Aktuelles (18.03.2013)

 

Meeraner Künstler TASSO berichtet über Reisen nach China und Indien

Als offizieller Repräsentant der Hip-Hop-Szene gestaltete der Meeraner Künstler Jens TASSO Müller gemeinsam mit vier weiteren Graffitikünstlern den Deutschen Nationalen Tag im Deutschen Pavillon zur EXPO 2010 in Shanghai. Was er dort und auf weiteren Reisen durch Indien erlebte, berichtete er in Wort und Bild im Februar 2013 in der Galerie ART IN im Kunsthaus. Seiner Einladung war ein großes Publikum gefolgt. Wollten doch viele gern außergewöhnlich Erlebtes aus erster Hand erfahren, aus einer Kultur, die sich mit der Unseren nicht vergleichen lässt. „Ich habe viel gelernt und auch, dass man eine Kultur so belassen sollte, wie sie ist“, betonte Tasso, „es gibt Dinge, die wir einfach nicht nachvollziehen können, die aber dort selbstverständlich sind.“
Wie aus seinen Fotodokumentationen hervorgeht, liebt der Meeraner Künstler die Herausforderungen, freut sich, Kunst an andere weiterzugeben und die Luft der großen weiten Welt zu schnuppern. Tasso nahm das Publikum auf eine spannende Reise mit. Sein Ziel zur EXPO in Shanghai war, den einheimischen Künstlerkollegen das fotorealistische Sprühen näher zu bringen, da diese Art des Graffiti noch nicht so bekannt ist. „Selbstverständlich haben wir dort in typisch deutscher Tracht mit Lederhose unsere Werke ausgestellt“, erzählte er. An der EXPO nahmen 242 Aussteller teil, davon 192 Nationen und 50 internationale Organisationen. Mit 73 Millionen Besuchern wurde ein neuer Rekord aufgestellt, so dass auch die Graffitikunst einem Riesenpublikum nahe gebracht werden konnte.
Wie Tasso erklärt, habe man natürlich auch die Möglichkeiten genutzt, Fassaden und Wände außerhalb der Ausstellung zu verschönern: „Am Ende zählen für mich die Bilder, die ich hinterlasse“, berichtete er. Er und seine Kollegen haben dabei aber immer die heimische Kultur im Blick gehabt, um den Graffitikünstlern vor Ort zu zeigen, dass es wichtig ist, in die Bilder traditionelle Elemente einfließen zu lassen. So hat sich beispielsweise einer seiner Künstlerkollegen – Loomit – intensiv mit den Schriftzeichen auseinandergesetzt.

Auch die weitere dreiwöchige Reise nach Mumbai (Indien) war für Tasso eine interessante Erfahrung und Herausforderung zugleich. Neben den Workshops, die er dort leitete, galt es auch auf eigens dafür aufgestellten Wänden vor der Deutschen Botschaft die Graffitikunst publik zu machen.
Dabei erlebten sie auch so manche lustige Situation, eine führt fast dazu, dass der Rikschaverkehr vor Ort zum Stillstand kam: „Wir hatten immer Zaungäste, wurden häufig angesprochen, was wir machen, und so kam es, dass wir einem Rikschafahrer auf seinem Gefährt eine Winterlandschaft sprühten.“ Das war natürlich sehr außergewöhnlich und sprach sich in Windeseile herum. „Wir staunten nicht schlecht, als plötzlich dutzende Inder mit ihren Drahteseln und Autos bei uns auftauchten und ebenfalls ein Bild haben wollten.“ Anfangs haben sich die Künstler noch bemüht, den Wünschen gerecht zu werden, doch dabei blieb die geplante Arbeit an den Wänden der Deutschen Botschaft liegen. „Wir mussten uns also etwas einfallen lassen, um den Einheimischen freundlich klar zu machen, dass wir nicht alle Fahrzeuge besprühen können.“ Das gelang, und so konnten die Bilder an der Botschaft fertiggestellt werden und die Künstler nach weiteren Workshop- und Sprühaktionen die Heimreise antreten.
Wann es für Tasso wieder einmal heißt, die Koffer für eine Reise in ein fernes Land zu packen, war noch nicht ganz klar. Doch eines, so sein Resümee am Ende, sei sicher: „Ich liebe mein kleines Meerane und würde nie in eine Metropole wechseln wollen!“

Der Meeraner Künstler Jens TASSO Müller berichtete in der Galerie ART IN von seinen Erlebnissen in Indien und China. Wie auch seine Ausstellung stieß der Vortrag von Jens TASSO Müller in der Galerie ART IN auf großes Interesse beim Publikum.

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