Aktuelles (21.03.2013)

 

111 Jahre Firmengruppe Schwarz - Meeraner Familienunternehmen blickt auf bewegte Geschichte

„Ja zu 111 Jahren“ – unter diesem Motto feierte die Meeraner Firmengruppe Schwarz – dazu gehören die Schwarz Druck Werbung und Verlag GmbH und die Schwarz Medien-Center GmbH – am 13. März 2013 gemeinsam mit Geschäftspartnern, Kunden und Freunden ein ganz besonderes Firmenjubiläum. Auf den Tag genau 111 Jahre zuvor, am 13. März 1902, hatte Max R. Otto mit der Gründung einer Buchdruckerei den Grundstein für die erfolgreiche Firmengeschichte gelegt.
Dr. Klaus Schwarz, Urenkel des Gründers, führt heute gemeinsam mit seiner Frau Petra Schwarz das Unternehmen, und mit Prokuristin Tina Schwarz ist inzwischen die fünfte Generation hier tätig.
Nach der Begrüßung der zahlreichen Gäste, zu denen auch Bürgermeister Professor Dr. Lothar Ungerer zählte, erinnerte Dr. Klaus Schwarz an viele bewegte Zeiten in den vergangenen 111 Jahren. Dabei begleitete ihn der angekündigte Überraschungsgast – nämlich ebenjener Max R. Otto, der mit schauspielerischem Talent und Videotechnik zum Leben erweckt wurde. Im Dialog zwischen dem Firmengründer, der die „wahre Gründungsstory“ mitgebracht hatte und seinem Urenkel wurde die Firmengeschichte lebendig – vom Start mit einem Schreibwaren- und Schulbedarfsladen und der Buchdruckerei im Jahr 1902 bis ins Jahr 2013, in dem die Firmengruppe Schwarz eine Druckerei und eine Corporate Design Agentur unter ihrem Dach vereint, im neuen Firmengebäude an der Guteborner Allee im Meeraner Wirtschaftszentrum.
Dazwischen lagen zahllose „Herausforderungen der Zeit“, wie es auch in der Firmenchronik nachzulesen ist: Inflation, Weltkriege, Arbeitslosigkeit und Weltwirtschaftskrise, Papier- und Maschinenknappheit in der Nachkriegszeit, Kampf um Druckgenehmigungen, gedrosselte Papierkontingente und vieles mehr. Dazu gehört auch die immense technische Entwicklung in der Druckbranche, eine Herausforderung, der sich das Unternehmen bis heute erfolgreich stellt.
Als Dr. Klaus Schwarz und Petra Schwarz im Jahr 1990 nach dem plötzlichen Tod von Rolf Schwarz, dem Bruder von Klaus Schwarz, die Firma übernahmen, waren hier vier Mitarbeiter tätig. Heute sind es 17. Auch in der Ausbildung engagiert sich das Unternehmen seit Jahren.
„Um alt zu werden, ohne alt auszusehen, ist ein Um- und Querdenken nötig, müssen neue Geschäftsmodelle erprobt, neue Marken und Marketingkonzepte kreiert werden. Weg von der Masse, rein in die Klasse “, betonte Dr. Klaus Schwarz in seiner Rede. Dafür steht auch das neue Firmenlogo, welches Dr. Klaus Schwarz vorstellte. „Das Logo stellt einen Fingerabdruck dar, passend zum kreativen Leistungsspektrum. Der Pantherkopf in der Mitte steht für Werbung mit Biss “, nannte er eine Devise und erinnerte an ein Zitat von M.T. Cicero „Fang nie an, aufzuhören – höre nie auf, anzufangen.", welches auch auf der Einladung zum Firmenjubiläum zu lesen war.
„Wir freuen uns, dass Sie mit uns viele erfolgreiche Wege gegangen sind. Durch Ihr in uns gesetztes Vertrauen und den gemeinsamen Erfolg sind wir für Sie zu einem starken Partner geworden", wandte sich Dr. Klaus Schwarz an die Gäste. „Erfolg hat man nur, wenn es Spaß macht“, fügte er hinzu.
Er dankte für die vielen Glückwünsche, Anerkennungen und netten Worte. Ebenso richtete Dr. Klaus Schwarz seinen Dank an das gesamte Team der Firmengruppe Schwarz für die engagierte Arbeit und die Treue zum Haus.

Bürgermeister Professor Dr. Lothar Ungerer gratulierte der Geschäftsführung und dem gesamten Team mit einem Grußwort: „Die Art und Weise, wie die notwendigen Umstrukturierungen des Familienunternehmens vor allem in den letzten Jahren geplant und vollzogen worden sind, ist beispielhaft. Sie sind Teil einer bewegten 111-jährigen Firmengeschichte. 111 Jahre sind ein fürwahr stolzes Alter. Dafür spreche ich Ihnen namens der Stadt Meerane und persönlich Respekt, Dank und Ermutigung aus“, sagte er.
Er erinnerte an die verschiedenen gesellschaftlichen Systeme während der vergangenen 111 Jahre. „Die systemischen Veränderungen haben die Firma Otto bzw. Schwarz in den 111 Jahren immer wieder gezwungen, sich zu entfalten, sich neu zu erfinden. Andere haben dies nicht vollzogen. Noch in den 1930er Jahren gab es 10 Buchdruckereien bzw. Druckereien in unserer Stadt. Heute haben wir nur noch eine“, so der Bürgermeister. Anpassung und Flexibilität, Verantwortung und Urteilskraft zählte er als Faktoren für den Erfolg des Unternehmens auf sowie drei unternehmerische Tugenden, die auch die Firmengruppe Schwarz auszeichnen: die absolute Zuverlässigkeit für die Kunden, den Blick für das Wesentliche und das professionelle Handeln.

Professor Dr. Klaus-Jürgen Matthes, ehemaliger Rektor der Technischen Universität Chemnitz, überbrachte die Grüße des Industrievereins Sachsen 1828 in seiner Eigenschaft als einer der Kuratoren des Vereins. Dieser zählt derzeit genau 111 Mitglieder, wie Professor Dr. Matthes bemerkte. „Sie können stolz auf Ihr Traditionsunternehmen sein, der Industrieverein Sachsen ist ebenso stolz auf die Firmengruppe Schwarz“, betonte er. Ein wichtiges Thema des Industrievereins ist die Unternehmensnachfolge. „Hier steht Ihr Unternehmen beispielhaft: Mit der Einbeziehung Ihrer Tochter in die Unternehmensführung ist dies ausgezeichnet gelungen“, lobte er.

Auf die Gäste der Jubiläumsfeier wartete an diesem Abend noch ein ganz besonderes Spektakel: Durchgeführt wurde eine „Gautsche“ – die Aufnahme eines Gesellen, der seine Ausbildung abgeschlossen hat, als vollwertiges Mitglied der Zunft, in diesem Fall in die Zunft der Buchbinder. Florian Weigelt hat seine Ausbildung zum Buchbinder bei der Firmengruppe Schwarz abgeschlossen, mit der nun erfolgten Zeremonie gehört er zum Kreis der Gesellen, ganz im Sinne Gutenbergs.
Dr. Klaus Schwarz selbst schlüpfte in die Rolle des Gautschmeisters, weitere Mitarbeiter fungierten als sogenannte Pakker und Schwammhalter. Diese müssen alle selbst Gesellen sein, das heißt ebenfalls schon gegautscht und als Drucker, Setzer oder Buchbinder tätig.
Der vor der Gautsche noch nicht ganz fertige Geselle heißt Kornut. Als Kornut musste Florian Weigelt – nachdem die Pakker ihn aufgespürt hatten – zuerst auf einem Hocker mit einem triefend nassem Schwamm Platz nehmen. Der Schwammhalter drückte ihm den Schwamm nochmals über dem Kopf aus, und dann warfen die Pakker ihn in die Gautschwanne – mit 13 Grad kaltem Wasser!
Danach musste er einen Humpen Bier leeren, und dann gab es – überreicht vom Gautschmeister – den Gautschbrief.
Darin heißt es unter anderem:
„Laßt seinen Corpus posteriorum fallen
auf diesen nassen Schwamm,
bis triefen beide Ballen!
Der durst'gen Seele gebt ein Sturzbad obendrauf!
Das ist dem Sohne Gutenbergs die allerbeste Tauf!“

Dr. Klaus Schwarz begrüßte die vielen Gäste zur Jubiläumsfeier 111 Jahre Firmengruppe Schwarz am 13. März. Überraschungsgast: Dr. Klaus Schwarz sprach mit seinem Urgroßvater und Firmengründer Max R. Otto über die vergangenen 111 Jahre.
Ein besonderer Gast wurde mit Gerhard Kretschmar (Mitte) begrüßt, der 50 Jahre im Unternehmen tätig war.

Grüße des Industrievereins Sachsen 1828 überbrachte Professor Dr. Klaus-Jürgen Matthes,
ehemaliger Rektor der Technischen Universität Chemnitz.

Die Geschäftsführung der Firmengruppe Schwarz: Petra Schwarz, Dr. Klaus Schwarz, Tina Schwarz (von rechts). Vorbereitungen für die "Gautsche" eines noch unfertigen Gesellen. Dr. Klaus Schwarz als Gautschmeister.
Der Kornut wurde von den Pakkern eingefangen und in die Gautschwann geworfen. Nach der erfolgten Zeremonie gab es den "Gautschbrief" vom Gautschmeister.
Die Meeraner Guggemusik "Rasselbande '97" gab die Einstimmung für das spätabendliche Feuerwerk und spielte im Anschluss im Foyer des Firmengebäudes noch einige Stücke.
   

<< zurück