Aktuelles (04.01.2013)

 

Gemeinsam viel erreicht! - Interview mit dem Bürgermeister der Stadt Meerane, Herrn Professor Dr. Lothar Ungerer

In der Meeraner Zeitung vom 21. Dezember 2012 ist das folgende Interview mit Bürgermeister Professor Dr. Lothar Ungerer erschienen:

MZ: Herr Professor Dr. Ungerer, in Meerane lässt sich auch 2012 wieder Neues entdecken?

Professor Dr. Lothar Ungerer: Wir haben alle gemeinsam viel getan. Die Stadtentwicklung hat auch 2012 wichtige und bedeutsame Impulse erfahren. Dazu zählen unter anderem viele private Projekte: Häuser wurden modernisiert oder neugestaltet. Das ist ein schönes Bild, und wir freuen uns über alle Initiativen, ob Einzelhäuser, Villen, Reihenhäuser oder Geschäftsgebäude.
Aus städtischer Sicht bedeutsam ist die Fertigstellung des Gebäudes Untere Mühlgasse 11a mit dem Höhlermuseum. Es vollendet das Ensemble der Italienischen Treppe um die Stadtkirche St. Martin. Auch wenn das Gebäude manchem zu modern erscheint, haben wir dazu sehr viele positive Rückmeldungen erhalten. Besonders freut uns, dass die Meeraner Höhler eine Würdigung als bedeutsame Einrichtung für unsere Stadt erfahren. Großen Anteil daran hat Herr Bergbauingenieur Manfred Höbald. Die Resonanz auf die letzten Führungen war ausgesprochen gut.
Positive Rückmeldungen erfahren wir auch zum neuen Meeraner Bahnhof. Die Mühen um die neue Verknüpfungsstelle haben sich damit gelohnt.
Im Programm Platzgestaltung wurde 2012 der neue Pestalozziplatz fertiggestellt. Das Schöne daran ist, dass in die Gestaltung des Platzes eine großzügige Spende einer Meeraner Bürgerin geflossen ist, die unerwähnt bleiben möchte, bei der ich mich aber nochmals herzlich bedanke!
Und wir haben einen neuen Marktbrunnen! Die jahrelange Arbeit der Fördergemeinschaft „Mehr Meerane“, unterstützt durch viele Bürgerinnen und Bürger und den Meeraner Dampfkesselbau, hat nun endlich zum neuen Brunnen auf dem Marktplatz geführt, ganz nach der Devise: Was lange währt, wird gut. Im Frühjahr 2013 wird er noch feierlich geweiht.
Erwähnen möchte ich ebenfalls den Start in das große Vorhaben Rosental, wo bis 2014 die Straßen Rosental, Augasse und Auberg gerichtet werden.

MZ: Was machen unsere alten Industrieanlagen?

Professor Dr. Ungerer: Auch hier konnten wir unsere Vorhaben realisieren. Die ehemalige Palla Rosa-Luxemburg-Straße ist erledigt, die Fläche gestaltet; das große ALWO-Projekt in der Stadionallee hat begonnen und wird bis Frühjahr 2013 beendet sein. Und da wir bei diesem Thema sind: Im Herbst 2013 wird der Start zum Abbruch der Palla in der Gartenstraße erfolgen, das letzte große Projekt. Diese Vorhaben werden mit Geldern der Europäischen Union gefördert, worüber die Stadt sehr dankbar ist.

MZ: Apropos Geld: Wie steht es um die Finanzen der Stadt?

Professor Dr. Ungerer: Geld hat man bekanntlich nie genug, aber wir sind 2012 zufrieden, dass es der Stadt gelungen ist, erhebliche Fördermittel durch die EU, den Bund und das Land in die Kasse zu spülen. Der Schuldenabbau geht zügig voran, und die Verwaltung spart, wo immer sie kann.
Für 2013 gibt es aber eine Situation, die sehr schwer ist. Die Zwangsumlage, die die Stadt an den Landkreis zu bezahlen hat, soll sich um rund 1 Mio. Euro erhöhen. Damit schöpft der Landkreis insgesamt im nächsten Jahr knapp 4,8 Mio. Euro ab. Dies müssen wir noch im HH-Plan 2013 verarbeiten, der dem Stadtrat im Januar zum Beschluss vorgelegt wird.

MZ: Welches Projekt lag Ihnen 2012 am meisten am Herzen?

Professor Dr. Ungerer: Über Jahre hinweg haben wir das Ziel des Gewerbegebietskindergartens verfolgt, um Eltern, die in unserem Gewerbegebiet arbeiten, die Möglichkeit einer Kinderbetreuung anzubieten. Dass dieser Kindergarten nun eröffnet wurde, freut uns für die Familien.
Mächtig stolz sind die Meeraner auch über die Inbetriebnahme der Produktion im neuen Werk der Fa. Magna, wo wir im Zusammenhang mit der Unternehmensansiedlung mit Unterstützung des Landes die Verkehrssituation an dieser Kreuzung verbessern konnten. Der neue Kreisverkehr ist in Betonbauweise hergestellt, was sich gerade jetzt in der Winterzeit positiv auf das Verkehrsgeschehen auswirkt.
Große Freude herrscht auch über die Genehmigung des Landratsamtes zur Erweiterung des Gewerbegebietes. Die Unternehmen benötigen Flächen, die Menschen in der Region Ausbildungs- und Arbeitsplätze, um dauerhaft ein Stück Zukunft zu sichern.

MZ: 2012 war auch ein Jahr vieler Geburtstage in unserer Stadt.

Professor Dr. Ungerer: Richtig, hier möchte ich nochmals allen gratulieren, die Jubiläum hatten. Sie können stolz sein auf die vergangenen Jahre! Stellvertretend seien genannt: 150 Jahre Meeraner Dampfkesselbau, 30 Jahre Oldtimerfreunde Meerane, 20 Jahre Friedrich-Engels-Schule und 20 Jahre Chor des Meeraner Bürgervereins MERACANTE. Sie und alle anderen auch haben tolle Feste gefeiert.

MZ: Was passiert in Sachen Partnerstadt?

Professor Dr. Ungerer: Hier gab es einen besonderen Höhepunkt im Bereich Bildung und Jugend: Die Schulpartnerschaft zwischen der Tännichtschule Meerane und der Hellbergschule Lörrach.

MZ: Das Wetter spielte 2012 verrückt. Wind, Wasser, Schlamm und Bäume haben die Verwaltung beschäftigt.

Professor Dr. Ungerer: Das ist richtig, die verrückten Wetterereignisse haben zu erheblichen Beeinträchtigungen in unserer Stadt geführt. Ein großer Dank geht an die Feuerwehr und die Mitarbeiter der Meeraner Stadttechnik für ihren Einsatz sowie an das Verständnis, dass die Bürgerschaft aufgebracht hat. Neben der sofortigen Schadensbekämpfung realisieren wir derzeit Maßnahmen, um für das kommende Jahr vorzubeugen. Einen 100-prozentigen Schutz wird es aber nicht geben. Auch wenn wir aus den Ereignissen 2012 gelernt haben, wissen wir alle, dass man die Natur nicht beherrschen kann.

MZ: Das neue Jahr beginnt. Wie sieht der „Blick in die Kugel“ aus?

Professor Dr. Ungerer: Unser größtes Projekt ist die Generalsanierung unserer altehrwürdigen Tännichtschule aus dem Jahr 1896. Das ist mit über 5 Mio. Euro das größte Einzelvorhaben der Stadt Meerane. Auch hier konnten wir nach jahrelangem Bemühen Fördermittel erhalten.
Neben dem bereits erwähnten Straßenbau Rosental werden wir außerdem die Geschwister-Scholl-Straße erneuern. Saniert wird auch die Bachüberbauung im Bereich Poststraße, und es wird erste Maßnahmen im neuen Fördergebiet Südost (Böhmerviertel) / Badener Straße geben, das auch in den nächsten Jahren der Schwerpunkt der Städtischen Entwicklung sein wird. Fördermittel stehen bis 2020 zur Verfügung. Eingeweiht wird im nächsten Jahr der Erweiterungsbau des Bürgerheims, in dem weitere Pflegeplätze bereitgestellt werden.

MZ: Noch ein abschließendes Wort an die Meeraner Bürger?

Professor Dr. Ungerer: Ich danke sehr herzlich für das sehr große, mir entgegengebrachte Vertrauen und die vielen Gespräche – zur Sprechstunde oder bei anderen Gelegenheiten. Ich wünsche Ihnen, Ihren Familien und den Gästen unserer Stadt ein friedvolles Weihnachtsfest und einen guten Start ins neue Jahr.

MZ: Herr Bürgermeister, wir bedanken uns herzlich für das Gespräch. Ihnen und den Mitarbeitern der Stadt wünschen wir alles Gute und eine weiter erfolgreiche Arbeit für unser Meerane.


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