Aktuelles (27.01.2014)

 

Bürgermedaille 2013 für Helmut Strobach vom Modelleisenbahnclub Meerane

Rund 700 Gäste erlebten am vergangenen Freitag den Jahresempfang der Stadt Meerane im Werner-Bochmann-Saal der Meeraner Stadthalle. Ein Höhepunkt des abwechslungsreichen Programmes war wie in den vergangenen Jahren die Verleihung der Meeraner Bürgermedaille. Seit 2001 verleiht der Stadtrat der Stadt Meerane die Bürger- bzw. Stadtmedaille an Persönlichkeiten, die sich um unsere Stadt besonders verdient gemacht haben und das Ansehen der Stadt nach außen mehren.
Die Auszeichnung, die nun bereits zum zwölften Mal von der Firma CCL Label Meerane gestiftet wurde, ist mit 500 Euro dotiert. Das Unternehmen war zum Jahresempfang durch Geschäftsführer Herrn Albert Feldbauer vertreten, dem Bürgermeister Professor Dr. Lothar Ungerer herzlich für die Unterstützung des Unternehmens dankte.

Träger der Stadtmedaille 2013 ist Herr Helmut Strobach vom Modelleisenbahnclub Meerane e. V.. Herr Strobach, den seine Vereinsmitglieder auch ihren "Alterspräsidenten" nennen, ist eines der Gründungsmitglieder des im September 1981 gegründeten Modelleisenbahnclubs.
Als Bürgermeister Professor Dr. Ungerer ihn nach den Gründen für sein unermüdliches Wirken für den Modelleisenbahnclub Meerane fragte, antwortete Herr Strobach: „Leidenschaft!“
Angekündigt wurde die Bürgermedaille durch einen kleinen Film, in dem einige Bahnen ihre Runden auf den Anlagen des Modelleisenbahnclubs Meerane drehten. Zu den Neuigkeiten, die im vergangenen Jahr hier bewundert werden konnten, gehört auch ein Helmut-Strobach-Platz.

Die Bürgermedaille 2013 wurde an Helmut Strobach (li.) vom Modelleisenbahnclub Meerane e.V. überreicht. Die Laudatio hielt Bürgermeister Professor Dr. Lothar Ungerer. Überreicht wurde die Ehrung durch CCL-Geschäftsführer Herrn Albert Feldbauer (re.). Das Unternehmen stiftet die mit 500 Euro dotierte Auszeichnung.


Lesen Sie im Folgenden die Laudatio zur Verleihung der Bürgermedaille 2013 von Bürgermeister Professor Dr. Lothar Ungerer:

Meine sehr verehrten Damen und Herren,
Lummerland, Lukas der Lokomotivführer mit seiner Lokomotive Emma, Jim Knopf und die Faszination Eisenbahn verkörpert der diesjährige Preisträger.
Träger der Stadtmedaille 2013, beschlossen durch den Stadtrat Meerane am 12.12.2013, ist Herr Helmut Strobach, Jahrgang 1934, vom Modelleisenbahnclub Meerane e. V., der im September 1981 von ihm mit gegründet wurde.
Es ist mir eine Ehre und Freude, diese Würdigung jetzt vornehmen zu dürfen.
Lieber Herr Strobach. Sie haben diese Würdigung in hohem Maße verdient. Sie verkörpern seit nunmehr 33 Jahren Bürgertugenden im Ehrenamt: Ihr freiwilliger Einsatz ist eine humane Leistung, da Sie ernst machen mit Kooperation, Interesse am Gemeinwohl und Verantwortung.
Ich weiß, dass Ihre Leidenschaft für die Modelleisenbahn länger besteht, sicher von Kindesbeinen an. Deshalb erlaube ich mir die Frage: Warum wachsen Mädchen zu Frauen heran, obwohl Männer bis ins hohe Alter Kind bleiben?
Die Frage ist banal. Und trotzdem führt die Beantwortung manchmal zu heftigen Diskussionen zwischen Mann und Frau. Männer spielen einfach gerne. Warum?
Antwort gibt René Proyer, Persönlichkeitspsychologe an der Universität Zürich: Verspieltheit scheint bei Erwachsenen bis ins hohe Alter recht stabil zu bleiben.
Hinweise auf große Geschlechterunterschiede finden wir in der Regel nicht. Aber es gibt sehr unterschiedliche Formen der Verspieltheit. In der Gesellschaft wird der Begriff allzu oft sehr eng gefasst.  So wird das Spielen mit Modelleisenbahnen bei Männern oft als albern wahrgenommen, das Schminken bei Frauen sei hingegen als Selbstverständlichkeit akzeptiert.
Sein Ergebnis: Spielen im Erwachsenenalter ist nicht zwingend kindisch. Im Gegenteil. Verspieltheit hat sehr positive Einflüsse auf unseren Alltag.
So weit, so gut. Nur: Die Frage, warum Männer  spielen, ist damit immer noch nicht endgültig geklärt. Darauf gibt Proyer eine wunderbar pragmatische Antwort. „Es macht einfach Spaß.“
Und der positive Nebeneffekt: „Aus psychologischer Sicht kann Verspieltheit verschiedene Funktionen, wie etwa Entspannung, Kreativität oder das Pflegen sozialer Beziehungen, wahrnehmen.“ Noch Fragen? Nein? Dann steht ja einem verspielten und trotzdem überhaupt nicht kindischen Wochenende nichts mehr im Wege.
Vielleicht gibt es bei Herrn Strobach noch eine weitere Erklärung für sein unermüdliches Engagement.
Der Beruf des Lokführers zählt für Kinder seit vielen Jahrzehnten zu den Traumberufen. Als Erwachsene sind sie oft Kind geblieben und immer noch der Faszination Eisenbahn verfallen.

Erlauben Sie mir an dieser Stelle einen kurzen Blick in die Historie.
Als Beginn der Modelleisenbahn-Geschichte kann das Jahr 1784 (230 Jahre zurück) angesehen werden. Der englische Ingenieur William Murdock baute in diesem Jahr ein Versuchsmodell eines gleislosen Dampfwagens. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts werden im Mutterland der Eisenbahn, in England, Modelle von Eisenbahnzügen gefertigt. Anfangs waren sie auch Werbemodelle für die Originale, was an die Automodelle der Nachkriegszeit erinnert. So erhielt Johann Wolfgang von Goethe 1829 von englischen Freunden ein Modell der „Rocket“. Dieses Modell ist heute in der Dauerausstellung des Goethe-Nationalmuseums ausgestellt.
Im Jahr 1835, als der Adler erstmals auf der Strecke von Nürnberg nach Fürth verkehrt, und damit die Eisenbahn in Deutschland ihren bescheidenen Anfang nimmt, erscheinen auch ein farbiger Ausschneidebogen des Adlerzugs und passende Zinnfiguren. Fünf Jahre später, 1840, tauchen dann in Deutschland die ersten aus Blech hergestellten Eisenbahnnachbildungen auf.
Das erste Kind, das nachweisbar eine Modelleisenbahn besaß, war 1859 der kaiserliche Prinz Napoleon Eugene Louis Bonaparte. Die Bahn drehte allerdings nicht bescheiden im Zimmer ihre Runden, sondern sie wurde im Park von Saint-Cloud aufgebaut.
Der Modelleisenbahnclub Meerane lässt seine Modelleisenbahnen im Haus und Garten der Annaparkhütte kreisen. Zur Adventszeit findet die mehrtägige Ausstellung statt. In diesem Jahr die zwanzigste. Die Ausstellung ist eine Erfolgsgeschichte. Sie zieht immer mehr Besucher aus der gesamten Region an. Im vergangenen Jahr über 2.100 Besucher allen Alters.
Der Siegeszug der Modelleisenbahn in Meerane ist sicher auch der attraktiven Anlage zu verdanken, deren Stundenaufwand wohl kaum zu zählen ist. Mittendrin: Stets Helmut Strobach und natürlich HO und TT, eingebettet in Landschaften, Bahnhöfen, Betriebsstellen, Stadtbilder, Straßen, Fahrzeuge, Kleingärten, Plätze …. Detailverliebt ohne Ende. Es gibt eigentlich nichts, was es nicht gibt.
Wir wünschen Ihnen, lieber Herr Strobach alles erdenklich Gute. Ich bin mir sicher, dass Sie dem Verein weiterhin verbunden bleiben. Auf die Leistungen, sehr geehrter Herr Kießling, die Sie mit Ihren 30 Vereinsmitgliedern gemeinschaftlich erbringen, können Sie wahrhaftig stolz sein. Ich wünsche in diesem Jahr viel Erfolg.

In Anlehnung an die Eingangsmelodie:
„Eine Insel mit zwei Bergen und dem tiefen weiten Meer, mit viel Tunnels und Geleisen und dem Eisenbahnverkehr“ möge es weiter heißen: „Eine Hütte in dem schönen Meer, mit viel Tunnels und Geleisen und dem Eisenbahnverkehr.“

Helmut Strobach und CCL-Geschäftsführer Albert Feldbauer. Helmut Strobach freute sich sehr über die Auszeichnung.
Helmut Strobach, Albert Feldbauer und Jörg Kießling, Vorsitzender des Modelleisenbahnclubs (v.l.). Der Preisträger trug sich im Anschluss in das "Goldene Buch" der Stadt Meerane ein.

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