Aktuelles (30.01.2013)

 

Bürgerversammlung in Waldsachsen zum Thema Haldenmaterial

Wie durch Bürgermeister Professor Dr. Ungerer bei der Bürgerversammlung in Waldsachsen im November 2012 zugesagt, wurde nach entsprechender Vorbereitung zu einer erneuten Bürgerversammlung zum Thema Haldenmaterial eingeladen. Diese fand am 28. Januar 2013 im Gasthof Waldsachsen statt, und erneut waren zirka 70 Waldsachsener gekommen.
Als Gäste begrüßte der Bürgermeister außerdem Herrn Jens Schumann von der G.U.B. Ingenieur AG aus Zwickau, welches die Radiologischen Untersuchungen zur Ermittlung der Strahlensituation in Waldsachsen durchgeführt hatte, außerdem die Referatsleiterin Umwelt Erdmute Tauche und die Fachbereichsleiterin Bauen Birgit Jantsch.

Zu Beginn verwies Professor Dr. Ungerer nochmals darauf, dass Waldsachsen bis 1974 eine eigenständige Gemeinde war, die anlässlich der 800-Jahr-Feier der Stadt Meerane durch Beschluss der DDR-Kreis- und Bezirksverantwortlichen in die Stadt Meerane eingemeindet wurde. „Daher hat die Stadt Meerane bis heute keine Kenntnis darüber, welche Personen und welche Institutionen zu DDR-Zeiten radiologisch belastetes Haldenmaterial erhielten und verbauten“, so der Bürgermeister. Er bat die Bürgerschaft in diesem Zusammenhang um Hinweise, die auf Wunsch auch vertraulich behandelt werden. „Wir brauchen Informationen!“

Die vom Fachbüro G.U.B. durchgeführten Messungen haben die bisherigen Daten der Stadt Meerane bestätigt. Die Untersuchungsergebnisse wurden auf der Homepage Meerane www.meerane.de eingestellt (unter Studien und Berichte / Radiologische Untersuchung Waldsachsen).
Nach den vorliegenden Ergebnissen der Ortsdosisleistungsmessung ist festzuhalten, dass sich keine unmittelbare Gefährdung für die Bevölkerung nach der Strahlenschutzverordnung ergibt. Nach § 46 Abs. 1 der Strahlenschutzverordnung beträgt der Grenzwert für den Schutz von Einzelpersonen der Bevölkerung 1 Millisievert pro Jahr.
Für den Strahlenschutz ist im Land Sachsen das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie zuständig. Das dort geführte Ortsregister enthält für Waldsachsen keine radioaktiven Altlasten.
Der Bürgermeister verwies weiter auf die Karte des Bundesamtes für Strahlenschutz, die im Internet abrufbar ist (www.odlinfo.bfs.de/).
Die Karte zeigt die Gamma-Ortsdosisleistung an etwa 1.800 Messstellen in Deutschland. Für Meerane sind die Messstellen in Waldenburg und Zwickau eingerichtet. Die Karte zeigt die täglichen Strahlenwerte in Form der Ortsdosis an. Die Werte liegen erheblich unter dem Grenzwert.

Die Stadt Meerane plant nun, die beiden in ihrer Trägerschaft liegenden Straßen Siedlerweg und Ponitzer Weg zu sanieren. Die Strahlenmessungen haben auch hier keine Grenzwertüberschreitung ergeben, doch hat sich die Stadt dennoch zu diesem Schritt entschlossen. „Es ist unser Ziel, belastete Böden in Meerane auszutauschen, wie wir es auch bei verschiedenen Abbruchmaßnahmen im Stadtgebiet bereits getan haben. Das Haldenmaterial hat dort nichts zu suchen“, sagte der Bürgermeister.

Für die S288 wurden alle Unterlagen an das Landratsamt Zwickau weitergeleitet, informierte Professor Dr. Ungerer. Die Stadt Meerane hat hier keine Zuständigkeit.
Ebenfalls keine Zuständigkeit, verwies der Bürgermeister, hat die Stadt für private Flächen, die möglicherweise belastet sind.

Im Anschluss an die Ausführungen des Bürgermeisters informierte Jens Schumann zur Durchführung und Auswertung der Radiologischen Untersuchung.
Verschiedene Bürger meldeten sich danach zu Wort. Fragen wurden zu den Messergebnissen und Untersuchungsmethoden gestellt, zu möglichen Gefahren durch Staubentwicklung und zur Untersuchung von weiteren Feldwegen bzw. der sogenannten LPG-Straße im Gebiet von Waldsachsen. Letzteres könne geprüft werden. Allerdings sind Messungen nur mit dem Einverständnis der Eigentümer möglich, notwendige Sanierungen wären ebenfalls Sache der Eigentümer, verwies der Bürgermeister.

Professor Dr. Ungerer bedankte sich zum Abschluss bei allen Anwesenden für das Kommen und die sachliche Diskussion.

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