Aktuelles (26.05.2014)

 

118 Jahre Tännichtschule: 1896 Einweihung - 1906 Erweiterung - 1984 Sanierung - 2014 Erneuerung

Die Generalsanierung der Meeraner Mittelschule Tännichtschule ist abgeschlossen! Die 321 Schülerinnen und Schüler haben ihre sanierte Schule bereits am 19. Mai 2014 wieder in Besitz genommen, am 26. Mai 2014 erfolgte die offizielle Einweihung in einer Feierstunde in der Schulaula, zu der Bürgermeister Professor Dr. Lothar Ungerer auch die Sächsische Staatsministerin für Kultus Brunhild Kurth und den Sächsischen Justizminister Dr. Jürgen Martens begrüßte. Zu den Gästen zählten weiterhin die Mitglieder des Landtages Ines Springer und Horst Wehner, Vertreter des Landkreises und der Bildungsagentur, Meeraner Stadträte, Lehrer und der Schülerrat der Tännichtschule, Vertreter der am Bau beteiligten Planungsbüros und Firmen und die Mitarbeiter der Stadtverwaltung, die das Projekt begleitet hatten. Professor Dr. Ungerer freute sich, dass die Schulleiter aller Meeraner Schulen zur Feierstunde anwesend waren und begrüßte auch ehemalige Schulleiter, Lehrer und Schüler der Tännichtschule.
Wie er informierte, ist auch der bekannte Künstler Professor Jürgen Schieferdecker, der heute in Dresden lebt und wirkt, ein ehemaliger Tännichtschüler. Ein kleine Ausstellung mit Arbeiten von Schieferdecker – aus der Schenkung des Künstlers an die Stadt Meerane – ist daher nun im Foyer im 1. Stock der Tännichtschule zu sehen.

Der Begrüßung der Gäste war ein musikalischer Auftakt vorausgegangen. Yinuo Jia, Cello, und An Binh Nguyen, Klavier, beide Schülerinnen am Europäischen Gymnasium Meerane, begrüßten das Publikum mit der Musette von Johann Sebastian Bach für seine Frau Anna Magdalena Bach und begleiteten auch den weiteren Festakt.

Bürgermeister Professor Dr. Ungerer blickte in seiner Ansprache zuerst in die Meeraner Schulgeschichte und die wechselvolle Geschichte der Tännichtschule. Das Schulhaus in der Tännichtstraße 1 wurde 1896 erbaut und musste aufgrund der damaligen Schülerzahlen bereits 1906 erweitert werden. Erst 1919 erhielt die Schule den Namen Tännichtschule mit damals 1.529 Schülern in 32 Klassen und 20 Lehrern. Ab 1904 diente das Haus auch als Städtisches Volksbad, während der beiden Weltkriege als Lazarett und Umsiedlerunterkunft. 1976 wurde die Schule in Willy-Börner-Oberschule umbenannt, 1984 wurde das Schulgebäude saniert, was auch damals mit einem kompletten Auszug verbunden war. 1992/93 erhielt sie den Namen Tännichtschule zurück.
Die Bemühungen um eine Generalsanierung des denkmalgeschützten Gebäudes liefen bereits seit einigen Jahren. 2008 erfolgte nach dem Beschluss des Stadtrates die Antragsstellung, Ende 2012 erhielt die Stadt die Zuwendungsbescheide. Das Projekt, mit rund 5 Mio. Euro das größte städtische Bauvorhaben seit 1990, wurde vom Freistaat Sachsen aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert. Der Eigenanteil der Stadt Meerane beträgt rund 3,4 Mio. Euro, dafür wurde ein Kredit aufgenommen.
Im Januar 2013 begannen die Arbeiten, Ende Februar 2013, zu Beginn des zweiten Schulhalbjahres zog die Schule komplett aus. Für die Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 7 bis 10 hieß es in den nächsten Monaten „Schule im Krankenhaus“, sie hatten ihr Domizil im ehemaligen Krankenhaus in der Hospitalstraße 2–4. Die Klassenstufen 5 und 6 wurden im Schulgebäude der Internationalen Mittelschule Meerane unterrichtet.
„Ich ziehe den Hut vor allen, die hier gearbeitet haben. Es ist eine großartige Leistung, was in diesem Zeitraum auf die Beine gestellt wurde“, sagte Professor Dr. Ungerer. Wie er anmerkte, wäre die Alternative eine fünfjährige Sanierung bei laufendem Schulbetrieb gewesen. Er dankte dem Planungsbüro, allen am Bau beteiligten Unternehmen und dem Amt für Denkmalpflege des Landkreises für die Zusammenarbeit, ebenso wie dem Stadtrat und den Mitarbeitern der Stadtverwaltung sowie der Meeraner Stadttechnik, die den Umzug unterstützte. „Wir haben eine Punktlandung geschafft, dank guter Vorbereitung und Planung gibt es auch keine Mehrkosten“, betonte er.
Ein Dankeschön richtete er weiterhin an die Stadtwerke Meerane, die eine Photovoltaikanlage auf dem Dach installierten, an das Unternehmen HBPO für eine Spende für das geplante „Grüne Klassenzimmer“ und an die Sparkasse Chemnitz, die die Sanierung der Aula unterstützte.
„Die Schule ist ein Haus des Lernens. Schule wird als Lebens- und Lernraum, als Lebens- und Erfahrungsraum und als ein Stück Leben, das es zu gestalten gilt, erlebt. Unsere erneuerte Tännichtschule als Haus des Lernens ist ein Ort, dessen Räume einladen zum Lernen; ein Ort, wo intensiv gearbeitet wird und die Freude am eigenen Lernen wachsen kann; und ein Ort, an dem Lernen ansteckend wirkt“, so Professor Dr. Ungerer.
Dabei ging er auch kurz auf die Frage ein, ob Farben Motivation und Leistungsfreude fördern können. Dem Denkmalschutz entsprechend zeigen die Treppenhäuser, die Eingangsräume und die Aula die historischen Farbtöne, die der Restaurator unter den Farbschichten entdeckte, unter anderem Rot und Taubenblau. Die Klassenzimmer erhielten neue Farbtöne wie Orange, Gelb, Grün. Auch das Thema Licht spielte bei der Sanierung eine große Rolle. So sorgen z.B. neu eingebaute Oberlichter über Klassenzimmertüren für natürliches Licht in den Fluren.
Zum Abschluss dankte Professor Dr. Ungerer nochmals dem Sächsischen Staatsministerium für die Unterstützung.

Nach einem musikalischen Zwischenstück ergriff Kultusministerin Brunhild Kurth das Wort. Sie richtete zu Beginn ihrer Ansprache ein großes Lob an alle Verantwortlichen. „Zu dieser Schule kann ich Ihnen nur gratulieren. Altes wurde bewahrt, Neues hat Einzug gehalten“, sagte sie und fügte mit Blick auf ihren Terminkalender hinzu: „Wenn eine Woche so schön beginnt, gibt dies Kraft und Motivation für alle folgenden Tage. Ich freue mich sehr, bei dieser Einweihung heute dabei zu sein.“ Wie sie berichtete, finden sich auch in den Akten des Kultusministeriums Unterlagen zu Meeraner Schulen, wie z.B. ein Verwaltungsbericht aus dem Jahr 1880, der insgesamt 4719 Schüler in 4 Schulen in Meerane vermerkte. „Mit dem Blick von heute ist das eine große Anzahl Schüler pro Schule. Wir sind heute von der 1000er-Grenze weit entfernt, und das ist gut so“, betonte sie. „So wie sich die Anforderungen an Bildung verändern, verändern sich die Anforderungen an die Lernenden. Unterricht und schulisches Leben müssen den gesellschaftlichen Entwicklungen angepasst werden. Wichtig sind dabei die Menschen, die eine Schule mit Leben erfüllen“, betonte sie.
Nach der Generalsanierung gibt es für das Lehren und das Lernen nun optimale Bedingungen, so die Ministerin und zitierte Benjamin Franklin: „Eine Investition in Wissen bringt immer noch die besten Zinsen.“ Sie richtete einen Dank an das Lehrerkollektiv, an Schüler und Eltern, die die Zeit des Schulumzuges mitgetragen hatten, und allen am Bau Beteiligten und sagte abschließend: „Ich hoffe, dass sich alle Lehrer und Schüler hier wohl fühlen!“

Schulleiterin Helga Szymanowski blickte in ihrer Ansprache vor allem auf die vergangenen Monate zurück, die von Lehrern, Schülern und Eltern viel Geduld, Engagement und Einsichtnahme erfordert hatten. „Nun freuen wir uns, Sie alle in unserer Schule zu begrüßen. Wenn wir zurück blicken, ist es ein kleines Wunder: Wir stehen heute in einer völlig umgestalteten, modernen Schule“, sagte sie. Sie richtete ein Dankeschön an die zeitweiligen „Gastgeber“ der Tännichtschule, die Internationale Mittelschule und das ehemalige Krankenhaus und schloss auch die dortige Arztpraxis mit ein. „Unsere Schüler fanden einen ‚schuleigenen‘ Chirurgen ganz gut“, bemerkte sie scherzend.

Nach der Segnung der Schule durch Pfarrer Dr. Martin Teubner, Pfarrer der ev.-luth. Kirchgemeinde St. Martin Meerane, ergriff Professor Dr. Ungerer nochmals das Wort und dankte allen Verantwortlichen. „Wir haben nicht nur viel getan, wir haben auch viel erreicht“, freute er sich.

Die Tännichtschule ist ein Schmuckstück geworden. Auf der davor liegenden Tännichtstraße laufen derzeit noch Bauarbeiten.
Bürgermeister Professor Dr. Lothar Ungerer.
Ministerin Brunhild Kurth (li.) überreichte Schulleiterin Helga Szymanowski ein neues Schulschild.
Die Ministerin trug sich anlässlich der Einweihung der erneuerten Tännichtschule in das Goldene Buch der Stadt Meerane ein.
Pfarrer Dr. Martin Teubner.
Rundgang durch die Schule: Brunhild Kurth, Professor Dr. Ungerer (v.l.), der in seiner Tätigkeit als Vorsitzender des Landesbildungsrates Sachsen auch mit der Ministerin zusammenarbeitet.
Interessiert schaute sich die Ministerin in der Schule um, besuchte Klassenzimmer und sprach mit Lehrern und Schülern.
Kultusministerin Brunhild Kurth (Mitte) mit den Mitgliedern des Schülerrates der Tännichtschule: Falco Helbig, Vivian Albert (Schülersprecherin), Saskia Janin Graichen und Elly Glotz (v.l.)
Feierstunde am 26. Mai 2014 zur offiziellen Einweihung der Tännichtschule.
Yinuo Jia, Cello, und An Binh Nguyen, Klavier, umrahmten den Festakt musikalisch.
Anlässlich der Einweihung wurde ein Ginkgo-Bäumchen gepflanzt. Zur Schaufel griffen Kerstin Götze vom Fachbereich Bauen der Stadtverwaltung, Ministerin Brunhild Kurth und Schulleiterin Helga Szymanowski (v.l.).


Einige ausgewählte Zahlen zur Generalsanierung der Tännichtschule

– 204 Fenster
– 107 Innentüren
– 16 Oberlichter Innentüren
– 20 Glas-Alu-Türanlagen (Brand- und Rauchschutz)
– Einbau Aufzug, rollstuhlgeeignet
– 2 Außentreppen
– 3.700 m² Fassadengerüst
– 1.500 m² Dachziegeleindeckung
– 250 m Dachrinne / 200 Meter Fallrohre
– 3000 m² Klinkerfassade gereinigt
– 2.850 Stück Klinkersteine ausgetauscht / neu hergestellt
– 1.500 m Fugen neu hergestellt
– 700 m² Zementestrich (UG)
– 2.100 m² Gussasphaltestrich (EG, 1. OG, 2. OG)
– 500 m² Wandfliesen / 125 m² Bodenfliesen
– 8.000 m² Wandfläche – Maler- und Tapezierarbeiten
– 2.500 m² PVC-Beläge
– ca. 1.500 m Heizungsleitungen
– ca. 500 m Trinkwasserleitungen
– 180 Stück Heizkörper
– 20 Stück Feuerlöscher
– 190 Stück Rauchmelder
– 380 Stück Steckdosen
– 100 Stück Datendosen


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