Aktuelles (28.05.2015)

 

Bürgermeister von Lanusei und junge Sarden zu Gast in Meerane

Ideen für Städtepartnerschaft werden ausgelotet

Bürgermeister Professor Dr. Lothar Ungerer (im Bild rechts) begrüßte in dieser Woche den Bürgermeister von Lanusei in der Provinz Ogliastra auf Sardinien in Meerane. Dr. Davide Ferreli war bereits vor knapp zwei Jahren schon einmal zu Gast in Meerane und hatte sich im Gespräch mit Professor Dr. Ungerer und während eines Stadtrundganges über die Stadt informiert. Die Idee für eine mögliche Städtepartnerschaft wurde damals geboren, nun sollen die Möglichkeiten dafür ausgelotet werden.

Die ersten Schritte dafür haben auch drei junge Sarden aus Lanusei gemacht, die im Mai zu Gast in Meerane waren. Cinzia Blumenthal, Silvia Maria Castiu und Michele Mameli haben in den vergangenen Wochen ihre Deutschkenntnisse verbessert und gleichzeitig die Stadt Meerane und ihre Menschen, Wirtschaft und Kultur kennengelernt. Gemeinsam mit Alberto Gaviano, einem sardischen Handelsreisenden, der bereits seit vielen Jahren in Deutschland arbeitet und die ersten Kontakte zwischen Lanusei und Meerane vermittelte, waren sie bei verschiedenen Veranstaltungen wie z.B. dem Stadtrundgang zum „Tag der Städtebauförderung“ dabei. Neben dem täglichen Deutschunterricht mit Dozent Boris Weis im Neuen Rathaus standen auch verschiedene Ausflüge und Besichtigungen, z.B. in der Meeraner Weinbrennerei, auf dem Programm.

Beim Empfang für Dr. Davide Ferreli und die Gäste aus Sardinien am 26. Mai 2015 im Neuen Rathaus waren auch Meeraner Stadträte und die Vorsitzenden Meeraner Vereine dabei, denn ein großes Ziel ist es, eine künftige Städtepartnerschaft über die Menschen beider Städte, ihre Vereine und Verbände zu vertiefen. Jens Merten (Meeraner Sportverein), Jörg Müller (Meeraner Carnevalsverein) und Ernst Häusler (Meeraner Bürgerverein) stellten ihre Vereine und die Arbeit der Mitglieder vor, die Übersetzung übernahm jeweils Alberto Gaviano. Seitens des Stadtrates waren die Fraktionsvorsitzenden Wolf-Dieter Stöckl, Jörg Sommer und Karl-Heinz Liebezeit anwesend.
Begrüßt wurde auch das Ehepaar Rittmeyer, welches mit Alberto Gaviano seit längerem bekannt ist und über diesen auch bereits Kontakte nach Lanusei geknüpft hat. Auch sie haben den Besuch der jungen Sarden in Meerane begleitet, und wie Alberto Gaviano schmunzelnd berichtete, sich z.B. auch um eine Angel-Erlaubnis für Michele für den Glauchauer Stausee gekümmert. Dieser Angel-Ausflug war übrigens sehr erfolgreich, sechs Fische hat er aus dem Stausee gezogen.
„Bevor sich die Institutionen verbinden, lernen sich die Menschen kennen“, sagte Dr. Ferreli, und Bürgermeister Professor Dr. Ungerer bekräftigte: „Aus Sicht der Stadt Meerane sehen wir die Möglichkeit einer Städtepartnerschaft sehr positiv. Es gibt eine Fülle von Punkten für eine Zusammenarbeit.“

Dr. Ferreli stellte die Stadt Lanusei und ihre Region auf Sardinien im Rahmen einer Präsentation vor und berichtete über die lange Geschichte der Stadt, ihre Kultur, Wirtschaft und das gesellschaftliche Leben, traditionelle Feste und kulinarische Spezialitäten. Zum Gemeindeverbund gehören ca. 18.000 Einwohner, die Besiedlung begann bereits in der Steinzeit, worauf archäologische Ausgrabungen hindeuten. In dem ehemaligen Bischofssitz gibt es zudem verschiedene Kirchen und kirchliche Bildungseinrichtungen.
Besonders am Herzen liegt Dr. Ferreli ein wissenschaftlich medizinisches Forschungsprojekt zu Faktoren der Langlebigkeit, an dem sich viele Freiwillige beteiligen. Die Region um Lanusei ist eines der wenigen Gebiete weltweit, in dem die Menschen sehr alt werden!
Von Meerane zeigte er sich, ebenso wie die jungen Sarden, begeistert: „Meerane ist eine sehr dynamische Stadt mit einem großen Wirtschaftsfaktor. Wir haben hier eine große Professionalität erlebt, nicht zuletzt bei der Organisation des Aufenthaltes unserer jungen Sarden in Meerane, denen viel Aufmerksamkeit geschenkt wurde“, sagte er. Ein Schwerpunkt der künftigen Verbindung soll neben der wirtschaftlichen Zusammenarbeit - ein Stichwort sind hier z.B. die zahlreichen Direktvermarkter in der Region Lanusei - die touristische Entwicklung sein, auch im Hinblick auf die Fortführung der archäologischen Ausgrabungen in Lanusei. Auch das Thema Nachhaltigkeit soll eine Rolle spielen.
„Wir möchten Lanusei für einen kulturellen Austausch öffnen“, so Dr. Ferreli. Wie er berichtete, hat Lanusei durch eine erfolgte Umstrukturierung viele Erfahrungen gemacht, über die man sich austauschen kann.
Bürgermeister Professor Dr. Ungerer informierte abschließend, wie die nächsten Schritte aussehen werden: „Wir werden prüfen, welche Programme der Europäischen Union für Partnerschaften wir nutzen könnten. Dann müssen die städtischen Gremien die entsprechenden Beschlüsse fassen. Und sicher wird eine Delegation aus Meerane nach Lanusei reisen“, blickte er voraus.

Der Meeraner Bürgermeister Professor Dr. Lothar Ungerer (4.v.l.) und Dr. Davide Ferreli (3.v.l.), Bürgermeister der Stadt Lanusei, wollen gemeinsam Ideen für eine künftige Städtepartnerschaft entwickeln.
Empfang für Bürgermeister Dr. Davide Ferreli und die Gäste aus Sardinien am 26. Mai im Neuen Rathaus.
Am 20. Mai besuchten Alberto Gaviano und die Gäste aus Sardinien gemeinsam mit Nicole Jung vom Fachbereich Tourismus/Marketing die Meeraner Weinbrennerei Friedrich Specht Söhne GmbH. Bei einem Rundgang stellte Betriebsleiter Thomas Schneider das Unternehmen vor.

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