Aktuelles (19.05.2015)

 

Internationaler Museumstag in Meerane: Geschichte und altes Handwerk bieten "Zeitsprünge"

„Zeitsprünge erleben – eine kleine Auszeit vom Alltag“ - unter diesem Motto stand der diesjährige Internationale Museumstag in der Tourismusregion „Zeitsprungland“. Auch in Meerane gab es an diesem Tag viele Gelegenheiten, solche "Zeitsprünge zu erleben": in der Ausstellung zur Meeraner Stadtgeschichte und in der historischen Schuhmacherwerkstatt im Alten Rathaus, im Schau-Depot Technik und in der Ausstellung zur DDR-Geschichte im Neobarocken Postgebäude, in der Werner-Bochmann-Ausstellung im Kunsthaus. Die Ausstellungen, Sammlungen und Vorführungen und insbesondere die Schauvorführungen alter Handwerkskunst stießen auf großes Interesse.
Als Publikumsmagnet erwies sich wieder einmal das Neobarocke Postgebäude, wo knapp 250 Besucher gezählt wurden. "Doch auch mit den Besucherzahlen in den anderen Einrichtungen sind wie sehr zufrieden. Ins Heimatmuseum kamen knapp 130 Gäste, über 80 in die Werner-Bochmann-Ausstellung", informierte Angelika Albrecht, die Fachbereichsleiterin Kultur der Stadtverwaltung Meerane.
Über dieses positive Resümee des Museumstages in Meerane freute sich auch Bürgermeister Professor Dr. Lothar Ungerer: "Das zeigt das große Interesse der Meeraner für die Geschichte, insbesondere für die Industriegeschichte unserer Stadt", sagte er.

Mit der DDR-Geschichte der Stadt Meerane beschäftigt sich die neue Dauerausstellung „Es muss demokratisch aussehen, aber wir müssen alles in der Hand haben.“ – Einblicke in die Zeit 1968–1976. Diese Ausstellung, erarbeitet von Johannes Groschwitz, wurde im vergangenen Jahr erstmals im Alten Rathaus gezeigt und ist nun als Daueraustellung ins Postgebäude gezogen. Zu einer Einführung in die Ausstellung konnten Bürgermeister Professor Dr. Ungerer und Johannes Groschwitz am Nachmittag zahlreiche interessierte Besucher in der Ausstellung begrüßen.
"Wir haben uns zum Ziel gesetzt, zu zeigen, wie sich Meerane in der Zeit der DDR entwickelt hat", sagte der Bürgermeister in seinen einleitenden Worten. Johannes Groschwitz informierte zur Entstehung der Ausstellung, für die bisher ca. 750 Seiten Archivgut über die SED-Ortsleitung aus dem sächsischen Staatsarchiv Chemnitz aufgearbeitet werden konnten. "Die Ausstellung möchte dem Betrachter die Möglichkeit bieten, sich selbst ein Bild zu machen, welchen Stellenwert die politisch-ideologische Arbeit der SED-Ortsleitung für diese Stadt hatte. Die Aufarbeitung der DDR-Geschichte ist in der Öffentlichkeit im Wesentlichen der Stasi-Aufarbeitung vorbehalten gewesen. Wir müssen uns allerdings genauso mit dem Handeln der SED auseinander setzen, wie das mit der Stasi geschehen ist", sagte er unter anderem und fügte am Ende seiner Ausführungen hinzu: "Mir ist bei dieser Arbeit eines immer bewusster geworden. Vielleicht sollten wir lernen, zwei Seiten zu unterscheiden. Erstens: Was hat jeder in der DDR persönlich gelebt? und zweitens: Wie hat die SED, auch hier vor Ort, mit ihrem Alleinvertretungsanspruch, ihrer marxistisch-leninistischen Ideologie und dem vermeintlich absolutem Recht auf Wahrheit in den Alltag der Menschen eingegriffen?"
Die Ausstellung informiert zu den Themen DDR-Verfassung, Achtung Klassenfeind, 800-Jahrfeier der Stadt Meerane, Handel und Versorgung sowie Schule, Jugendweihe, Wehrerziehung. Die Dokumentation beinhaltet dabei jeweils nur Ausschnitte aus den der Stadt vorliegenden Unterlagen und erhebt daher keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Dieter Geißler (li.) stellte in der alten Schuhmacherwerkstatt im Alten Rathaus sein Handwerk vor. Er zeigte Bürgermeister Professor Dr. Ungerer auch kleine Schuhmodelle im Maßstab 1:4, die er selbst herstellt.
Im Schau-Depot Technik im Neobarocken Postgebäude konnten zum diesjährigen Museumstag fast 250 Besucher begrüßt werden. Auch hier gab es altes Handwerk zu erleben: Rolf Goldacker führte die Arbeit an den Handwebstühlen vor, informierte über Wissenswertes aus der Geschichte der Meeraner Textilindustrie und berichtete auch über die schwierigen Arbeitsbedingungen der Lohnweber.

Neu im Postgebäude ist die Dauerausstellung zur DDR-Geschichte Meerane „Es muss demokratisch aussehen, aber wir müssen alles in der Hand haben.“ – Einblicke in die Zeit 1968–1976, die im vergangenen Jahr erstmals im Alten Rathaus zu sehen war. Johannes Groschwitz, der diese Ausstellung erarbeitet hat, und Bürgermeister Professor Dr. Lothar Ungerer führten in die Ausstellung ein.

Wiederentdeckt im Archiv der Stadt Meerane: DDR-Werbefilme aus den 60er Jahren, die bei den Besuchern ebenfalls auf großes Interesse stießen.
Christine Schmidt aus München und ihre Meeraner Freundin Heidi Wolf schauten am Museumstag im Kunsthaus vorbei. Die Galerie ART IN zeigt derzeit die Ausstellung "heiter weiter..." mit Arbeiten von Silvio Zesch.
Ausstellung „Werner Bochmann“ mit Erich Knauf und Ralph Arthur Roberts im Kunsthaus.
   

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