Aktuelles (22.12.2014)

 

Dürfen wir vorstellen: „Das ist Horst!“ – Techniksammlung im Postgebäude wurde um Leihgabe erweitert

Am 15. Dezember 2014 war seine große Stunde gekommen: Der gletscherblaue Trabant 601 Kombi – welcher auf den Namen Horst hört – erhielt einen schmucken Platz neben seinem Artgenossen, einem Trabant 600 Kombi, in der Techniksammlung im neobarocken Postgebäude. Mit dabei waren sein stolzer Besitzer Torsten Bauer, Initiator und Stadtrat Dr. Bernd-Heinz Ebert und Bürgermeister Professor Dr. Lothar Ungerer. Sie freuten sich, dass der nicht nur fahrtüchtige, sondern auch aufs Trefflichste gepflegte und auf Hochglanz polierte Trabant für die kommenden zwei Jahre einen würdigen Platz in der Techniksammlung gefunden hat.
Wie Kfz-Schlosser Torsten Bauer berichtet, hatte er sich schon lange mit dem Gedanken getragen, seinen Trabant der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Als Stadtrat Ebert davon erfuhr, schlug er vor, dass man doch den Trabant als Leihgabe der Techniksammlung zuführen könnte. Bürgermeister Professor Dr. Ungerer zeigte sich erfreut, und der Vertrag zur Leihgabe wurde aufgesetzt und am Tag des Einzuges amtlich gemacht.

Foto rechts: Bürgermeister Professor Dr. Lothar Ungerer, Torsten Bauer und Stadtrat Dr. Bernd-Heinz Ebert (v.l.n.r.), der die Geschichte mit dem Trabant "Horst" ins Rollen brachte.

Doch lassen wir nun Horst einmal selbst zu Wort kommen. Hier ist seine Geschichte:

„Hallo liebe Museumsbesucher,
mein Name ist Horst, und ich bin im Besitz von Torsten Bauer. Dieser stellt mich als Leihgabe für das Museum zur Verfügung. Ich war einer von drei Betriebswagen der Firma Reinhard Bauer und das erste eigene Auto meines Besitzers. Neben mir gab es noch einen 601er Kombi und einen Barkas-Bus, die den selben Schriftzug trugen. Ich war von 1988 bis 1994 im Einsatz und wurde dann in einer trocknen Garage abgestellt und bis heute gehegt und gepflegt. Ab und zu wurde ich zu Trabi-Treffen mitgenommen, wo ich meine Artgenossen wiedersehen konnte.
Jetzt beginnt ein neuer Zeitabschnitt, in dem man mich in der Techniksammlung im Meeraner Postgebäude besichtigen kann. Darauf freue ich mich sehr.
Die Firma Reinhard Bauer war in Zwickau eine Trabant-Vertragswerkstatt, die seit 1957 Trabant reparierte. Von 1951 bis 1982 lief die Firma unter den Namen ‚Wetzel & Bauer‘, der Chef war Torstens Großvater Rudi Bauer. 1982 wurde sein Vater Reinhard Bauer der Chef. Er hat die Firma bis zum Jahr 2000 geführt.
Mein Besitzer war seit 1987 dabei – erst Lehrling, dann Geselle.
Mit der Wende wurde alles anders. Die Trabizeit war erst mal vorbei, und das Interesse an West-Fahrzeugen stieg immer mehr an. Bis zum Jahr 2000 reparierten wir fast alle Kfz-Marken. Danach kam das traurige Ende der Firma durch Umbau des Stadtviertels Schedewitz mit Straßenbahn und Zug der DB. Damit bin ich das letzte Andenken an diese schöne Zeit und der Firma Bauer.
Das ist meine Geschichte.
Liebe Grüße Horst“

In der Techniksammlung in der neobarocken Post kann der gletscherblaue Trabant "Horst" in den nächsten beiden Jahren besichtigt werden.

Wissenswertes zur Techniksammlung im Postgebäude


Hier kommen Technikbegeisterte auf ihre Kosten! Im neobarocken Postgebäude, Poststraße 22–24, entwickelt die Stadt Meerane eine Techniksammlung aus ihrem eigenen Fundus. Zu sehen sind hier insbesondere zahlreiche Exponate aus der Textilindustrie und dem Karosseriebau, den beiden Industriezweigen, die Meerane in der Vergangenheit stark geprägt haben. So findet man hier Spinnräder, historische Handwebstühle, Webspindeln und alte Musterbücher und vieles mehr aus der Tradition der Textilindustrie, aber auch einen Trabant P600 Kombi, Karosserieteile, Dokumente, Zeichnungen und Fotos aus der langjährigen Produktion der Karossen für den Trabant Kombi, die in Meerane hergestellt wurden.
Darüber hinaus präsentiert die Techniksammlung weitere Exponate, z.B. zur Geschichte der Deutschen Post in Meerane oder zum Meeraner Bahnhof. Zwei alte Trafostationen sind ebenso ausgestellt wie ein Stück einer historischen Holzwasserleitung, die bei einer Baumaßnahme geborgen werden konnte, historische Fahrräder und vieles mehr.

Geöffnet ist die Techniksammlung, die ständig erweitert wird, derzeit zu besonderen Anlässen wie zum „Tag des offenen Denkmals“, der jährlich im September stattfindet, oder dem Internationalen Museumstag.

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