Aktuelles (06.05.2015)

 

Registrierungsaktion für 14-jährige Vivienne am 9. Mai in Zwickau

Pressemitteilung der DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei

Berlin/Zwickau. Die 14-jährige Vivienne aus Zwickau ist an Blutkrebs erkrankt. Um ihr und anderen Patienten zu helfen, veranstaltet die DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei am 9. Mai 2015 eine Registrierungsaktion. Jeder kann helfen: Wer gesund und zwischen 18 und 55 Jahre alt ist, darf sich als Spender aufnehmen lassen, und jeder kann Geld spenden, um die Registrierungen finanziell zu ermöglichen. Die Schirmherrschaft übernimmt der Redaktionsleiter von Radio Zwickau und Frontmann von SK5, Gunnar Tichy.

Die Aktion findet statt am:
Samstag, den 9. Mai 2015, von 11:00 bis 16:00 Uhr
Sporthalle Scheffelberg, Scheffelstraße 39 in Zwickau

DKMS-Spendenkonto
IBAN DE72 1007 0848 0151 2318 01, BIC DEUTDEDB110

Vivienne (Foto rechts) ist eigentlich ein ganz normaler Teenager. 14 Jahre jung, sportlich, begeisterungsfähig, beliebt. Doch vor wenigen Wochen der Schock – akute Leukämie! Ein erneuter Schicksalsschlag, nachdem sie im letzten Jahr erst den Knochenkrebs besiegte.
Vivienne kann nur überleben, wenn es – irgendwo auf der Welt – einen Menschen mit nahezu den gleichen Gewebemerkmalen im Blut gibt, der zur Stammzellspende bereit ist. Doch wie findet man einen solchen Spender? Es kommt nur sehr selten vor, dass zwei Menschen nahezu identische Gewebemerkmale haben. Im günstigsten Fall liegt die Wahrscheinlichkeit bei 1:20.000, bei seltenen Gewebemerkmalen findet sich eventuell unter mehreren Millionen kein 'genetischer Zwilling'. Die Suche ist aber auch deshalb so schwer, weil noch immer viel zu wenig Menschen als potenzielle Stammzellspender zur Verfügung stehen. Denn: Wer sich nicht in eine Spenderdatei aufnehmen lässt, kann nicht gefunden werden.

Rund 2.300 Menschen aus Zwickau sind bereits in der DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei registriert und stehen damit weltweit als potenzielle Lebensretter zur Verfügung. Fast genauso viele ließen sich im Juli 2013 bei einer DKMS Aktion für den kleinen Felix in Meerane registrieren. Bis heute spendeten sechs von ihnen Stammzellen für einen zu diesem Zeitpunkt völlig unbekannten Patienten. Mit ihren Erfahrungen möchten drei dieser Spender, Frank Jendrusch, Klaus Leupold und Janko Nagy, die Menschen in der Region dazu ermutigen, sich am 9. Mai in Zwickau ebenfalls als Stammzellspender registrieren zu lassen, um auch Viviennes Chance auf Leben zu erhöhen.

Stammzellspender Frank Jendrusch
Knapp 1 ½ Jahre nach der Registrierung bekam Frank Jendrusch Post von der DKMS. „In dem Brief stand, dass ich als Lebensretter in Frage komme. Außerdem war ein Blutentnahmetest für die Hausärztin dabei. Nach diesem hieß es ca. 8 Wochen warten, ob ich nun zu 100% der genetische Zwilling für die gesuchte Person bin. Mitte Januar bekam ich dann einen Anruf von der DKMS, wo man mir mitteilte, dass ich der Spender bin. Nach der Voruntersuchung ging es Anfang Februar wieder nach Dresden, um die Spende durchzuführen. In der Praxis angekommen, ging es dann auch schon gleich los. Es wurde alles für das Wohlbefinden getan. Nach ca. 2 Stunden Spende war ich dann auch schon wieder fertig.
Ich fühlte mich nach der Spende gut. Es ist ein schönes Gefühl, einem Menschen das Leben zu retten.“ Der 30-jährige Maler und Lackierer spendete für einen 58-jährigen männlichen Patienten aus den USA und ruft seine Mitmenschen in und um Zwickau zur Registrierung auf: „Jeder könnte Spender sein. Lasst euch BITTE Typisieren – es tut nicht weh. Es könnte auch euer Kind sein. GEMEINSAM besiegen wir BLUTKREBS.“

Knochenmarkspender Klaus Leupold
Klaus Leupold ließ sich registrieren, um Felix, aber auch den vielen anderen Betroffenen Hoffnung zu geben. Denn umso mehr Menschen sich registrieren lassen, desto höher ist die Chance einer Übereinstimmung. „Es war sehr erfreuend und bewegend zugleich zu erfahren, dass eine Person, in dem Falle ein zweijähriges Mädchen aus Frankreich, die um ihr Leben kämpft, zu meinen Stammzellen passt und ich mit einer Spende helfen könnte! Es war im ersten Moment auch krass, dass gerade bei mir so ein Fall zutrifft. Mit dem ersten Bescheid kam sämtliches Infomaterial zur Stammzellenspende. Nach einer Blutprobe kam die Bestätigung, dass ich wirklich der passende Spender bin und dass die Entnahme unter Vollnarkose aus dem Beckenknochen durchgeführt wird. Der Termin der Spende wurde vereinbart und alles für die Entnahme geplant. Einen Monat vor der Spende musste ich nochmal Blut abnehmen und mich untersuchen lassen, ob ich auch wirklich gesund bin. Einen Tag vor der Operation bin ich dann nach Dresden ins Krankenhaus und wurde für alles vorbereitet. Dann war die OP, die auch nur eine Stunde dauerte, und am nächsten Tag konnte ich auch schon wieder nach Hause. Schmerzen hatte ich erstaunlich wenig. Als ich wieder aufgewacht bin konnte ich mich ganz gut bewegen, nur durch den Flüssigkeitsverlust sollte ich nicht gleich aufstehen. Nach zwei, drei Stunden konnte ich problemlos wieder aufstehen. Es fühlte sich an wie leichter Muskelkater, aber problemlos aushaltbar. Zwei bis drei Tage später spürte ich überhaupt nichts mehr.
Man kann sich nach zwei Jahren mit beiderseitigem Einverständnis kennenlernen, und klar würde ich das kleine Mädchen gern treffen, schon um zu sehen, dass es ihr wieder gut geht. Ja, ich würde jederzeit wieder spenden.“
Der 26-jährige Meister im Metallbauhandwerk fordert deshalb: „Man kann Leben retten und gerade weil es noch die beste und sicherste Methode ist, Leukämie zu bekämpfen, sollte jeder bereit sein zu spenden. Es ist nur eine kleine Tat, aber es gibt anderen Menschen Hoffnung auf Leben! Lasst euch registrieren!“

Stammzellspender Janko Nagy
„Ich habe mich im Sommer 2013 an der Spendenaktion in Meerane beteiligt, diese Aktion wurde für ein Kind und einen guten Bekannten von mir, die beide an Leukämie erkrankt sind, ins Leben gerufen. Als ich ein paar Monate später einen Anruf bekam und mir mitgeteilt wurde, dass ich als Spender für einen Erkrankten irgendwo auf der Welt in Frage käme, war es am Anfang schon ein komisches Gefühl. Da man ja nicht weiß, für wen man spendet. Das klingt jetzt vielleicht etwas komisch, aber registrieren lassen hat man sich für ein Kind, bzw. wollte ich meinen Kollegen und seine Familie unterstützen. Ganz ehrlich, ich habe erst gezögert, ob ich es mache. Wenn man aber genauer darüber nachdenkt und weiß, dass der- oder diejenige sonst keine Chance hätte und man ja auch froh wäre, wenn in so einer Situation jemand für einen selbst oder seine Familie spenden würde, ist man ziemlich schnell von allen Zweifeln befreit“, so Janko Nagy, der die Stammzellen aus dem Blut spendete.
„Das Ganze lief recht professionell ab, und ich hatte weder davor, währenddessen oder danach irgendwelche Schmerzen. Wie schon erwähnt, man bekommt vorher nicht gesagt, für wen man spendet. Ein paar Monate später aber habe ich einen Anruf bekommen und erfahren, dass meine Spende für eine Frau in Amerika bestimmt war und sie die neuen Stammzellen gut angenommen hat und sich auf dem Weg der Besserung befindet.“
Der 35-jährige Geschäftsführer wünscht Vivienne alles erdenklich Gute: „Ich habe selbst eine 14-jährige Tochter und hoffe daher besonders, dass sich bei der Aktion für Vivienne mindestens genauso viele Menschen wie damals in Meerane registrieren lassen. Ich würde es jederzeit wieder tun.“

Weitere Informationen gibt es auf der Facebookseite unter: „Vivienne will leben“

Auf der Internetseite www.dkms.de gibt es alle wichtigen Informationen zur Registrierung, Stammzellspende und News.  

Foto: privat

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