Aktuelles (14.04.2015)

 

Drogenprävention bereits für Grundschüler wichtig

Dass eine Präventionsarbeit für den Bereich legale Drogen auch bereits für Grundschüler wichtig und sinnvoll ist, darüber sind sich der Drogenberater Dr. Jürgen Hummel von der Mobilen Drogenberatung im FAB e.V. Crimmitschau und der Meeraner Streetworker Enrico Busch einig. Gemeinsam mit Mitarbeitern des Gemeindlichen Vollzugsdienstes der Stadt Meerane, die durch ihre vielfältigen Kontakte mit Kindern und Jugendlichen ebenfalls diese Erfahrungen bestätigen können, wurde jetzt ein erstes Projekt mit den Schülerinnen und Schülern der 3. und 4. Klassen einer Meeraner Grundschule erfolgreich durchgeführt. Am 24. März 2015 waren Dr. Jürgen Hummel, Enrico Busch und Paul Porstmann vom Ordnungsamt der Stadt Meerane zu Gast in der Lindenschule; an diesem Vormittag stand das Projekt Suchtprävention für die Klassen 3a und 3b auf dem Stundenplan. Am 31. März führten Enrico Busch und Enrico Prade vom Ordnungsamt der Stadt das Projekt dann mit den 4. Klassen durch.
Die Projektstunden in der Klasse 3b am 24. März 2015 begleitete auch Bürgermeister Professor Dr. Lothar Ungerer mit großem Interesse, der sich über das Engagement der Schule für dieses Projekt freute. „Das Grundanliegen sind die Gesundheit und die Sicherheit der Kinder, daher freuen wir uns, dass das Projekt in dieser Schule umgesetzt wird und bedanken uns bei der Schulleiterin Annette Pohle und ihrem Team für die aktive Unterstützung“, betonte er.
In einem einführenden Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern stellten sich Streetworker Enrico Busch, Paul Porstmann und Dr. Jürgen Hummel vor und berichteten über ihre Arbeit. Enrico Busch und Paul Porstmann betonten dabei, dass sie für die Kinder Ansprechpartner bei Problemen oder Notsituationen sind: „Sprecht uns an, wenn ihr uns oder andere Kollegen vom Meeraner Ordnungsamt auf der Straße seht“, sagten sie.
Im weiteren Gespräch wurden die Ursachen für das Trinken von Alkohol besprochen und sich über die Erfahrungen der Kinder verständigt. Enrico Busch berichtete über seine Erfahrungen in der Arbeit mit Jugendlichen und über Alkohol als Einstiegsdroge für andere Suchtmittel.
Welche Wirkungen Alkohol hat und wie sich diese äußern, das konnten die Schüler anschließend selbst erleben. Dr. Jürgen Hummel hatte zwei sogenannte Rauschsimulationsbrillen dabei, die einen Blutalkoholgehalt von 0,8 bzw. 1,5 Promille simulieren. Verschwommenes Sehen, in Verbindung mit unsicheren und verzögerten Bewegungen sowie Störungen des Gleichgewichtes waren die Folge. Auf einem kleinen Parcours konnten die Kinder dies ausprobieren.
Dass dies natürlich auch für Heiterkeit bei den Zuschauern sorgte, war klar. In der anschließenden Auswertung machte Enrico Busch daher deutlich: „Wenn ihr in so einem Zustand auf der Straße laufen oder Fahrrad fahren würdet, könnt ihr euch vorstellen, was passiert. Ihr wusstet jetzt, dass ihr euch in einem Raum befindet und euch nichts passieren kann, und auch dass alles wieder in Ordnung ist, wenn ihr die Brille absetzt. Wer aber tatsächlich so viel Alkohol getrunken hat, bei dem hört das natürlich nicht sofort wieder auf. Manchen Menschen geht es richtig schlecht, und es passiert unter Alkoholeinfluss vieles, was nicht gewollt war. Später werdet ihr vielleicht mit Situationen konfrontiert, in denen ihr entscheiden müsst, was das Richtige ist, z.B. wenn andere zu euch sagen ‚Los, trink mit, das ist cool‘. Trinken ist aber überhaupt nicht cool! Wirklich cool ist, etwas richtig gut zu machen, zum Beispiel beim Sport, beim Tanzen oder beim Musik machen“, sagte er. Paul Porstmann ergänzte: „Es ist überhaupt keine Schande, Nein zu sagen, wenn euch z.B. ältere Jugendliche Alkohol anbieten oder ihr später vielleicht in eine Situation kommt, in einem Auto mitzufahren, bei dem einer am Steuer sitzt, der schon Alkohol getrunken hat. Es ist ein Zeichen von Stärke, dann Nein zu sagen. Nein, ich möchte nichts trinken, und nein, ich fahre nicht mit, du hast getrunken.“
Mit einigen Zahlen, wie viele Menschen jährlich alkoholbedingt sterben, verdeutlichte Dr. Jürgen Hummel abschließend die möglichen Gefahren. Auch auf das Thema Notruf wurde in diesem Zusammenhang noch einmal eingegangen. Wie Streetworker Enrico Busch informiert, soll das Projekt mit der Grundschule im kommenden Jahr fortgesetzt werden. Schulleiterin Annette Pohle ergänzt, dass die im Projekt behandelten Themen auch Inhalte des Sachunterrichts in den Klassenstufen 3 und 4 sind. „Im Lernbereich ‚Mein Körper und meine Gesundheit‘ geht es auch um die Gefährdung durch Drogen, Ursachen und Wirkung von Suchtverhalten sowie Möglichkeiten der Vorbeugung. Für die Lehrer ist hier die Unterstützung durch Außenpartner von großer Bedeutung, und die Schüler lernen andere Sichtweisen kennen bzw. auch Ansprechpartner in ihrem Wohnumfeld“, betont sie.

Drogenprävention an der Lindenschule: Dr. Jürgen Hummel, Enrico Busch und Paul Porstmann im Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern.

Dr. Jürgen Hummel erklärte, wie die „Rauschsimulationsbrille“ funktioniert. In einem Parcours konnten die Schüler die Wirkung dann selbst erleben.
Streetworker Enrico Busch zeigte mit der Rauschbrille, wie schwierig alltägliche Bewegungen sein können.

Auch Bürgermeister Professor Dr. Ungerer probierte die „Rauschsimulationsbrille“ einmal aus.


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