leviathan“ eröffnet – Kurzweiliges, amüsantes und lehrreiches Künstlergespräch in der Galerie ART IN

Nicht immer versteht man einen Laudator und seinen Künstler: Doch der Galerie ART IN ist es zum wiederholten Male gelungen, zur Vernissage die kunstinteressierten Besucher nicht nur zu informieren, sondern auch mit einer gut dosierten Portion Humor den Künstler in einem Künstlergespräch vorzustellen.
So geschehen am 15. Juli 2015 zur Eröffnung der Ausstellung „Leviathan“ mit der israelischen Künstlerin Zipora Rafaelov. Sie gab selbst Einblicke in ihr künstlerisches Schaffen, und Laudator Ansgar Skiba – welcher übrigens im kommenden Jahr ebenfalls in Meerane ausstellen wird – entlockte ihr so manche Anekdote aus ihrem Leben und sprach mit ihr darüber, welche Zufälle sie zur Kunst und zu einem Abendstudium am israelischen Institut für schöne Künste geführt haben. (Foto rechts: Zipora Rafaelov, Ansgar Skiba)

Zipora Rafaelov berichtete, wie sie schlussendlich „mit sich selbst Tacheles geredet hat“ und ihre Koffer packte, um an der Kunstakademie in Düsseldorf ein Kunststudium aufzunehmen. Da war sie gerade 22 Jahre alt. Dabei stellte sie fest, dass die Kunstszene in Deutschland etwas Besonderes ist: „Erst hier habe ich gemerkt, was es bedeutet, Kunst zu machen und zu lernen.“
Ansgar Skiba bestätigte, dass die Kunstakademie Düsseldorf über die Jahre bekannte Künstler hervorgebracht hatte – darunter Paul Klee oder Andreas Gursky und schob den Grund gleich nach: „Es ist nicht so verschult und eng!“
Auch Zipora Rafaelov machte damit ihre eigenen – anfangs ungewöhnlichen Erfahrungen. Sie erzählte: „Ich war es gewohnt, Aufgaben zu lösen, doch hier lernte man, sich in der Kunst frei zu entfalten. Das war mir völlig neu.“ Deshalb wechselte sie zu Beginn auch erst einmal in die Kunstrichtung Bildhauer. „Hier konnte ich Aufgaben lösen und mich an das freie Arbeiten langsam gewöhnen.“ Deshalb sieht sie sich auch mehr als Bildhauerin, wenngleich ihre Werke oberflächlich betrachtet eher Scherenschnitten – Cutouts – ähneln.

Was machen aber nun ihre Cutouts so besonders und warum gerade monochrom, wo doch ihre Wurzeln im farbenfrohen Orient liegen? Zum einen wollte sie keine Ablenkung in ihren großformatigen Cutouts. Doch sie selbst sieht in der Farbe Weiß gar keine Einfarbigkeit: „Weiß ist nicht gleich Weiß. Es kommt immer auf die Umgebung, die Lichtverhältnisse und natürlich die Gestaltung des Kunstwerkes an. So kann weiß auch plötzlich rosa wirken oder grün.“ Die Besucher der Galerie konnten sich davon bereits zur Vernissage überzeugen, und der Laudator empfahl, die Ausstellung deshalb auch einmal zu einer anderen Tageszeit zu besuchen, um genau dieses Phänomen auf sich wirken zu lassen.
Zum Ende des Gespräches erklärte Zipora Rafaelov intensiv und ausdrucksstark eines ihrer Werke, ihre Liebe zum noch so kleinsten Detail und ihre akribische Arbeit mit dem Skalpell. Mit einem Augenzwinkern berichtete sie, dass sie in Deutschland viel über Disziplin lernte, und dass sie mittlerweile ihr Temperament im Griff hat und deshalb auch die Geduld aufbringen kann, die allein für die Arbeit an einem einzigen Cutout notwendig ist – manchmal über Wochen und Monate.
Das spiegelt sich dann auch in ihren Arbeiten – fernab vom Mainstream – wieder. Ein Besuch der hier in Meerane erstmals der Öffentlichkeit vorgestellten Werke lohnt sich!

Die Ausstellung „Leviathan“ ist bis zum 6. September 2015 in der Galerie ART IN Meerane im Kunsthaus, Markt 1, zu sehen.

Öffnungszeiten
Dienstag, Mittwoch, Donnerstag 14:00–18:00 Uhr, Sonntag 14:00–17:00 Uhr.

Bitte beachten: Geänderte Öffnungszeiten im August 2015
Dienstag, Mittwoch, Donnerstag 14:00–17:00 Uhr, Sonntag 14:00–17:00 Uhr.

Vernissage zur Ausstellung „Leviathan“ mit der israelischen Künstlerin Zipora Rafaelov am 15. Juli in der Galerie ART IN. Die Vorsitzende des Meeraner Kunstvereins Dr. Birgit Salzbrenner begrüßte die zahlreichen Gäste.
Die musikalische Umrahmung der Vernissage übernahm David Ludwig am Saxophon.

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