Aktuelles (15.04.2014)

 

Rentenerhöhung zum Juli 2014: Ostdeutschland holt weiter auf

Die über 20 Millionen Rentner in Deutschland bekommen ab dem 1. Juli 2014 mehr Geld. Die gesetzlichen Renten sollen in Westdeutschland um 1,67 Prozent und in den neuen Ländern um 2,53 Prozent ansteigen. Die höhere Rentenanpassung in den neuen Ländern hat zwei Gründe: Zum einen fiel die Lohnentwicklung, auf der die Rentenanpassung basiert, im Osten höher aus. Zum anderen werden im Westen nicht vorgenommene Rentenkürzungen – letztmalig – durch einen Abschlag vom Rentenplus ausgeglichen, während dieser Prozess in den neuen Ländern bereits vor zwei Jahren abgeschlossen wurde. Mit den aktuellen Rentenanpassungen holt der Osten weiter auf. Der aktuelle Rentenwert in den neuen Ländern steigt von 91,5 Prozent auf 92,2 Prozent des Westwerts. Der aktuelle Rentenwert (West) steigt damit zum 1. Juli 2014 von gegenwärtig 28,14 Euro auf 28,61 Euro, der aktuelle Rentenwert (Ost) soll zum 1. Juli 2014 von gegenwärtig 25,74 Euro um 2,53 Prozent auf 26,39 Euro ansteigen.

Grundlage der Rentenanpassung ist die Lohnentwicklung. Die für die Rentenanpassung relevante Lohnsteigerung beträgt 1,38 Prozent in den alten Ländern und 1,78 Prozent in den neuen Ländern. Sie basiert auf der vom Statistischen Bundesamt gemeldeten Lohnentwicklung nach den volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR), wobei der Einfluss der Arbeitsgelegenheiten mit Entschädigungen für Mehraufwendungen („Ein-Euro-Jobs“) außer Acht bleibt. Darüber hinaus wird die Entwicklung der beitragspflichtigen Entgelte der in der Rentenversicherung Versicherten berücksichtigt, die für die Einnahmensituation der Rentenversicherung entscheidend ist.

Neben der Lohnentwicklung ist auch der Nachhaltigkeitsfaktor in der Anpassungsformel relevant, der die Veränderung des Verhältnisses von Rentenbeziehenden zu Beitragszahlenden bei der Rentenanpassung berücksichtigt. Der Nachhaltigkeitsfaktor wirkt in diesem Jahr mit 0,19 Prozentpunkten anpassungsdämpfend. Auch der so genannte Faktor Altersvorsorgeaufwendungen geht in die Rentenanpassung ein. Er spiegelt die Belastungen der Beschäftigten beim Aufbau ihrer Altersvorsorge wider. Dieser Faktor wirkt dieses Jahr mit 0,92 Prozentpunkten anpassungssteigernd, weil der Beitragssatz in der allgemeinen Rentenversicherung zum 1. Januar 2013 von 19,6 Prozent auf 18,9 Prozent gesunken ist. Die sogenannte Riester-Treppe kam letztmals bei der Rentenanpassung 2013 zur Anwendungen und entfaltet daher selbst keine Wirkung auf die Anpassung mehr.

Aus diesen Daten ergibt sich rechnerisch eine Rentenanpassung von 2,13 Prozent in den alten Ländern und von 2,53 Prozent in den neuen Ländern. In diesem Jahr wird der Ausgleichsbedarf – der früher unterbliebene Rentenkürzungen widerspiegelt – vollständig abgebaut. Diese nicht realisierten Wirkungen müssen im Sinne der Generationengerechtigkeit nachgeholt werden. Der Ausgleichsbedarf in den alten Ländern beträgt derzeit noch 0,46 Prozent. Um ihn abzubauen, wird die rein rechnerisch mögliche Rentenanpassung in den alten Ländern reduziert. Die Rentenanpassung West beträgt daher 1,67 Prozent. Der aktuelle Rentenwert steigt zum 1. Juli 2014 von gegenwärtig 28,14 Euro auf 28,61 Euro.

In den neuen Ländern wurde der Ausgleichsbedarf (Ost) bereits mit der Rentenanpassung 2012 vollständig abgebaut. Der aktuelle Rentenwert (Ost) steigt zum 1. Juli 2014 von gegenwärtig 25,74 Euro um 2,53 Prozent auf 26,39 Euro.

Die Rentenerhöhung muss entsprechend noch vom Deutschen Bundestag wie auch vom Bundesrat verabschiedet werden.

Quelle: DStGB Aktuell Nr. 1314-04

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