Hilfe für Felix

 


Knochenmarkspender für kleinen Meeraner Felix gesucht

Registrierungsaktion am 27. Juli, 10 bis 18 Uhr, Sportpark Meerane


Der 1-jährige Felix aus Meerane ist an Blutkrebs erkrankt. Um ihm und anderen Patienten, wie auch dem 46-jährigen Jörg aus Werdau, zu helfen, veranstaltet die DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei gemeinnützige Gesellschaft mbH am 27. Juli 2013 von 10 bis 18 Uhr in Meerane eine Registrierungsaktion. Jeder (!) kann helfen und sich als potenzieller Stammzellspender aufnehmen lassen oder Geld spenden, damit die Typisierungen finanziert werden können.
Die Schirmherrschaft übernehmen Dr. Christoph Scheurer, Landrat des Landkreises Zwickau, Professor Dr. Lothar Ungerer, Bürgermeister der Stadt Meerane, und Stefan Czarnecki, Oberbürgermeister der Stadt Werdau.
Felix kann nur überleben, wenn es  – irgendwo auf der Welt – einen Menschen mit nahezu den gleichen Gewebemerkmalen im Blut gibt, der zur Stammzellspende bereit ist. Es kommt nur sehr selten vor, dass zwei Menschen nahezu identische Gewebemerkmale haben. Im günstigsten Fall liegt die Wahrscheinlichkeit bei 1:20.000, bei seltenen Gewebemerkmalen findet sich eventuell unter mehreren Millionen kein ,genetischer Zwilling'. Die Suche ist aber auch deshalb so schwer, weil noch immer viel zu wenig Menschen als potenzielle Stammzellspender zur Verfügung stehen. Denn: Wer sich nicht in eine Spenderdatei aufnehmen lässt, kann nicht gefunden werden. Bislang war die weltweite Suche nach einem passenden Stammzellspender für Felix erfolglos. Um ihm zu helfen, organisieren Freunde und Familie gemeinsam mit der DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei eine Registrierungsaktion und hoffen, dass möglichst viele Menschen aus der Region die Gewebemerkmale ihres Blutes bestimmen lassen. Jeder, der sich als potenzieller Stammzellspender in die DKMS aufnehmen lässt, ist eine weitere Chance für Patienten weltweit und kann vielleicht schon morgen zum Lebensspender werden.
Auch Bürgermeister Professor Dr. Lothar Ungerer hofft auf eine große Beteiligung: „Mit der eigenen Typisierung kann jeder mithelfen, dem kleinen Felix eine Chance auf Leben zu geben.“

Rahmenprogramm
Neben der Verköstigung der Besucher ist ein umfangreiches Rahmenprogramm geplant:
13 Uhr: Beverly Dance
14 Uhr: Tanzboden e.V.
15 Uhr: Meeta-Girls
16 Uhr: Blasmusikverein Meerane 1968 e.V.
Hüpfburg uvm.


Interview mit Annika Schirmacher, Spenderneugewinnung bei der DKMS Deutsche
Knochenmarkspenderdatei gemeinnützige Gesellschaft mbH

Wer kommt als Spender in Frage, wer nicht?
Annika Schirmacher: Grundsätzlich kommt jeder gesunde Mensch zwischen 18 und 55 Jahren, der mindestens 50 kg wiegt, als Spender in Frage. Ausschlussgründe sind beispielsweise schwere Erkrankungen des Herzens oder der Lunge, chronische Erkrankungen wie beispielsweise Diabetes, Krebserkrankungen, Hepatitis B, C oder D. Für Detailfragen steht am Aktionstag ein DKMS-Betreuer vor Ort zur Verfügung.

Wie läuft die Registrierung am Aktionstag ab?
Annika Schirmacher: Nach dem Ausfüllen einer Einverständniserklärung werden dem Spender fünf Milliliter Blut aus der Armvene entnommen. Für den Spender ist das zunächst eine Sache von 5 bis 10 Minuten und ein kleiner Piks. Damit ist der erste Schritt getan, um einem Menschen das Leben retten zu können.

Wonach wird die Blutprobe untersucht?
Annika Schirmacher: Bei einer Typisierung werden die Gewebemerkmale des Blutes bestimmt. Die Blutgruppe spielt hier keine Rolle. Die Befunde werden anschließend anonymisiert an das Zentrale Knochenmarkspender Register (ZKRD) in Ulm weitergeleitet, wo sie für Patientenanfragen aus dem In- und Ausland zur Verfügung stehen.

Die Aufnahme in die DKMS kostet 50 Euro. Wofür wird das Geld benötigt?
Annika Schirmacher: Die Bestimmung der Gewebemerkmale des Blutes (Typisierung) ist eine sehr aufwendige Laboruntersuchung. Für die Neuaufnahme eines potenziellen Lebensspenders entstehen der DKMS Kosten in Höhe von 50 Euro, die weder von den Krankenkassen übernommen noch staatlich bezuschusst werden, sondern allein durch Spendengelder finanziert werden müssen. Wir wissen natürlich, dass nicht jeder seine Registrierungskosten selbst tragen kann. Aber auch kleine Beträge helfen. Jeder Euro zählt!

Wann kommt man als Stammzellenspender in Frage?
Annika Schirmacher: Die Gewebemerkmale von Patient und Spender müssen nahezu hundertprozentig übereinstimmen, damit eine Transplantation erfolgreich durchgeführt werden kann. Anders als bei den verschiedenen Blutgruppen ist die Übereinstimmung der Gewebemerkmale zweier Menschen allerdings äußerst selten. Deshalb ist es sehr wichtig, dass so viele Menschen wie möglich als potenzielle Stammzellspender registriert sind.

Wie groß ist die Chance, einen passenden Spender zu finden?
Annika Schirmacher: Bei häufigen Merkmalskombinationen kann ein Spender unter 20.000 gefunden werden, bei seltenen Gewebemerkmalen findet sich eventuell unter mehreren Millionen kein passender Spender.

Was geschieht mit den Blutproben, die abgegeben werden?
Annika Schirmacher: Alle Blutproben der Aktion werden sofort nach der Aktion ins Labor gebracht und untersucht! Im Labor werden zehn Gewebemerkmale analysiert. Entscheidend für eine Stammzellspende ist die Übereinstimmung von mindestens acht Gewebemerkmalen zwischen Patient und Spender.

Gesetzt den Fall, die HLA-Merkmale eines Spenders stimmen mit denen eines Patienten überein. Was geschieht danach?
Annika Schirmacher: Kommt man als Spender für einen Patienten in Frage, kommt es zu einer Bestätigungstypisierung. Dann ist der Zeitpunkt gekommen, an dem sich der potenzielle Spender endgültig entscheiden muss, ob er für den Patienten zur Verfügung stehen will. Wenn er „ja“ sagt, wird bei ihm ein gründlicher Gesundheits-Check-up durchgeführt. Die bloße Registrierung bei der DKMS beinhaltet zunächst nicht die bindende Verpflichtung zu einer tatsächlichen Stammzellspende. Denn oft kommt es erst nach Jahren zu einer Anfrage für eine Stammzellspende und in dieser Zeit können im Leben eines Spenders Umstände (z.B. Krankheiten) eingetreten sein, die eine Stammzellspende unmöglich machen.

Was passiert bei einer Knochenmark- oder Stammzellentnahme?
Annika Schirmacher: Es gibt zwei verschiedene Entnahmeverfahren:
1. Seltener durchgeführt wird inzwischen die Knochenmarkentnahme, bei der dem Spender das Blut-Knochenmarkgemisch unter Vollnarkose direkt aus dem Beckenkamm (nicht etwa Rückenmark!) entnommen wird. Es bildet sich übrigens nach zwei Wochen wieder vollständig nach.
2. Die wesentlich häufigere Methode (80%) ist die periphere Stammzellentnahme: Dem Spender wird über mehrere Tage ein Medikament verabreicht, welches die Produktion der Stammzellen im Knochenmark anregt und diese in die Blutbahn ausschwemmt. Nach dieser Vorbehandlung werden die Stammzellen über ein spezielles Verfahren aus dem Blut gesammelt.

Muss sich der Spender auf einen längeren Krankenhausaufenthalt gefasst machen?
Annika Schirmacher: Nur bei der Knochenmarkentnahme ist ein Krankenhausaufenthalt nötig, der etwa 2–3 Tage dauert. Die periphere Stammzellspende wird ambulant durchgeführt und dauert in der Regel vier Stunden.

Was sind die Anzeichen für einen Erfolg einer Stammzelltransplantation?
Annika Schirmacher: Nach etwa zwei bis vier Wochen gibt der Anstieg der weißen Blutkörperchen erste Anhaltspunkte dafür, ob die neuen Stammzellen ihre Aufgabe aufgenommen haben und – wie gewünscht – gesunde Blutzellen bilden. Ist beim Patienten ein stetiger Anstieg weißer Blutkörperchen nachweisbar ist, steigt auch seine Chance auf ein zweites Leben.

Welche Risiken gibt es bei der Stammzellentnahme?
Annika Schirmacher: Bei der Knochenmarkentnahme besteht für ein paar Tage ein lokaler Wundschmerz. Das Risiko beschränkt sich bei dieser Methode auf das übliche Narkoserisiko! Bei der peripheren Stammzellspende können während der Vorbereitungsphase grippeähnliche Symptome auftreten. Langzeitnebenwirkungen sind nach heutigem Forschungsstand nicht bekannt.

Welches Krankenhaus entnimmt dem Spender Stammzellen?
Annika Schirmacher: Die DKMS kooperiert bundesweit mit ausgesuchten und routinierten Entnahmezentren. Die gesamte Reiseabwicklung inklusive Unterkunft übernimmt die DKMS für ihre Spender. Dem Spender entstehen keine Kosten.


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