Aktuelles (18.07.2013)

 

Aufgrund einer aktuellen Presseanfrage zur Handreichung des LfULG zum Thema "Radioaktive Stoffe bei Baumaßnahmen" veröffentlichen wir die Stellungnahme der Stadt Meerane:

Die Stadt Meerane hat zwei radiologische Untersuchungen veranlasst, die durch ein entsprechend zertifiziertes Fachbüro (G.U.B. Ingenieur AG Zwickau und Plauen) durchgeführt wurden:

Zunächst eine Ortsdosisleistungsmessung über den Ortsstraßen von Waldsachsen, Meerane – Radiologische Untersuchung, deren Ergebnisse im Dezember 2012 vorlagen.
Nach den vorliegenden Ergebnissen ist festzuhalten, dass sich keine unmittelbare Gefährdung für die Bevölkerung nach der Strahlenschutzverordnung ergibt. Nach § 46 Abs. 1 der Strahlenschutzverordnung (StrSchV) beträgt der Grenzwert für den Schutz von Einzelpersonen der Bevölkerung 1 Millisievert pro Jahr.

Auf diese Untersuchung aufbauend, erfolgte eine Untersuchung des Ponitzer Weges und des Siedlerweges sowie Ortsdosisleistungsmessungen über weiteren Straßen und Wegen in Waldsachsen – Radiologische Untersuchung von Straßenbaumaterial, deren Ergebnisse seit April 2013 vorliegen.
Die Untersuchungen des Ponitzer Weges und des Siedlerweges (beide als Ortsstraßen in der Unterhaltslast der Stadt Meerane) bestätigten die Ergebnisse der ersten Untersuchung. Der Grenzwert für den Schutz von Einzelpersonen der Bevölkerung nach § 46 Abs. 1 der StrSchV von 1 Millisievert pro Jahr wird nicht überschritten. Die maximalen Jahreswerte der effektiven Dosis von 0,04 und 0,24 Millisievert pro Jahr liegen im Schwankungsbereich der externen natürlichen Strahlenexposition. Die natürliche Strahlung beträgt in Waldsachsen nach der ersten Untersuchung sowie den Angaben des Messnetzes zur Überwachung der Gamma-Ortsdosisleistung des Bundesamtes für Strahlenschutz 0,85 Millisievert pro Jahr.

Für die S 288 (Hauptstraße) in der Ortslage Waldsachsen sind entsprechend der Zuständigkeitsregelungen im Freistaat Sachsen die Straßenbauämter des Landkreises oder das Landesamt für Straßenbau und Verkehr zuständig. Die Stadt Meerane ist nicht befugt, über diese beiden Ämter Auskunft zu geben.

Entsprechend den gesetzlichen Vorgaben gibt es bei Unterschreitung des Grenzwertes von 1 Millisievert pro Jahr keine Sanierungspflicht. Werden Materialien jedoch im Rahmen von Baumaßnahmen ausgehoben oder abgebrochen und ist eine Beseitigung vorgesehen, so ist hierfür eine strahlenschutzrechtliche Genehmigung erforderlich, sofern gesetzliche Freigrenzen bzw. Überwachungsgrenzen überschritten sind. Die Genehmigung dient dem Schutz der bei der Baumaßnahme Beschäftigten. Sie gewährleistet weiterhin, dass die anfallenden radioaktiven Stoffe nur auf bestimmten vorgeschriebenen Wegen entsorgt und verwertet werden. Die für Sachsen zuständige Behörde für die strahlenschutzrechtliche Genehmigung von solchen Bauvorhaben ist das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG).

Für die Stadtverwaltung Meerane sind diese Verwaltungsabläufe kein Neuland. Im Rahmen der Beseitigung der Industriebrachen wurden in den vergangenen Jahren vielfältig belastete Materialien ausgehoben, abgebrochen und entsprechend der jeweiligen gesetzlichen Vorgaben beseitigt und damit der Meeraner Boden entgiftet. Dazu zählt in einem Fall auch „Wismutschotter“ der beim Abbruch des ehemaligen IFA-Geländes in der Waldenburger Straße entdeckt, fachgerecht ausgehoben und entsorgt wurde. Das Material war unbekannt, d. h. auch, dass der Stadt Meerane weiterhin unbekannt ist, wer, wann und wo Wismut-Haldenmaterial in der DDR erhielt und verbaute. Für Waldsachsen gibt es noch die Spezifik, dass Waldsachsen bis 1974 eine eigenständige Gemeinde war. Die Stadt Meerane hat zu der eigenständigen Gemeinde Waldsachsen keine archivierten Verwaltungsunterlagen.

Das LfULG hat in seiner Schriftenreihe (Heft 13/2013) im Juni 2013 eine 149seitige Schrift mit dem Titel „Radioaktive Stoffe bei Baumaßnahmen“ veröffentlicht. Darin geht es schwerpunktmäßig um Grundsätze für die Antragstellung für Umgang, Verwertung oder Beseitigung; die Schrift richtet sich an Antragsteller und Planer sowie Bauausführende im Bau- und Straßenbereich. Ziel ist es, den betroffenen Akteuren umfassende Informationen für eine strahlenschutzgerechte, sichere und kostengünstige Verwertung oder Beseitigung zu geben. Ergänzende Informationen sind auf der Homepage des LfULG eingestellt ( www.umwelt.sachsen.de/umwelt/strahlenschutz/index.html ).

Die Stadt Meerane begrüßt ausdrücklich die aktuellen inhaltlichen Klarstellungen und Informationen des LfULG, insbesondere auch zu den Vorgängen der Uranerzgewinnung in der DDR. Da die Stadt Meerane bei ihren Untersuchungen die fachlich zertifizierten Ingenieure der G.U.B. beauftragte, sind deren Untersuchungstechniken und Untersuchungsergebnisse absolut auf dem fachlichen Niveau und Standard, den das LfULG in seiner aktuellen Veröffentlichung setzt. Insofern ergibt sich für die Stadt Meerane aus den LfULG-Veröffentlichungen kein zusätzlicher Handlungsbedarf.

Die derzeit laufenden vielfältigen Baumaßnahmen der Stadt Meerane – Rückbau/Abbruch, Straßenbau, Hochbau, Kanalbau, Brückenbau – haben keine radioaktiven Stoffe zu Tage gefördert.


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