Aktuelles (17.01.2014)

 

840 Jahre Meerane
18. Januar 1174 – 840. Todestag des Königs


von Bürgermeister Professor Dr. Lothar Ungerer

Anlässlich des 840. Todestages des böhmischen Königs Vladislav II skizziert nachfolgender Aufsatz die historischen Ereignisse um und mit Vladislav II und die Entwicklung Meeranes. Grundlage für den Aufsatz bilden umfassende Archiv- und Literaturrecherchen, einschließlich einer Spurensuche im Kloster Strahov zu Prag.

1. Vorbemerkung

Kenner der böhmischen Geschichte zweifeln nicht daran, dass der von Chronisten (so von Gerlach, erster Abt des Klosters Mühlhausen/Südböhmen, gestorben um 1228 oder von Pulkowa um 1375) genannte Ort „MER in Teutonia, praedium uxoris suae“ (Besitztum seiner Gemahlin) das heutige Meerane in Sachsen ist. Diese erste urkundliche Erwähnung erfährt Meerane für das Jahre 1174, in dem der böhmische König Vladislav II am 18. Januar in Meerane starb. Er regierte als zweiter böhmischer König von 1158 bis 1172. König Vladislav II musste sich nach einer Thronfolgeauseinandersetzung mit Kaiser Friedrich I (Barbarossa) 1173 aus Prag absetzen und fand in Meerane, dem Besitztum seiner Gemahlin Judith (Schwester des Landgrafen Ludwigs des Eisernen von Thüringen) Zuflucht.
König Vladislav II ist Begründer des Klosters Strahov zu Prag, wo er seine letzte Ruhestätte hat. Im Museum des Klosters ist ein Gemälde aus dem 17. Jahrhundert zu sehen, das den König zeigt. Eine Erinnerungstafel gibt den Hinweis, dass er in Meerane, dem Besitztum seiner Frau Judith, starb.


2. Lebensdaten Vladislav II, Herzog (11401158) und König (11581172) von Böhmen

Seit dem Mittelalter ist Böhmen ein Reichslehen und damit unmittelbar Teil des Heiligen Römischen Reiches (HRR). Im 9. Jahrhundert zählen die Premysliden zu den böhmischen Lokalfürsten (Herzögen). Mit Ende des 9. Jahrhunderts ist ihr Sitz auf der neu gegründeten Prager Burg. Königswürden habe die Premysliden seit 1085. Im Jahr 1212 wird die Königswürde erblich verliehen und 1356 erfolgt der unbestrittene Besitz der Kurwürde.
Die Königswürde der Böhmen vollzieht sich in den Jahren 1527 bis 1918 in Personalunion mit Österreich-Ungarn. Nach dem Ersten Weltkrieg schließen sich Böhmen, die Slowakei und Mähren zum neuen Staat der Tschechoslowakei zusammen.

Die überlieferten Lebensdaten von Vladislav II sind mit Blick auf die unterschiedlichen Quellen in folgenden Punkten übereinstimmend:

Vladislav II ist um 1110 in Prag geboren, verstorben am 18. Januar 1174 in „Mer“ (Meerane). Als böhmischer Herzog (ab 1140) sichert er für sich und sein Reich den Königstitel. In den Jahren 1158–1172 absolviert er seine Regierungszeit als zweiter böhmischer König

Vladislav II stammt aus dem Geschlecht der Premysliden. Die Premysliden (tschechisch Premyslovci) sind ein böhmisches (tschechisches) Herrschergeschlecht. Sie sind vom Ende des 9. Jahrhunderts bis 1306 – mit Unterbrechungen um 1000 – in Böhmen an der Macht. Anfangs regieren sie nur in Teilen Böhmens. Eine frühere Herrschaft ist historisch nicht belegt.

Vater von Vladislav II ist Vladislav I von Böhmen, verheiratet mit Richza von Berg-Schelklingen.

Vladislav II ist in erster Ehe (Eheschließung 1140 in Wien) mit Gertrud von Babenberg (1119–1150), Tochter des Markgrafen Leopold III von Österreich verheiratet. Sie haben vier Kinder: Bedrich (Friedrich), Anezka (Agnes), Svatopluk und Vojtech (Adalbert).

Der älteste Sohn Friedrich (Bedrich, um 1141–1189) wird 1173 von seinem Vater als Herzog von Böhmen eingesetzt.
Sohn Adalbert (1144–1200) wird als Adalbert III von Böhmen zum einflussreichen Erzbischof von Salzburg in den Jahren 1168 bis 1177 und 1183 bis 1200 ernannt.
Tochter Agnes (1142–1228) wirkt als Äbtissin von St. Georg in Prag.
Sohn Savtopluk von Böhmen (1143–1169) lebt in Prag.

Nach dem Tod Gertruds am 8.4.1150 heiratet Vladislav II in Prag 1153 Judith (auch Jutta) von Thüringen, Tochter des Landgrafen Ludwig I von Thüringen (Landgraf 1131–1140) und Schwester von Landgraf Ludwig II dem Eisernen von Thüringen (1128–1172), in dessen Besitz wohl die Herrschaft Meerane ist. Judith wird 1135 in Sangerhausen geboren und verstirbt Ende 1174 möglicherweise in Meerane.
Mit ihr hat er die Kinder Ottokar (um 1155–1230), Vladislav Heinrich (um 1160–1222) und Richza (um 1163–1182).

Die Söhne Ottokar und Vladislav Heinrich agieren als regierende Fürsten: Ottokar I Premysl als Herzog und König von Böhmen in den Jahren 1192/93 und 1197 bis 1230 sowie Vladislav (III) Heinrich als Markgraf bzw. Herzog von Olmütz (Mähren) 1197–1222.

Mit dem Tod Vladislav II am 18. Januar 1174 verbleibt die Herrschaft zu Meerane weiterhin bei seiner Frau Judith.
Judith von Thüringen hält sich vermutlich nach dem Tod Vladislav II noch in Meerane auf und nutzt die Räumlichkeiten als so genanntes „Wittumshaus“, ein Begriff, der auch im weiteren mittelalterlichen Meerane vorhanden ist. Das Todesjahr Judiths ist unbekannt. Es gibt Hinweise, dass sie auch in Meerane stirbt.

Wenn Meerane in den Jahren 1173/1174 das Königspaar samt Gefolge beherbergt, so muss es damals eine – wenn auch noch so bescheidene – Burg gehabt haben. Für eine Burg sprechen auch die Hinweise auf das ritterliche Geschlecht „von dem Mer“, so vor allem die bezeugte Teilnahme von „Heinrich von dem Mer“ im Ritterheer des Dritten Kreuzzuges 1189 unter Führung Friedrich I. Quellen aus dem 14./15. Jahrhundert verwenden bei Personen aus Meerane auch die Formulierung „zu Mere gesessen“, die für eine Burg üblich sind.

Für die Lage der Burg sprechen nach der Meeraner Chronik die überlieferte Bezeichnung der „Burghäuser“, die für „sieben Häuser an der Augustusstraße zwischen Färber- und Schulgasse – heutige Nummern 13 bis 25 der August-Bebel-Straße – steht.
Diese liegen auf herrschaftlichem, d. h. schönburgischem Grund und Boden und sind deshalb allein unter allen Häusern in der Stadt Meerane von der Abgabe des sogenannten „Dienerkorns“ befreit.
Sie stehen vermutlich auf dem Boden der ehemaligen Burg, die auch als „Wittumshaus“ diente, das während des 30jährigen Krieges (vermutlich am 26.12.1642) abbrennt. Das „Wittumshaus“ beherbergt bis zu seinem Brand als Ruhesitz schönburgische Witwen (z. B. in den Jahren 1406–1413 Margarete von der Dahme, Gemahlin Sigismunds von Schönburg, der 1406 verstirbt). Der Begriff Wittum stammt aus der mittelalterlichen Rechtssprache und beinhaltet die Fürsorge des (adligen) Mannes, des Ritters, für seine Frau für den Witwenfall. Das Wittum dient der Witwe des Königs lebenslang als standesgemäßer Unterhalt und war in ihrem Besitz.

3. Herzog und König Vladislav II – eine politische Einordnung seiner Herrschaft

Im 12. Jahrhundert gibt es in Böhmen folgende Herrscherfolge, in die Vladislav II eingebettet ist. Er wirkt in diesem Jahrhundert mit 32 Herrscherjahren am längsten.

1107-1109 Herzog Svatopluk
1109-1117 Herzog Vladislav I (Vater von Vladislav II)
1117-1121 Herzog Borivoj II
1121-1125 Herzog Vladislav I
1125-1140 Herzog Sobeslav I (jüngerer Bruder von Vladislav I)
1140-1172 Herzog und König Vladislav II (als König Vladislav I)
1172-1173 Herzog Friedrich (Bedrich) – Sohn von Vladislav II
1173-1178 Herzog Sobeslav II
1178-1179 Herzog Friedrich (Bedrich)
1189-1191 Herzog Konrad III Otto
1191-1192 Herzog Wenzel III

Vladislav II wird 1140 gegen den Willen Sobeslavs I zum Herzog gewählt und muss sich in Folge bereits 1142 gegen einen Aufstand böhmischer Magnaten, die sich mit Konrad II von Mähren verbinden, durchsetzen, was ihm nur mit militärischer Hilfe Königs Konrad III gelingt.

Bedeutsam ist zunächst, dass König Konrad III (Stauferkönig, 1093/94–1152, 1138–1152 König des HRR) durch eine konsequente Heiratspolitik eine weit verzweigte Verwandschaftsbande knüpft. Mit Erfolg auch für Vladislav II, der durch seine Vermählung mit des Königs Schwester Gertrud 1140 sein Herzogtum erhält, d. h. die Staufen belehnen Vladislav II mit Böhmen, da er durch die Hochzeit zum Schwager des Königs des Heiligen Römischen Reiches Konrad III avanciert.

Unter Herzog Vladislav II und Herzogin Gertrud entwickelt sich das Herzogtum Böhmen zu einem stabilen und mächtigen Bestandteil des Reiches. Im Jahre 1142 verteidigt Vladislav II erfolgreich, wie eingangs erwähnt, das Herzogtum, indem es ihm gelingt – mit Unterstützung des Reiches - die Belagerung Prags durch Konrad II von Mähren abzuwehren. Herzogin Gertrud verstirbt am 8.4.1150.

Bei der Festigung der Herrschaft in Mähren findet Vladislav II die Unterstützung des Olmützer Bischofs Heinrich Zdik. Nach einer Abkühlung der Beziehungen zum HRR, mit dem Tod Konrads III (1152), wird diese erst wieder 1156 intensiviert.

Auch unter Friedrich I Barbarossa, ein Neffe Konrads III – König ab 1152 und Kaiser von 1155 bis 1190 des Heiligen Römischen Reiches – setzt sich diese erfolgreiche Entwicklung fort. Vladislav II gehört zu den treuesten Anhängern Kaiser Friedrichs I.
Das Herzogtum Böhmen unterstützt Kaiser Friedrich I in seinem erfolgreichen Kriegszug gegen Polen. Nach der Zerstörung von Breslau und Posen 1157 unterwirft sich der polnische Herzog Boleslaw auf Vermittlung Vladislav II dem Kaiser. Vladislav II leistet für Kaiser Friedrich I in Folge Militärhilfe bei dessen zweitem Kriegszug gegen Italien (1158–1162), vor allem gegen Mailand 1158. Als Lohn für die Kaisertreue wird das Herzogtum Böhmen 1158 zum Königtum Böhmen ernannt und Vladislav II wird die Königswürde verliehen.

Die gegenseitige Unterstützung der Monarchen wandelt sich allmählich zu einer politischen Abhängigkeit des böhmischen Herrschers. Ende der 1160er Jahre muss Vladislav II der wachsenden Adelsopposition und den Ansprüchen der Nebenlinien der Premysliden trotzen.
Zugleich kommt es zu Spannungen mit dem Kaiser, unter anderem wegen seines Sohnes Adalbert III von Böhmen, dem neuen Erzbischof von Salzburg.

Um der „königlichen Familie“ den Thron zu bewahren, versucht König Vladislav II seinem Sohn Friedrich (Bedrich) ohne Wahl und Zustimmung des Adels und des Kaisers den Thron zu vererben.

1172 verzichtet er auf seine Ämter und bestimmt Friedrich als seinen Thron- und Nachfolger. Damit werden jedoch die guten Beziehungen zu Kaiser Friedrich I gestört, zumal im Rahmen der Auseinandersetzung um die Herrschaftsfolge auch die mährische Adelsopposition wieder erstarkt. Kaiser Friedrich I erkennt das Vorgehen nicht an und Friedrich muss zurücktreten. Er unterstützt die Premysliden Udalrich und Sobeslav II und ernennt Udalrich, den Bruder von Sobeslav II, zum Herzog. Dieser besitzt jedoch keine Unterstützung im böhmischen Adel und gibt die Herrschaft sofort an Sobeslav II ab.

Sobeslav II (1128–1180) ist Herzog von Böhmen und Landgraf von Mähren. Er versucht bereits während der Abwesenheit von Vladislav II auf dem zweiten Kreuzzug (1147–1149) die böhmische Krone zu erlangen. Das Vorhaben scheitert. Er wird 1148 inhaftiert. 1150 gelingt ihm die Flucht und er findet Unterschlupf am Hof von Friedrich I. 1161 besetzt er Olmütz. Vladislav II kann ihn nicht besiegen und lädt ihn nach Prag ein. Dort wird er wieder gefangen genommen und bis 1173 arrestiert. Auf Geheiß des Kaisers muss er jedoch entlassen werden.

Durch die Auseinandersetzung mit Kaiser Friedrich I muss Vladislav II Böhmen verlassen. Aus der Flucht des Königs 1173 aus Prag nach Meerane ist jedoch nicht zu schließen, dass Meerane damals ein bedeutender Ort ist. Das Heiratsgut seiner Frau ist wohl die einzige Zuflucht, die dem König, der weder in Prag noch sonst in seinen Erblanden sicher ist, übrig bleibt.

Es existieren jedoch auch Hinweise, die eher unwahrscheinlich sind, dass seine erste Frau, Gertrud von Babenberg, Meerane als Morgengabe erbtümlich mitbrachte und er diese seiner zweiten Frau Judith anlässlich der Vermählung überträgt.

Dass es sich jedoch zweifelsfrei um böhmisches Gebiet handelt, belegt dann später die Belehnung der Herrschaft Meerane für die Schönburger durch Böhmen. Wann die böhmische Krone die Herren von Schönburg mit der Herrschaft Meerane belehnte, ist nicht klar. Sicher ist, dass Meerane nach dem Schönburgischen Bruderkrieg (1348–55) als Besitz Hermanns von Schönburg auftaucht. Sicher ist auch, dass am 4. August 1361 die Gebrüder Hermann und Bernhard von Schönburg dem böhmischen König und seinen Erben für sich und ihre Erben das Lehensbekenntnis wegen der Herrschaft Meerane in Form einer Lehensurkunde ausstellen.

4. Der Tod Vladislavs und die Folgen für seine Söhne

Königs Vladislav II stirbt nach einem viermonatigen Aufenthalt am 18. Januar 1174 in Meerane.

Friedrich (Bedrich) ist der älteste Sohn von Vladislav II aus seiner ersten Ehe mit Gertrud. Sein Vater setzt ihn 1173 als Herzog von Böhmen ein, ohne Zustimmung des böhmischen Adels und des Kaisers. Es ist jedoch das Vorrecht des Kaisers, über die Nachfolge der böhmischen Krone zu bestimmen. Friedrich wird 1173 wieder abgesetzt. Udalrich (Oldrich), Sohn von Sobeslav I, wird statt seiner zum Herzog eingesetzt. Dieser tritt das Amt an Sobeslav II ab, der es von 1174 bis 1180 ausübt. Friedrich dient nach seiner Absetzung am Hof des Kaisers und ist verantwortlich für das Heer des Kaisers für dessen Kriege gegen Italien und Österreich. 1178 wird er mit Unterstützung des Kaisers vom böhmischen Adel zum Herzog gewählt. Der abgesetzte Sobeslav II versucht erneut an die Macht zu gelangen, wird aber von Friedrich am 27. Januar 1179 bei Prag endgültig geschlagen. Im selben Jahr ernennt er seinen jüngeren Bruder Ottokar I zum Markgrafen Mährens.

Ottokar I wird zunächst von seinem älteren Bruder Friedrich 1179 als Markgraf von Mähren eingesetzt und hat 1192/1193 auch kurz die böhmische Herzogswürde inne.

Ottokar I muss um die Herrschaft kämpfen. Er gerät in die Auseinandersetzungen zwischen Staufern und Welfen und wird 1194 von Heinrich VI (Stauferkönig, 1165–1197, ab 1191 Kaiser des HRR) abgesetzt.

Am 22. Juni 1197 wird sein Bruder Vladislav Heinrich zum Herzog (Vladislav III) erhoben. Kurz darauf schließt Ottokar mit ihm einen Ausgleich, dem zufolge Vladislav III das Markgrafentum Mähren als böhmisches Lehen, Ottokar selbst den böhmischen Thron erhält.

Mit der Inthronisierung Ottokars für Böhmen sind die beiden Teilfürstentümer (Böhmen und Mähren) für kurze Zeit wieder getrennt. Im September 1198 erwirbt Ottokar I von Philipp von Schwaben als Belohnung für seine Gefolgschaft die Königswürde (Einigung am 8. September in Mainz) und wird wenige Tage später in Boppard gekrönt. Dabei handelt es sich erstmals in der Geschichte Böhmens nicht um eine persönliche, sondern um eine erbliche Krone.

Im Jahre 1212 schließt er sich Friedrich II (Stauferkönig, 1194–1250, ab 1220 Kaiser des HRR) an, der 1212 in der Goldenen Sizilianischen Bulle das böhmische Erbkönigtum endgültig anerkennt und Ottokar als „vornehmsten Reichsfürsten“ bezeichnet. 1216 regelt er seine Nachfolge, indem er seinen Sohn Wenzel zum König wählen lässt.

Um 1200 ist zudem die mährische Nebenlinie der Premysliden endgültig erloschen, so dass die beiden Reichsteile Böhmen und Mähren von diesem Zeitpunkt an eine Einheit bilden. Alle folgenden böhmischen Könige tragen auch den mährischen Markgrafentitel, der ihnen in der Regel bereits in ihrer Funktion als Thronfolger verliehen wird.

Ottokar I erringt als wichtiges Symbol der Anerkennung der böhmischen Herrscher das Recht, den Königstitel zu vererben. Ein Privileg, das sein Vater Vladislav II ohne Anerkennung durch den Kaiser ausübte und so in Ungnade fiel, dass er in für ihm sicheren Meerane 1173 Zuflucht suchte.

Doch noch einmal zeitlich zurück zu Vladislav Heinrich (um 1160 bis 1222), Herzog von Böhmen und Markgraf von Mähren. Der zweite Sohn Vladislavs und seiner Frau Judith von Thüringen erlebt seine Jugend in Zeiten der Streitigkeiten unter dem Geschlecht der Premysliden. 1192 erhält er vom Kaiser Heinrich VI die Markgrafschaft und Herrschaft über Mähren.

Nach zwei Jahren wird ihm vom böhmischen Herzog die Macht wieder entzogen und er befiehlt ihn auf die Prager Burg, damit er ihn unter Aufsicht hat. Als 1197 der ältere Bruder von Vladislav Heinrich, Ottokar I in Böhmen einfällt, wird er inhaftiert.
Der böhmische Adel befreit Vladislav Heinrich und wählt ihn am 23. Juni 1197 zum böhmischen Herzog. Auf diesen Titel erhebt aber auch sein älterer Bruder Ottokar I Anspruch, der im Dezember 1197 erneut in Böhmen einmarschiert. Um das Anwachsen der politischen Instabilität durch stetige Machtstreitigkeiten innerhalb der Familie zu verhindern, die bereits in einen Bruderkrieg zu münden drohen, vollzieht Vladislav Heinrich etwas bis dorthin Einmaliges. Er verzichtet auf den Titel und alle damit verbundene Privilegien und Erbansprüche zugunsten seines Bruders Ottokar.

Ihrer beider Bruder, Adalbert III von Böhmen und Erzbischof von Salzburg, greift vermutlich in die zwischen seinen Brüdern entstandenen Wirren zu Gunsten Ottokars ein.

1205 gründet Vladislav Heinrich das Zisterzienser Kloster in Velehrad. Er will damit ein Zeichen der Zusammengehörigkeit mit Großmähren setzen. Dieses Kloster soll gleichzeitig die Begräbnisstätte der Markgrafen werden. Nach Verhandlungen innerhalb der Familie wird er am 6. Dezember 1197 zum ersten mährischen Markgrafen ernannt. Seine Nachfolger sollen diesen Titel durch Erbrecht behalten.

Im Goldenen Bulletin aus dem Jahre 1212 wird Mähren dann stillschweigend als ein neuer Bestandteil des Königreichs vereinnahmt. Vladislav Heinrich erhält vom Kaiser symbolisch einen Teil von Sachsen, um auch weiterhin zu den kaiserlichen Herzögen gezählt werden zu können.

Er arbeitet politisch eng mit seinem Bruder, dem böhmischen Herzog, zusammen. 1216 erlässt er gemeinsam mit diesem ein Dokument, in dem das Prinzip der Primogenität (Erstgeburt) für die Nachfolge auf dem Thron festgelegt wird. Damit sollen die Zwistigkeiten und Intrigen während der Wahlen beseitigt werden. Vladislav Heinrich tritt hier als „Zeuge“ auf, das heißt, er stimmt dem neuen Gesetz zu. Er ist bis zu seinem Tode seinem Bruder loyal ergeben und unterstützt ihn bei Verhandlungen gegenüber dem Kaiser. Sein größtes Verdienst für Mähren ist die innenpolitische Stabilität, die er erwirkt.

Vladislav Heinrich ist mit Hedwig verheiratet, deren Herkunft nicht bekannt ist. Er stirbt ohne Nachkommen, so dass die Nachfolge um die Markgrafschaft letztlich in die Hände König Ottokar I fällt. Vladislav Heinrich wird im Kloster Velehrad begraben.

5. Der räumliche und historische Rahmen – Meerane als böhmisches Lehen in Sachsen

Meerane ist Teil des historischen Raumes „terra plisnensis“, (auch „pagus plisni“ oder Pleißengau) dessen Ursprung Ende des 6. Jahrhunderts liegt; „plisni“ ist die sorbische Bezeichnung für den Pleiße-Fluss. Im Zuge der Eroberungen von König Heinrich I (876–936) wird die Region in das Heilige Römische Reich integriert. Die Besiedlung erfolgt vor allem an den Flussläufen.

Durch den zunehmender Einfluss verschiedener Adelsgeschlechter verliert sich die Regionsbezeichnung im 14. Jahrhundert. Der heutigen Landesgrenze Sachsen – Thüringen in Meerane (mit Waldsachsen) und Ponitz gehen die Grenzen Kursachsens bzw. des Königreiches Sachsen, der Schönburger Herrschaft sowie dem Herzogtum Sachsen-Altenburg historisch voraus.

Meerane als böhmisches Lehen der Schönburger

Die 840jährige Entwicklung Meeranes wird über Jahrhunderte hinweg durch die Schönburgische Herrschaft getragen, die Meerane als böhmisches Lehen besitzen. Einzig die nach Osten ausgerichtete Böhmerstraße ist heute sichtbares Zeichen der böhmischen Vergangenheit.

Es ist nicht bekannt, zu welcher Zeit die Herren von Schönburg von einem böhmischen König zuerst mit Meerane belehnt worden sind. Es geht aber aus der Lehensurkunde von 1361 hervor, dass die Schönburger es als böhmisches Lehen schon seit vielen Jahren besaßen; vermutlich seit 1182 bzw. 1233. Zu erwähnen wäre noch in diesem Zusammenhang, dass in der 1361er Lehensurkunde Meerane erstmals Städtchen („oppidum“) genannt wird.

Meerane wird zunächst in Verbindung mit den Schönburgischen Besitzungen Crimmitschau und Glauchau erwähnt. Da aber die Linie Schönburg-Crimmitschau 1406 mit dem Tode Sigismunds (1385–1406) erlischt, wird Meerane seitdem nur als mit Glauchau verbunden genannt.

Ausgewählte Stationen sächsischer Geschichte

In der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts etabliert sich im heutigen Mitteldeutschland ein eigenständiges thüringisches Königreich, deren Ostgrenze sich durch das heutige Sachsen zieht. Nach der Niederlage der Thüringer gegen die Franken im Jahre 531 fallen die südlichen Gebiete des Königreichs unter fränkischer Herrschaft, die nördlichen Gebiete unter sächsische. Im ausgehenden 6. Jahrhundert werden die Gebiete östlich der Saale von den westslawischen Sorben besiedelt. Teile des heutigen Sachsens (wohl bis zu Elster, Pleiße und Mulde) gehören dazu.

Wie viele andere Orte ist auch Meerane wahrscheinlich auf einer alten Sorbensiedlung aufgebaut. König Heinrich I (876–936) und sein Sohn Otto I (der Große) erobern im 10. Jahrhundert das Land. Zuerst werden nur die Ritter mit ihrer Gefolgschaft als Herren zurückgelassen. Diese errichten feste Wohnplätze zum Schutz (z. B. Schweinsburg, Ponitz) und Hochburgen (z. B. Altenburg, Waldenburg, Glauchau, Meerane). Ferner werden Kirchen und Klöster errichtet.

Heinrich I ist ab 912 Herzog von Sachsen und von 919 bis 936 König des Ostfrankenreiches. Um das Jahr 929 lässt Heinrich I zur Sicherung seines Reiches die Burg Meißen gründen, die Namensgeberin der Mark Meißen, die häufig als die „Wiege des heutigen Sachsens“ bezeichnet wird. Heinrich I führt Kriege gegen Ungarn und Böhmen. Im Jahr 1089 wird Heinrich I von Eilenburg (1070 bis 1103) als erster Wettiner mit der Mark Meißen belehnt.

1423 können die Wettiner zur Mark Meißen und ihren thüringischen Besitzungen das Herzogtum Sachsen hinzugewinnen: König Sigismund (1368–1437 – römisch-deutscher König seit 1411, König von Böhmen seit 1419, ab 1433 Kaiser des HRR) belehnt den Meißner Markgrafen mit dem Herzogtum. Damit ist auch die Kurwürde verbunden. Seitdem sind die meißnischen Wettiner auch Herzöge und Kurfürsten von Sachsen.
Schnell breitet sich der Name ihres wichtigsten Territoriums Sachsen auf alle von ihnen beherrschten Länder aus. In ihrer Titulatur zählen die Wettiner aber zumeist ihre ganzen Besitzungen auf: sie sind Kurfürsten und Herzöge von Sachsen, Markgrafen von Meißen, Landgrafen von Thüringen usw. Auch dauert es noch sehr lange, bis die verschiedenen Länder zu einem einheitlichen Staatswesen zusammenwachsen, was durch die bis ins 17. Jahrhundert immer wieder vorgenommenen Landesteilungen nicht eben erleichtert wird.

Außenpolitisch bleibt das Kurfürstentum Sachsen bis zum Ende des 17. Jahrhunderts an der Seite des österreichischen Kaiserhauses. Am 16. Juli 1806 erklären die unter französischer Vorherrschaft im Rheinbund zusammengeschlossenen Reichsstände ihren Austritt aus dem Reich, worauf Kaiser Franz II. am 6. August 1806 die Kaiserkrone niederlegt. Das Heilige Römische Reich deutscher Nation war aufgelöst. Kursachsen orientiert sich – nach dem Ende des Reichsgedankens – an Preußen. Das führt Kursachsen direkt in die Auseinandersetzung mit Frankreich. Am 14. Oktober 1806 erleidet die preußisch-sächsische Armee durch die französische Armee unter Napoleon bei Jena und Auerstädt eine katastrophale Niederlage. Sachsen kommt kurzzeitig unter französische Besatzung. Mit dem Friedensschluss von Posen (11.12.1806) wird der Kriegszustand zwischen Sachsen und Frankreich beendet. Sachsen wird Mitglied des Rheinbunds und zum Königreich erhoben. Kurfürst Friedrich August III wird zu König Friedrich August I.

Entwicklung der Schönburgischen Herrschaft

Die Entwicklung der Schönburgischen Herrschaft ist begleitet durch Machtansprüche Sachsens auf deren Herrschaftsgebiete. Ausdruck davon ist u. a. das Rezessbemühen Kursachsens.

Rezess ist ein veralteter Ausdruck für einen landes- oder ortsrechtlichen Vergleich. In diesem Rezess werden rechtliche Regelungen über die Einordnung der Herrschaft Schönburg in das Rechtssystem des Königreiches Sachsen getroffen. Der Einordnungsprozess endet 1878.

Mit dem am 4. Mai 1740 geschlossenen Rezess verzichten die Herren von Schönburg auf ihre landesherrlichen Rechte und ihre Reichsunmittelbarkeit zugunsten Kursachsens. Lehensherrschaften der Schönburger sind zu diesem Zeitpunkt Glauchau, Waldenburg, Lichtenstein sowie die Grafschaften Hartenstein und Stein.

Kursachsen und das Gesamthaus Schönburg halten es jedoch nicht für erforderliche, eine Einverständniserklärung des Kaisers als König von Böhmen in der Funktion als Lehensherrn über die Herrschaften Glauchau, Lichtenstein und Waldenburg einzuholen.

Mit der Übernahme der Regentschaft durch den jungen Kurfürsten Friedrich August III am 23. Dezember 1768 erklärt das Gesamthaus Schönburg den 1740er Rezess für ungültig, da weder Kaiser, Reich noch die Krone Böhmen ihn bestätigen.

Graf Albert von Schönburg zu Waldenburg nennt am 10. Juli 1769 drei Gründe:

1. Die Schönburger wurden bei der Erbhuldigung für ihre Lehensherrschaften wie Landadlige behandelt, indem sie nicht vor dem Kurfürsten selbst, sondern vor einem seiner Minister den Eid ablegen sollten.
2. Grundsätzlich lehnte man für die Rezessherrschaften als Reichafterlehen Erbhuldigungen ab.
3. Kursachsen brach den 1740er Rezess selbst, indem 60 Rekruten aus den Schönburgischen Rezessherrschaften kommen sollten; 1768 wurden in Kursachsen 8.000 Rekruten bereitgestellt. Als die Grafen von Schönburg dieses Ansinnen endgültig ablehnten, marschierte ein 600 Mann starkes Kontingent der kursächsischen Armee in Glauchau ein und zwangsrekrutierte diese 60 Mann.

Als Afterlehen bezeichnet man ein Lehen, das der Lehnsgeber selbst von einem Lehnsherren (in unserem Falle Böhmen) als Lehen empfangen hat und es dann seinerseits ganz oder teilweise an einen nachgeordneten Lehnsnehmer weitergibt.

In dem Konflikt Kursachsen – Schönburger steht Preußen auf der Seite Kursachsens, während Österreich die Grafen von Schönburg in Bezug auf Reichsunmittelbarkeit und Reichsstandschaft unterstützt.

Die Schönburger erzielen die kaiserliche Zustimmung zur Aufhebung der 1740er Rezess. Kaiserin Maria Theresia gestattet den schönburgischen Untertanen, sich von den kursächsischen Pflichten zu lösen (Dekret vom 2. Juli 1773). Kaiser Joseph II. bestätigt am 8. Januar 1776 ausdrücklich die Reichsstandschaft der Herren von Schönburg.

1779 – Ende des böhmischen Lehensrechtes für Meerane

Wenn man davon ausgeht, dass die Herren von Schönburg von der böhmischen Krone ab 1182 mit Meerane belehnt worden sind, endet 1779 nach 597 Jahren die Lehensherrschaft.
Mit dem 1779 geschlossenen Teschener Friede treten die Habsburger als Könige von Böhmen ihre oberlehensherrlichen Rechte an den Schönburgischen Herrschaften an die Kursachsen ab. Durch die Erlangung der oberlehensherrlichen Rechte über die Schönburgischen Rezessherrschaften setzt sich Kursachsen endgültig im Kurfürstentum als alleiniger Landesherr durch.

Für die Grafen von Schönburg bringt der Teschener Friede
•  den endgültigen Verlust der landeshoheitlichen Rechte sowie
•  den Verlust der böhmischen Oberlehenshoheit und der Reichsstandschaft.
Mit der Erhebung der Schönburger in den Reichsfürstenstand erhalten sie 1790 ein kleines Trostpflaster.

Das Ende der Lehensherrschaft bedeutet jedoch nicht das Ende der Schönburgischen Herrschaft über Meerane. Schrittweise werden in der Folge die schönburgischen Sonderrechte an den sächsischen Staat abgegeben. Der letzte Akt erfolgt am 29.10.1878 mit der Übereinkunft, wonach die gesamte Justiz- und Verwaltungshoheit der Schönburgischen Herrschaften mit Wirkung vom 15.11.1878 dem Königreich Sachsen übertragen wird.
Im Zuge dieser Übereinkunft geht auch das bisher Gräflich Schönburgische Gerichtsamt Meerane in das Königlich Sächsische Gerichtsamt Meerane über.
Als Gegenleistung für das 1878er Ende der Schönburger Herrschaft zahlt das Königreich Sachsen hohe finanzielle Entschädigungen an die Schönburger. Und: Glauchau wird als 27te Amtshauptmannschaft in Sachsen eingerichtet.

6. Originaltext der Tafel zu Vladislav II im Kloster Strahov zu Prag (Museumsteil)

Im Museum des Klosters Strahov zu Prag ist zu Vladislav II folgender Originaltext zu lesen:

Vladislav II, Founder of Strahov Monastery  

Duke of Bohemia from 1140 onward and King of Bohemia beginning in 1158. In 1140 he founded, along with Olomouc Bishop Jendrich Zdik, a monastery of canons regular at Strahov. After abdicting in 1172, he moved into his residence on the Strahov Monastery premises. He died on the estate of his second wife, Judith of Thuringia in Meerane. His remains were later deposited in the Strahov basilica.

Dazu ein Portrait von Vladislav II. Das Gemälde entstand um 1670, von einem unbekannten Prager Maler, das wie folgt erläutert wird:

In this fictional portrait, the king points to the presbytery of the Strahov basilica und sacristy (originally the southern end of the aisle), where his remains were to be buried. The monastery's southern wing, adjacent to the church, retains its original Romanesque character.

Der Text informiert zu Vladislav II als Gründer des Klosters Strahov: Seit 1140 Herzog von Böhmen und seit 1158 König von Böhmen. 1140 entwickelte er mit dem Olmützer Bischof Jendrich Zdik Regularien für das Kloster. Nach seiner Abdankung im Jahr 1172 zog er sich in seine Räumlichkeiten des Klosters Strahov zurück. Er starb auf dem Besitz seiner zweiten Frau, Judith von Thüringen in Meerane. Seine Gebeine wurden später in der Basilika von Strahov bestattet.

 

Die Gemäldeerläuterung verweist auf ein fiktionales Portrait (um 1670, eines unbekannten Prager Malers). Der König befindet sich im Chorraum der Basilika von Strahov und der Sakristei (am originalen südlichen Ende des Seitenschiffes), in dem seine Gebeine begraben sind. Der südliche Flügel des Klosters, angrenzend an die Kirche, zeigt seinen originalen romanischen Charakter.

Modell des Klosters Strahov mit der Basilika

Gesamtmodell des Klosters Strahov in Prag auf dem Burgberg

Blick in die Basilika

Münze aus der Zeit Vladislaw II: Denar 1140-1174. König und Königin thronen nebeneinander sowie Büste mit erhobenen Händen in Gebäude mit zwei Türmen.
 

Literatur und Quellen

Dendorfer: Die Familie König Konrads III. und die frühen Staufer. Gesellschaft für staufische Geschichte e.V. (Hrsg.): Konrad III. (1138-1152). Herrscher und Reich. Göppingen: Gesellschaft für Staufische Geschichte. 2011.
Gross: Geschichte Sachsen. Leipzig 2001.
Hellgardt/Müller/Strohschneider: Literatur und Macht im mittelalterlichen Thüringen. 2002.
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Wetzel, Otto Victor I, Fürst von Schönburg. In: Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., bearb. von Martina Schattkowsky, Online-Ausgabe: http://www.isgv.de/saebi/
Wetzel, Heinrich Gottlob Otto Ernst Graf von Schönburg, in: Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., bearb. von Martina Schattkowsky,
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Josef Zemlicka. Vladislav II Herzog und König von Böhmen. LMA 8 (1997).


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