Aktuelles (26.09.2013)

 

Riesiges Ärgernis in der Stadtbibliothek

Es gibt unappetitliche Vorkommnisse im Alltag unserer Stadt, bei denen die Frage entsteht, ob man sie öffentlich bekanntgeben soll oder nicht. Diesmal sagen wir ja, da das Entsetzen in der Stadtverwaltung und bei den Besuchern der Stadtbibliothek sehr groß war.
Die Nachricht ist kurz und knapp: Eine unbekannte Person verlor bzw. verrichtete ihre Notdurft im Treppenhaus der Stadtbibliothek (Foto). Die Stadt Meerane geht davon aus, dass die unbekannte Person die Stadtbibliothek nicht mit dem Sitz des im Internet vorhandenen „Museum für Scheiße“ verwechselt hat. Dort haben wir die 78. Historie von Till Eulenspiegel entdeckt, die unser unappetitliches Vorkommnis zum Motiv hat. Selbstverständlich haben wir die Verunreinigung beseitigt. Unser Ärgernis ist riesig. Doch kommen wir zu Till Eulenspiegel.

Die 78. Historie sagt, wie Eulenspiegel zu Köln dem Wirt auf den Tisch schiss und ihm sagte, der Wirt möge kommen, dass er es fände.

Bald danach kam Eulenspiegel nach Köln in eine Herberge, und er drückte sich zwei oder drei Tage herum, um sich nicht zu erkennen zu geben. In diesen Tagen merkte er, daß der Wirt ein Schalk war. Da dachte er: Wo der Wirt ein Schalk ist, da haben es die Gäste nicht gut, du solltest dir eine andere Herberge suchen. Am Abend merkte es der Wirt Eulenspiegel an, daß er eine andere Herberge suchte. Er wies den anderen Gästen ihre Betten an, nicht aber Eulenspiegel. Da sprach dieser: "Wie, Herr Wirt, ich bezahle meine Kost ebenso teuer wie die, denen Ihr ein Bett anweist, und ich soll hier auf der Bank schlafen?" Der Wirt sagte: "Siehe, da hast du ein paar Bettlaken!" und ließ einen Furz. Und auf der Stelle ließ er noch einen und sprach: "Siehe, da hast du ein Kopfkissen!" Und zum dritten Male ließ er einen fahren, daß es stank, und sagte: "Siehe, da hast du ein ganzes Bett! Behilf dich bis morgen und lege sie mir auf einen Haufen, damit ich sie beieinander wiederfinde!" Eulenspiegel schwieg still und dachte: Sieh, das merkest du wohl: du mußt den Schalk mit einem Schalk bezahlen. Und er lag die Nacht auf der Bank.

Nun hatte der Wirt einen schönen Klapptisch. Die Flügel klappte Eulenspiegel auf, schiß auf den Tisch einen großen Haufen und klappte ihn wieder zu. Am Morgen stand er früh auf, ging vor des Wirtes Kammer und sprach: "Herr Wirt, ich danke Euch für die Nachtherberge." Und damit ließ er einen großen Furz und sagte: "Seht, das sind die Federn von dem Bett. Das Kopfkissen, die Bettlaken und die Decken mit dem Bett habe ich zusammen auf einen Haufen gelegt." Der Wirt sprach: "Herr Gast, das ist gut, ich will danach sehen, wenn ich aufstehe." Eulenspiegel sagte: "Das tut! Schaut Euch um, Ihr werdet das schon finden!" Und damit ging er aus dem Haus.

Der Wirt sollte zu Mittag viele Gäste haben und sagte, die Gäste sollten auf dem hübschen Klapptisch essen. Als er nun den Tisch aufmachte, zog ihm ein böser Gestank in die Nase, er fand den Dreck und sprach: "Er gibt den Lohn nach den Werken, einen Furz hat er mit einem Scheißen bezahlt."

Dann ließ der Wirt Eulenspiegel zurückholen, weil er ihn noch besser kennenlernen wollte. Eulenspiegel kam auch wieder, und er und der Wirt vertrugen sich in ihrer Schalkheit so, daß Eulenspiegel fortan ein gutes Bett bekam.


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