Aktuelles (05.12.2012)

 

Weihnachtsausstellung im Heimatmuseum Meerane

Erinnerungen Meeraner Bürger an Weihnachtszeit der Kindheit

Auf große Resonanz stieß die Eröffnung der diesjährigen Weihnachtsausstellung im Heimatmuseum im Alten Rathaus. Am 30. November konnten Bürgermeister Professor Dr. Lothar Ungerer und die neue Museumsleiterin Magdalena Brendler hier viele neugierige Besucher begrüßen, die die ausgestellten Objekte im Unternehmerzimmer und im Sonderausstellungsraum im Obergeschoss mit großem Interesse in Augenschein nahmen.
Wie der Bürgermeister betonte, ist die diesjährige Weihnachtsausstellung auch das „Erstlingswerk“ der neuen Museumsleiterin Magdalena Brendler. Und da einer der Schwerpunkte der Ausstellung in der Präsentation historischer Spielzeuge liegt, hatte der Bürgermeister für seine Ansprache Gedanken zum Thema „Spielzeug und Weihnachten“ ausgewählt. „Die Geschichte des Spielzeugs ist so alt wie die Menschheit selbst. Die Anfänge von Spielzeug findet man schon in der frühen Steinzeit, wo aus Knochen und Steinen geformte Gebilde und aus Ton geformte Rasseln, Puppen und Pfeifen den Kindern als freudige Wegbegleiter dienten. Spielzeug ist und war schon immer eine kulturelle Gegebenheit, die ihren Platz zu jeder Zeit fand und größtenteils unabhängig blieb. Jedoch zeigen Spielwaren aus der Vergangenheit und der Gegenwart immer ein Stück der jeweiligen Kultur, aus der sie stammen“, so der Bürgermeister.
Da Spielzeug schon immer auch ein Abbild der gesellschaftlichen Zeit war, wundert es nicht, dass es mit dem Beginn der Industriellen Revolution und Manufakturen vermehrte Produktion gab und die modernen Techniken auch Einzug in die Spielwaren selbst fanden. Kleine Dampfmaschinen brachten neue Technik in das Kinderzimmer der Jungen, mit perfekt ausgestatteten und detaillierten Puppenhäusern erlebten Mädchen eine neue spielerische Welt.
Professor Dr. Ungerer: „Schon immer lernen Kinder durch spielerische Nachahmung, sich später im Erwachsenenleben behaupten zu können. Eine Puppe leistet einen unersetzlichen Beitrag dazu, denn sie symbolisiert soziales Verhalten. Kinder stellen mit ihren Puppen bekannte Lebenssituationen nach, einer Puppe kann man alle Sorgen und Nöte anvertrauen, sie wird jedes Geheimnis bewahren.“
Nicht jedes Spielzeug, das heute in den Kinderzimmern zu finden ist, ist dafür jedoch geeignet. Der Bürgermeister verwies auf Michael Endes Kinderroman „Momo“, aus dem er eine Szene vorlas. Das Mädchen Momo möchte mit der Puppe „Bibigirl“ spielen, die jedoch nur immer wieder dieselben Sätze plappert, so dass kein Platz für Phantasie oder ein (Rollen-)spiel mit dieser Puppe bleibt, sondern vielmehr Langeweile entsteht. „Ein Ball, eine Kugel, ein Würfel – die ‚Spielgaben‘, die der Pädagoge Friedrich Fröbel zu Beginn des 19. Jahrhunderts erfand, gehören auch heute noch zur Grundausstattung vieler Babys – die ersten Mittel zur Erkundung der Welt. Was man fallen lässt, fällt. Was man anschubst, kippt um. Was verborgen ist, ist deshalb nicht verschwunden. All dies müssen Menschen lernen, im Spiel“, sagte der Bürgermeister abschließend.

Museumsleiterin Magdalena Brendler begann ihre einführenden Worte in die Ausstellung mit einem Dank an die Mitarbeiter des Museums, die sie mit kreativen Ideen unterstützten, und an die zahlreichen Leihgeber der Weihnachtsausstellung. „Die diesjährige Weihnachtsausstellung begibt sich auf Spurensuche nach der heutigen Bedeutung von Weihnachten. Warum feiern wir heute Weihnachten? Welche Rolle spielt der christliche Kontext des Festes? Ist Weihnachten ein willkommener Anlass, die Familie an einem Tisch zu vereinen oder stehen die Geschenke vor allem im Mittelpunkt? Um diese Fragen zu beantworten ging ein Aufruf an die Meeraner Bürger. Viele kamen daraufhin ins Museum, um ihre persönlichen Gegenstände zu bringen, die sie mit Weihnachten verbinden. Daher möchte ich den Leihgebern ganz herzlich danken, dass Sie uns so viele Objekte für die Weihnachtsausstellung zur Verfügung gestellt haben und den Mut hatten und haben, uns an Ihren persönlichen Weihnachtserinnerungen teilhaben zu lassen“, sagte sie.
So ist in der Ausstellung Spielzeug zu sehen, welches Meeraner Bürger als Kind geschenkt bekommen haben oder ihren Kindern schenkten: Puppen, Teddybären, Puppenstube, Kinderschlitten, Dampflok, Autorennbahn, Stickkasten, Puppenküche und vieles mehr. Diese lassen sicher bei so manchem Besucher Erinnerungen wach werden.
Zu sehen sind außerdem verschiedene Adventskalender, Weihnachtskarten und Weihnachtsbaumschmuck, und natürlich fehlen auch Räuchermann, Nussknacker, Bergmann und Engel, Schwibbogen, Pyramiden und weitere Exponate aus der erzgebirgischen Tradition nicht.

Ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung sind die Kaffeemühlen aus der Kaffeemühlensammlung von Bernd Vogt aus Zwickau. „Hier haben wir uns dieses Jahr für ein kleines Experiment entschieden. Herr Vogt fragte an, ob er seine Kaffeemühlensammlung bei uns ausstellen könnte. Gemeinsam entschieden wir, einen Teil seiner Sammlung in der Weihnachtsausstellung zu präsentieren, da Weihnachten auch ein Fest ist, wo die Familie gemütlich zusammenkommt bei Kaffee und Stollen“, berichtete Magdalena Brendler.
Sie wünschte allen Besuchern viel Vergnügen in der Weihnachtsausstellung: „Ich würde mich freuen, wenn es Ihnen gefallen hat, dass Sie mit Ihrer Familie in der Advents- und Weihnachtszeit wiederkommen, um den Zauber der Weihnacht zu spüren.“

Auch der Sammler Bernd Vogt war zur Ausstellungseröffnung anwesend und berichtete den Gästen, wie er zu seiner Sammelleidenschaft gekommen war. „Angefangen hatte es mit zwei Erbstücken meiner Frau. Dann habe ich auf einem Flohmarkt an der Talsperre Pöhl zwei weitere Kaffeemühlen gekauft – damit war der Grundstock gelegt“, erzählte er. Inzwischen zählt seine Sammlung 400 Stück, gefunden auf Flohmärkten oder auch im Internet. „Ein schönes Hobby habe ich für mich gefunden“, betonte er, fügte mit einem Schmunzeln jedoch hinzu: „Ich musste meiner Frau aber versprechen, andere Hobbys dafür zurückzufahren.“

Bis zum 6. Januar 2013 kann die Ausstellung besucht werden.

Öffnungszeiten des Heimatmuseums, Altes Rathaus, Markt 3:
Dienstag und Donnerstag 10 bis 12 und 13 bis 17 Uhr
Mittwoch 10 bis 12 und 13 bis 16 Uhr
Freitag 10 bis 13 Uhr
Sonntag 14 bis 17 Uhr.

Öffnungszeiten zu den Weihnachtsfeiertagen und Neujahr:
Das Heimatmuseum im Alten Rathaus und die Werner-Bochmann-Ausstellung im Kunsthaus bleiben am 25. Dezember 2012 und am 1. Januar 2013 geschlossen. Am Mittwoch, 26. Dezember 2012, öffnen das Museum und die Bochmann-Ausstellung von 14 bis 17 Uhr sowie an den übrigen Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr wie gewohnt.

Musikalische Eröffnung durch den Posaunenchor Meerane.
Bürgermeister Professor Dr. Lothar Ungerer und Museumsleiterin Magdalena Brendler begrüßten die zahlreichen Besucher.
Bürgermeister Professor Dr. Ungerer, Museumsleiterin Magdalena Brendler und Bernd Vogt, einer der Leihgeber der Ausstellung (v.l.).
Sie gehört zur Advents- und Weihnachtszeit dazu: Eine festlich geschmückte Kaffeetafel. Historische Kaffemühlen gibt es eine Etage höher zu bestaunen.
 
Bernd Vogt aus Zwickau stellt ca. 30 Stücke aus seiner insgesamt rund 400 Kaffeemühlen umfassenden Sammlung aus.
   
   
   
   
Viele Exponate sind Leihgaben Meeraner Bürgerinnen und Bürger. Museumsleiterin Magdalena Brendler dankte ihnen zur Eröffnung ganz herzlich für die Unterstützung.

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