Aktuelles (21.11.2013)

 

Einwohnerversammlung: Bürgermeister gibt Ausblick auf Vorhaben 2014

Am 14. November 2013 begrüßte Bürgermeister Professor Dr. Lothar Ungerer interessierte Meeraner Bürgerinnen und Bürger zu einer Einwohnerversammlung, die diesmal im Veranstaltungsraum der Stadtbibliothek stattfand. „Eigentlich müsste der MCV-Präsident Thomas Gregor hier vor Ihnen stehen“, sagte er in Anspielung auf die wenige Tage zuvor am 11.11. erfolgte Machtübernahme durch die Meeraner Narren. Aber dieser hätte schon bei der Bürgersprechstunde, die am Nachmittag des 11. November auf dem Terminplan stand, gesagt: „Bürgermeister, mach du das mal“, berichtete Professor Dr. Ungerer schmunzelnd.
Für die Einwohnerversammlung, in der der Bürgermeister laut Sächsischer Gemeindeordnung  „allgemeine bedeutsame Gemeindeangelegenheiten“ mit den Einwohnern erörtert – traditionsgemäß ein Rückblick auf das ablaufende Jahr und ein Ausblick auf die Vorhaben des nächsten Jahres – hatte er zuerst mehrere Punkte mit Schwerpunkt auf investive Maßnahmen ausgewählt: Hochwasser/Wiederaufbauplan Meerchen, Straßenbauvorhaben, Generalsanierung Tännichtschule. Weitere Themen waren unter anderem die Aufnahme von Waldsachsen und Dittrich in das ILE-Förderprogramm, die Begegnungsstätte der Volkssolidarität, die Situation der Überquerung der August-Bebel-Straße am Markt, Stadtpark und Wunderlich-Ehrung, Brachenentwicklung, Erweiterung Gewerbegebiet.

Beim Thema Hochwasser werden derzeit zwei Linien verfolgt: die Behebung der Schäden an Dittrichbach und Meerchen in Folge des Hochwassers 2010, die jedoch verknüpft werden sollen mit den Maßnahmen zur Schmutzwasserausgrenzung aus dem Meerchen, in das bis heute ungeklärtes Wasser aus dem Dittrichbach (u.a. Entsorgung Wohngebiet Oststraße) fließt. Die Stadt Meerane musste ein nachhaltiges Wiederaufbaukonzept für das Einzugsgebiet des Meerchens erstellen, da das Meerchen (über Pleiße – Saale – Elbe) zur „Flußgebietslandschaft Elbe“ gehört, wie der Bürgermeister ausführte. Dieses Konzept liegt nun vor, so dass die Beantragung von Fördermitteln für den „hochwasserarmen Ausbau“ des Meerchens nun möglich ist. Für das Heraustrennen des Schmutzwassers aus dem Dittrichbach gilt es, eine technische Lösung zu finden, über 4 bis 5 Jahre dürften die Maßnahmen laufen.
Beim Straßenbauvorhaben Rosental wird 2014 der letzte Abschnitt in Angriff genommen. Zielstellung ist, die Achse Waldenburger Straße / August-Bebel-Straße als wichtige innerstädtische Achse zu richten. Das Rosental fungierte in den vergangenen Jahren oft als Umleitungsstrecke, die Straße ist daher sanierungsbedürftig.
Als weitere Straßenbaumaßnahme soll 2014 die Ertüchtigung der Fahrbahn der Geschwister-Scholl-Straße erfolgen. Keine Perspektive gibt es gegenwärtig für die Kreisstraße Leipziger Straße / Schwanefelder Straße, bedauerte der Bürgermeister, da der Landkreis derzeit kein Geld für Straßenbaumaßnahmen habe.
Die Generalsanierung der Mittelschule Tännichtschule läuft planmäßig, alle größeren Vergaben sind inzwischen erfolgt. Das Gebäude wird bald abgerüstet. Eine gute Zusammenarbeit hat es mit der Denkmalbehörde – unter anderem zur Fassadensanierung – gegeben. Professor Dr. Ungerer: „Wir denken, dass das Ergebnis alle begeistert.“
Für das Gebäude des ehemaligen Krankenhauses in der Hospitalstraße, welches gegenwärtig Domizil der Tännichtschule ist, ergibt sich möglicherweise eine Nachnutzung durch die Evangelische Grundschule, die ein Gebäude zur Fortentwicklung der Schule sucht. In den beiden Grundschulen Friedrich-Engels-Schule und Lindenschule werden im kommenden Jahr Sanierungen erfolgen.
Zum „Dauerthema“ Begegnungsstätte der Volkssolidarität informierte der Bürgermeister, dass es die Zusage der Volkssolidarität zur Führung einer Begegnungsstätte in Meerane gibt, ungeklärt ist derzeit noch, wo diese eingerichtet werden kann.
Durch den guten Kontakt zur Seniorenbeauftragen Gisela Tegler wurde an die Stadt das Problem des schlechten Fußweges und Überganges über die Chemnitzer Straße zum dortigen Einkaufsmarkt herangetragen. Wie der Bürgermeister berichtet, wird diese kleinere Maßnahme derzeit umgesetzt, um den älteren Mitbürgern den Weg, z.B. auch mit einem Rollator, zu erleichtern.
Ein zweites „Dauerthema“ ist die Überquerung der August-Bebel-Straße, Höhe Markt, da hier auch die Ausfahrt aus dem Parkplatz (Einkaufsmarkt) erfolgt. Die Stadt sucht eine Lösung zum gefahrlosen Überqueren, evt. auch durch eine Veränderung der Ein- und Ausfahrt zum Parkplatz.
Zum Stadtpark informierte der Bürgermeister über die Schäden an der Wunderlich-Ehrung, die laut einem Gutachten nun auf 128.000 Euro für eine grundhafte Sanierung beziffert wurden. Das Denkmal aus Muschelkalksandstein weist Setzungen und Risse auf. „Wir wollen eine Lösung finden, das Ehrenmal ist ein Stück Tradition unserer Stadt“, betonte Professor Dr. Ungerer.
Wie der Bürgermeister weiter mitteilte, freut sich die Stadt über die Gründung des Vereins „Grüne Lunge“, der sich der Pflege des Stadtparks widmen möchte.
Im Bereich Industriebrachen sind derzeit noch drei Brachen im Blick: ehemalige Kammgarn, alte Brauerei Schönberg, ehemalige Technische Textilien. Weiterhin befinden sich inzwischen 60 Objekte in der Bauüberwachung durch die Bauaufsicht der Stadt, die sich z.T. in einem katastrophalen Zustand befinden.
Das gemeinsame Industriegebiet Meerane/Crimmitschau (Erweiterung Gewerbegebiet) ist in der Entwicklung. Hier sollen im nächsten Jahr, so der Bürgermeister, die Weichen für die gemeinsame Erschließung gestellt werden.
Eine positive Nachricht gab es bezüglich der Aufnahme der Ortsteile Dittrich und Waldsachsen in das ILE-Förderprogramm (Integrierte Ländliche Entwicklung) ab der Förderperiode 2014. Bisher waren alle Bemühungen der Stadt Meerane gescheitert, die Ortsteile in Förderprogramme Dorfentwicklung zu integrieren.
Im Anschluss an seine Ausführungen beantwortete der Bürgermeister Fragen aus dem Publikum, unter anderem zur Anbindung Meerane an die S-Bahn-Verbindung Zwickau-Leipzig ab 15. Dezember 2013 und zur Geschäftsordnung des Stadtrates.

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