Aktuelles (13.10.2014)

 

410. Geburtstag von Wolfgang Conrad von Thumbshirn

Gedenkveranstaltung am 11.10.2014 im Residenzschloss Altenburg

Wolfgang Conrad von Thumbshirn (1604 Ponitz-1667 Altenburg) war ohne Zweifel der bedeutendste Vertreter derer zu Thumbshirn, die von 1568 bis 1711 Besitzer von Ponitz waren.
In einer gemeinsamen Veranstaltung des Altenburger Schlossvereins, der Altenburger Akademie, der AWO-Ortsgruppe Ponitz, der Geschichts- und Altertumsforschenden Gesellschaft des Osterlandes zu Altenburg, dem Verein für Handwerk und Denkmalpflege, dem Rittergut Trebsen, dem Residenzschloss Altenburg und Frau Katrin Lange (Ponitz) wurde am 11.10.2014 im Bachsaal des Altenburger Residenzschlosses zum 410. Geburtstag von Wolfgang Conrad von Thumbshirn gedacht.

In einem fundierten Fachvortrag reflektierte Frau Dr. Maria-Elisabeth Brunert, Universität Bonn, das Wirken Wolfgang Conrad von Thumbshirn als Diplomat und Mitgestalter des Westfälischen Friedens, dessen Mitunterzeichner er war.
Herzog Friedrich Wilhelm II. von Sachsen-Altenburg (1603-1669) berief ihn 1639 zum sächsischen Hof- und Justizrat. Am 02.08.1645 trifft er als Gesandter für das Fürstentum Altenburg in Osnabrück zu den Westfälischen Friedensverhandlungen ein. Im entscheidenden Jahre 1648 gehörte Wolfgang Conrad von Thumbshirn in Osnabrück und Münster zu den reichsständischen Gesandten, die teils direkt mit den schwedischen Bevollmächtigten, teils vermittelnd die kaiserlich-schwedischen Verhandlungen vorantrieben und unterstützten.

Thumbshirn gehörte auf evangelischer Seite zu den führenden Persönlichkeiten und führte lange Zeit das Direktorium im evangelischen Fürstenrat in Osnabrück. Er galt als Mann, der die Verhandlungen beschleunigte, vor allem in der Schlussphase auch den Kompromiss mit den gemäßigt katholischen Ständen suchte.

Seine Unterschrift ziert den kaiserlich-schwedischen wie auch den kaiserlich-französischen Friedensvertrag vom 24. Oktober 1648 in Münster, die formal den Dreißigjährigen Krieg beendeten.

Es ist überliefert, dass Wolfgang Conrad von Thumbshirn nach seiner Rückkehr von Osnabrück und Münster von den Menschen in der Region stolz und begeistert gefeiert wurde. Diese Popularität setzte er in seinem weiteren Wirken für das Gemeinwohl ein. Stolz und Begeisterung wurde durch die Pflanzung einer Linde am 22. Juli 1650 zum Ausdruck gebracht, deren Symbolkraft als Friedenslinde wirkte. Die Friedenslinde wurde an exponierter Stelle gepflanzt. Sie war sichtbares Friedenszeichen an der Fernverkehrs- und Handelsstraße Leipzig Zwickau Hof, direkt im Kreuzungsbereich mit dem untergeordneten Weg Schmölln Ponitz Meerane. (LU)


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