Aktuelles (19.07.2013)

 

Geleitwort zur Beflaggung zum 20. Juli, dem Gedenktag an die Frauen und Männer des Deutschen Widerstands gegen den Nationalsozialismus

Am 20. Juli 2013 jährt sich zum 69. Mal das Attentat von Claus Graf Schenk von Stauffenberg auf Adolf Hitler. Das Attentat und der Umsturz gegen die Nationalsozialisten („Operation Walküre“) scheiterten. Sie waren die sichtbarsten Zeichen des Widerstands von Deutschen gegen die Herrschaft Adolf Hitlers in der Zeit des Nationalsozialismus. Die Beteiligten der Verschwörung stammten aus vielen Schichten der deutschen Bevölkerung. Am 20. Juli 1944 wurde die deutsche Selbstbefreiung gewagt. Es war ein Versuch, dem Verbrechen ein Ende zu bereiten. Die Frauen und Männer des 20. Juli bestritten einen nahezu aussichtslosen Kampf gegen das Terrorregime, das unendliches Unheil über Deutschland und seine Nachbarn gebracht hat. Obwohl schon bereits wenige Stunden nach dem Sprengstoffanschlag gegen Adolf Hitler klar wurde, dass das Attentat missglückt war, warfen die Widerständler ihr Leben und ihre Existenz in die Waagschale, um das nahezu Unmögliche doch noch zu erreichen.

Die Ermittlungen der nationalsozialistischen Geheimen Staatspolizei gegen die Widerständler zogen sich bis zum Kriegsende 1945 hin. Heute geht man von ca. 700 Inhaftierungen und mehr als 110 Exekutionen aus. Stauffenberg und die meisten seiner Mitverschworenen wurden erschossen oder aufgehängt. Selbst nicht direkt Beteiligte, wie Generalfeldmarschall Erwin Rommel, beseitigte Hitler, indem er sie zum Freitod zwang.

Zum Gedenken an die Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944 wurde am 20. Juli 1953 im Innenhof des Gebäudekomplexes Bendlerblock an der Stauffenbergstraße 18 in Berlin-Tiergarten eine von Richard Scheibe erschaffene Bronzefigur enthüllt, die einen jungen Mann mit gebundenen Händen darstellt. Eine Inschrift besagt:

„Ihr trugt die Schande nicht, Ihr wehrtet Euch, Ihr gabt das große ewig wache Zeichen der Umkehr, opfernd Euer heißes Leben für Freiheit, Recht und Ehre.“

Das Andenken der Frauen und Männer des deutschen Widerstands gehört zu den großen Vermächtnissen unserer Geschichte. Dazu zählen vor allem der Widerstand der Arbeiterbewegung, der Widerstand der Kirchen, der bürgerlich-konservative Widerstand, der militärische Widerstand und der Widerstand der Jugend. Der heutige Gedenktag erinnert daran, dass diese Frauen und Männer Mut und Entschlossenheit bewiesen, wo Freiheit und Gewissen dies forderten. Entschlossen für ein Leben in Freiheit einzutreten – das ist das Vermächtnis der Deutschen, die für ihre Überzeugung ermordet wurden. Sie repräsentieren eine Haltung, die zu Recht „das andere Deutschland“ und „der Aufstand des Gewissens“ genannt worden ist.

<< zurück