Aktuelles (27.06.2014)

 

Goldenes Priesterjubiläum von Pfarrer Clemens Baumert am 28.06.2014

Gratulationswort von Bürgermeister Professor Dr. Lothar Ungerer

Die Stadt Meerane gratuliert Herrn Pfarrer Clemens Baumert zu seinem 50-jährigen, dem goldenen Priesterjubiläum und dankt ihm für sein Wirken in unserer Stadt. Wir erleben ihn als einen Pfarrer, der mitten im Leben steht, der mitfühlen kann, der ermutigt und Zuversicht ausstrahlt.

Diese hohe Menschlichkeit kennzeichnet seinen Dienst für und in der katholischen Pfarrei Mutterschaft Mariens zu Meerane. Für Pfarrer Baumert zutreffend ist ein Gedanke im Vorwort des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965), wo es heißt:
„Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art, sind auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi. Und es gibt nichts wahrhaft Menschliches, das nicht in ihren Herzen seinen Widerhall fände. Ist doch ihre eigene Gemeinschaft aus Menschen gebildet, die, in Christus geeint, vom Heiligen Geist auf ihrer Pilgerschaft zum Reich des Vaters geleitet werden und eine Heilsbotschaft empfangen haben, die allen auszurichten ist. Darum erfährt diese Gemeinschaft sich mit der Menschheit und ihrer Geschichte wirklich engstens verbunden.“

Pfarrer Baumert verkörpert diese Hoffnung, da sein priesterlicher Dienst darauf ausgerichtet ist, Leben zu ermöglichen und Leben sinnvoll zu verwirklichen.

Pfarrer Baumert verkörpert mit der Katholischen Kirchgemeinde St. Marien Meerane auch eine große Tradition. So verweist die Chronik der Stadt Meerane auf die ältesten Urkunden über die katholische Meeraner Kirche St. Martin, die aus dem 14. Jahrhundert stammen. Es würdigten die Synoden zu Carpentras 1314 und Avignon 1362 die Meeraner Kirche mit Briefen. Carpentras ist eine südfranzösische Kleinstadt, die Papst Clemens V zwischen 1309 und 1314 neben Avignon zu seiner Residenz machte. Avignon selbst war von 1309 bis 1423 Sitz des Papstes.

Am 18. November 1504 erneuerte der Naumburger Bischof Johann III von Schönberg beide Synoden-Briefe. Er war von 1492 bis 1517 Bischof. Das Bistum umfasste die Archidiakonate Naumburg, Zeitz, Altenburg und „trans Muldam“, bestehend aus den (schönburgischen) Unterbezirken Lichtenstein, Glauchau, Hartenstein und Lößnitz.
Der älteste Meeraner Pfarrer, von dem wir heute Kenntnis haben, Johannes, wird 1349 als Dechant bezeichnet. Auch daraus kann man schließen, dass damals in Meerane ein Dekanat des Bistums Naumburg bestand.
Nach dem Tode Herzog Georgs des Bärtigen (1539) führte der erste evangelische Superintendent Dr. Johann Pfeffinger (1493-1573) die reformierte Kirchenordnung im Schönburgischen Land ein; in Glauchau 1542 sowie 1543 in Meerane. Georg der Bärtige (1471-1539) war Herzog Sachsens und ein entschiedener Gegner der Lehren von Martin Luther.

Mit der Reformation kam es zum kirchlichen Umbruch in Meerane. Heute ist die Katholische Kirche Sankt Marien bzw. Pfarrei Mutterschaft Mariens Meerane dem Bistum Dresden-Meißen und dem Dekanat Zwickau zugeordnet. Das alte Bistum Meißen wurde 968 gegründet. Im Zuge der Reformation hörte es 1581 in seinem kursächsischen Kerngebiet mit Meißen auf zu existieren. Die Diözese wurde 1921 wiederrichtet. Nach 1945 hat sich die Zahl der im Bistum Meißen lebenden Katholiken durch die Flüchtlinge aus den ehemaligen deutschen Gebieten im Osten und Süden außerhalb Sachsens mehr als verdoppelt. Infolgedessen wurden zahlreiche Seelsorgestellen und Pfarreien eingerichtet. Dazu zählt auch die katholische Pfarrei in Meerane. Aus der Pfarrei-Chronik sei herausgegriffen, dass 1949 die ehemalige Rotenberg-Turnhalle zur Kirche umgebaut wurde; 1962 wurde das Pfarrhaus ausgebaut, ehe 1964 eine Notkapelle hinter dem Pfarrhaus errichtet wurde, da 1963 die umgebaute Turnhalle baupolizeilich gesperrt wurde. Es kam 1966 zu einem Kirchenneubau. Fertigstellung und Weihe der Kirche St. Marien war vor 45 Jahren im Jahr 1969, in der Pfarrer Clemens Baumert seither seinen Pfarrdienst versieht.


Foto: Pfarrer Clemens Baumert
zum Volkstrauertag 2013
auf dem Meeraner Friedhof.

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