Aktuelles (12.03.2015)

 

Bürgerforum "Stadtentwicklung 2020" stieß auf großes Interesse

Wettbewerb: Ideen für Straße ohne Namen gesucht

Die umfangreichen Bau- und Sanierungsmaßnahmen, die in der Stadt Meerane in den kommenden fünf Jahren angedacht sind, standen am 11. März 2015 im Mittelpunkt des 4. Bürgerforums Stadtentwicklung 2020. Bürgermeister Professor Dr. Lothar Ungerer freute sich über das große Interesse der Meeraner Bürgerinnen und Bürger, die zum Bürgerforum ins Neue Rathaus gekommen waren.
Zu den einzelnen Themenschwerpunkten begrüßte er neben den Mitarbeitern des Dezernates Bauwesen und Umwelt, die die Projekte betreuen, weitere Gäste, darunter Dr. Uwe Ferber, Projektgruppe Stadt + Entwicklung Ferber, Graumann und Partner aus Leipzig, Jens Brendel und Thomas Menzel von der STEG Stadtentwicklungsgesellschaft, Geschäftsführer Uwe Nötzold und Patrick Kühni von der Stadtwerke Meerane GmbH sowie Kerstin Stork und Torsten Ehrlich, IGS Ingenieure. Auch die Geschäftsleiterinnen des AZV Götzenthal Sabina Wellnhofer und Christine Wilfling, der Geschäftsführer der Städtischen Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Roland Hecht, und Dr. Jürgen Prée, Vorstand der Westsächsischen Wohnbaugenossenschaft EG Meerane, waren anwesend.

Bürgermeister Professor Dr. Ungerer stellte drei Ziele vorweg: Zukunft gestalten mit einer angemessenen, realistischen und nachhaltigen Stadtentwicklung; Schaffung von Finanzierungsspielräumen; Daseinsvorsorge.
Das Bürgerforum widmete sich vorrangig den Themenschwerpunkten:
– Fortentwicklung der Kreisstraße K 7308 Schwanefelder Straße – Leipziger Straße
– Klimagerechtes Flächenmanagement in Meerane (KLIMERA)
– Industriebrachenrevitalisierung (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung EFRE).
– Vorhaben im Fördergebiet „Stadtteilzentrum Südost – Badener Straße“ (Stadtumbau Ost – Rückbau und Aufwertung).

Fortentwicklung der Kreisstraße K 7308 Schwanefelder Straße – Leipziger Straße
Zur Fortentwicklung der Kreisstraße K 7808 Schwanefelder Straße – Leipziger Straße informierte Bürgermeister Professor Dr. Ungerer über ein Schreiben von Stefan Matthes, Dezernent Bau, Kreisentwicklung und Vermessung des Landkreises Zwickau. Demnach ist die Sanierung der Straße in der mittelfristigen Finanzplanung. Mit den notwendigen Planungen kann aber voraussichtlich nicht vor dem Jahr 2018 begonnen werden, Realisierung der Baumaßnahme nicht vor 2020. Das sei zumindest ein Zeitplan, so der Bürgermeister. Die Stadt Meerane ist bei der Realisierung des Projektes durch Gehwegbau und Straßenbeleuchtung eingebunden.

Klimagerechtes Flächenmanagement in Meerane (KLIMERA)
Zu diesem Thema informierte Dr. Uwe Ferber, Projektgruppe Stadt+Entwicklung, Ferber, Graumann und Partner, Leipzig.
Die Stadt Meerane erstellt ein Konzept zum „Klimagerechten Flächenmanagement“ (KLIMERA) im Rahmen eines Klimaschutz-Teilkonzeptes der Richtlinie zur Förderung von Klimaschutzprojekten in sozialen, kulturellen und öffentlichen Einrichtungen im Rahmen der Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit. Mit dem Konzept soll die Grundlage einer nachhaltigen Flächenhaushaltspolitik gelegt und die Innenentwicklung der Stadt Meerane gestärkt werden.
Im Rahmen der Bearbeitung werden die Innenentwicklungspotenziale im Stadtgebiet Meerane (Baulücken, Brachflächen sowie leer stehende Wohngebäude) sowie die geplanten Neubauflächen erfasst.
Dr. Uwe Ferber stellte die Bestandsaufnahme kurz vor. Nun folgen Analyse und Prognose zum Wohnraum: Welche Typen von Wohnungen sollen erhalten bleiben, wo müsste eine Rückbau erfolgen etc.?
Ziel ist eine lebens- und funktionsfähige Stadt mit einer klimagerechten flächenpolitischen Gesamtstrategie. Weitere Schwerpunkte sind die Entwicklung von Grünzügen – hier wird auch eine Chance bei der Entwicklung von Brachflächen gesehen – und die Gewerbeflächenentwicklung.

Industriebrachenrevitalisierung (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung EFRE).
Im Mittelpunkt standen hier die Industriebrachen ehemals Drews und ehemals Kammgarnspinnerei.
Das ehemalige Drews-Gelände – insgesamt 82.000 Quadratmeter – steht seit 2008 leer. Die Brache besteht aus zwei Teilen, einem Altbau aus dem Jahr 1919 und den Gebäuden der ehemaligen Technischen Textilien aus den 1970er Jahren. In den vergangenen Jahren wurde bereits an einer Lösung gearbeitet, doch es stellte sich als schwierig heraus, einen Investor für beide Teile zu finden, informierte der Bürgermeister.
Nun ist geplant, die Brache zu teilen, da es einen Interessenten für die gewerbliche Nutzung der ehemaligen Drews-Hallen gibt. Den denkmalgeschützten Altbau würde die Stadt Meerane übernehmen, ebenso einen nicht benötigten Gebäudeteil sowie die auf dem Gelände befindliche Kläranlage, die von dem früher hier ansässigen Textilunternehmen genutzt wurde.
Um diese nicht benötigten Gebäudeteile und Anlagen rückbauen zu können, hofft die Stadt Meerane auf Aufnahme in das EFRE-Programm. „Diese Variante würden wir gern realisieren“, betonte Professor Dr. Ungerer.
Auch die ehemalige Kammgarnspinnerei möchte die Stadt Meerane über die Aufnahme in das EFRE-Förderprogramm abbrechen. „Aufgrund der Größe und des Zustandes ist diese Brache eine große Herausforderung“, so der Bürgermeister. Mit Abrisskosten in Millionenhöhe müsste gerechnet werden. Die Kontakte mit dem Eigentümer laufen.
Perspektivisch ergibt sich durch den Abbruch die Möglichkeit, den Grünzug vom Meeraner Meerchenwald in Richtung Stadt zu ziehen, verwies Professor Dr. Ungerer auf eine Entwicklungsmöglichkeit dieser Fläche.

Vorhaben im Fördergebiet „Stadtteilzentrum Südost – Badener Straße“ (Stadtumbau Ost – Rückbau und Aufwertung).
Die Entwicklung des Bahngeländes und Maßnahmen im Böhmerviertel standen im Mittelpunkt dieses Themenschwerpunktes.
Das Bahngelände ist Teil des Fördergebietes „Stadtteilzentrum Südost – Badener Straße“. Nun wurden für die Gestaltung des Geländes von der Skateranlage bis zur Packhofstraße zwei Varianten entwickelt, die Kerstin Stork, IGS Ingenieure, vorstellte. Neben der Brachfläche entlang der Bahnlinie wurden auch die anliegenden Straßen in die Planungen eingebunden.
„Freizeit an der Bahn“, so lautet der Arbeitstitel der beiden Varianten. Angebote für Aktion und Bewegung auf der einen Seite sowie Erholung auf der anderen Seite sollen geschaffen werden – mit Blick auf alle Generationen.
So enthalten die Varianten z.B. einen Minigolfplatz, einen Mehr-Generationen-Parcours für Sport/Freizeit, einen Generationen-Treff, Sitzgelegenheiten, Bolzplatz und Sandspielplatz. Durch entsprechende Heckenbepflanzungen sollen die Bereiche von der Straße bzw. auch voneinander getrennt werden. Auch die Straßen- und Parkflächen sollen neu geordnet werden. So ist insbesondere der Bereich ab der Brücke Äußere Crimmitschauer Straße für Grünflächen mit Parkmöglichkeiten vorgesehen.
Verschiedene Bürger meldeten sich zu diesem Themenschwerpunkt zu Wort. Viele begrüßten eine Neugestaltung des Geländes, auch mit Blick auf die derzeitige Straßen- und Parksituation. Ein Bürger schlug vor, die Fläche lieber als Verkehrsknotenpunkt zu entwickeln.
„Wir sind zuversichtlich, dass die Bürger die Angebote annehmen werden. Der Spielplatz am Bornberg ist ein gutes Beispiel. Dieser wird von vielen Familien mit kleineren Kindern aus der ganzen Stadt gern besucht“, berichtete der Bürgermeister.

Zur Fortschreibung des Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes im gesamten Fördergebiet informierte Thomas Menzel von der STEG. Zielstellungen im gesamten Untersuchungsgebiet sind z.B. die Erhaltung, Sicherung bzw. Sanierung der Gemeinbedarfseinrichtungen (z.B. Schulen, öffentliche Einrichtungen), Entwicklung der Grün- und Freiflächen, auch in Verbindung mit Rückbau, Unterstützung privater Eigentümer bei der Erhaltung der Bausubstanz.
Bürgermeister Professor Dr. Ungerer nannte als Beispiel die Probleme des Abbruchs bei Eckgebäuden im Böhmerviertel. Hier soll untersucht werden, was mit solchen Flächen geschehen kann.
Wie die Dezernentin Bauwesen und Umwelt Birgit Jantsch informierte, ist die Erneuerung der Oststraße im Programm. Baubeginn für den 1. Bauabschnitt soll im Sommer 2015 sein, in den nächsten Jahren folgen die weiteren beiden Bauabschnitte, inklusive Medien und Straßenbeleuchtung.
Die Stadtwerke Meerane werden im Böhmerviertel die Ortsnetzrekonstruktion Strom durchführen. Ergänzend zu den Vorhaben im Fördergebiet stellte Stadtwerke-Geschäftsführer Uwe Nötzold die geplanten Baumaßnahmen vor. Im Jahr 2015 sind die Oststraße und die Hospitalstraße in der Planung. „Wir hoffen, dass wir Ende 2017 im Gebiet Böhmerviertel eine komplett neue Versorgung aufgebaut haben“, sagte er. Professor Dr. Ungerer ergänzte, dass für die Straßenbeleuchtung auch hier die modernen LED-Lampen vorgesehen sind.

Namenssuche: Ideen für Straße ohne Namen gesucht
Im Rahmen der Präsentation der Ideen für die Umgestaltung des Geländes an der Bahn hat Bürgermeister Professor Dr. Ungerer einen Wettbewerb zur Namenssuche für einen neuen Straßennamen ausgerufen. Der Straßenabschnitt zwischen Badener Straße und Packhofstraße entlang der Bahnstrecke - früher standen hier unter anderem die Güterschuppen der Bahn - hat bislang noch keine Bezeichnung. Die Meeraner Bürgerinnen und Bürger sind herzlich aufgerufen, Ideen dafür einzureichen. Die ersten Vorschläge hat der Bürgermeister bereits erhalten.
Vorschläge können gern im Bürgerbüro im Neuen Rathaus, Lörracher Platz 1, abgegeben oder per E-Mail an die Dezernentin Bauen und Umwelt, Birgit Jantsch jantsch@meerane.eu gerichtet werden.

Planungsvorschläge werden veröffentlicht und ausgestellt

Die Planungsvorschläge für die Umgestaltung des Geländes an der Bahn unter dem Arbeitstitel "Freizeit an der Bahn" werden ab Montag, 16. März 2015, auf der Homepage der Stadt Meerane veröffentlicht. Die zum Bürgerforum ausgestellten Informationstafeln sind ebenfalls ab Montag im Foyer des Alten Rathauses am Markt zu besichtigen.

Information zum Meeraner Gespräch zum Thema Asyl am 26. März 2015
Im Rahmen des Bürgerforums informierte der Bürgermeister außerdem zu einem geplanten "Meeraner Gespräch" zum Thema Asyl. Dieses wird am Donnerstag, 26. März 2015, 19:00 Uhr, im Neuen Rathaus, Konferenzraum II, stattfinden. Hier ist Gelegenheit, Meinungen zu diesem Thema auszutauschen, Bürgermeister Professor Dr. Ungerer wird Fragen der Bürgerinnen und Bürger beantworten.
Bürgermeister Professor Dr. Lothar Ungerer freute sich über das große Interesse der Meeraner Bürgerinnen und Bürger zum Bürgerforum.
Bürgerforum Stadtentwicklung am 11. März 2015 im Neuen Rathaus Meerane. Besonderes Interesse fand das Thema Umgestaltung des Geländes an der Bahn.

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