Ausstellung

 

„Zuneigung und Versuchung“ – Arbeiten auf Papier von Siegmund Hammermann

Ausstellung in der Galerie ART IN im Kunsthaus bis 6. September

„Zuneigung und Versuchung“ – so lautet der Titel der neuen Ausstellung in der Galerie ART IN im Kunsthaus, Markt 1. Zu sehen sind Arbeiten des Altenburger Künstlers Siegmund Hammermann, der seine Werke erstmals in Meerane vorstellt.
Das Interesse an seinen Arbeiten ist groß, zur Vernissage am 15. Juli 2009, bei der auch der Künstler anwesend war, konnte der Vorsitzende des Meeraner Kunstvereins Professor Dr. Wolfgang Zscherpel viele interessierte Besucher begrüßen.

Siegmund Hammermann wurde 1944 in Crimmitschau geboren. Er absolvierte zuerst ein landwirtschaftliches Hochschulstudium und arbeitete als Diplomlandwirt, bevor er ab 1988 als Gebrauchsgrafiker tätig war. Neben autodidaktischer Aneignung künstlerischer Grundlagen ergaben sich Anregungen in der Abendakademie der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig und in einer Förderklasse für Grafik und Malerei sowie durch die Arbeit in den druckgrafischen Werkstätten der Leipziger Hochschule. Bis 2004 war Siegmund Hammermann in der Graphischen Sammlung des Lindenau-Museums tätig.

In der Meeraner Galerie ART IN stellt Siegmund Hammermann 57 Arbeiten vor, davon 43 Collagen. „Siegmund Hammermanns Technik ist die Collage. Ausgehend von diesem Fixpunkt schöpft der Künstler unzählige Bildvariationen, die durch ihre feine Textur und ihre zurückhaltende Farbigkeit bestehen“, sagt der Kunsthistoriker Thomas Staudt, Leipzig, in seiner Laudatio zur Ausstellung.
Bild links: Künstler Siegmund Hammermann (re.) und der Kunsthistoriker Thomas Staudt.

Siegmund Hammermann hat ein Faible für Papier, erläuterte Thomas Staudt. Er zerreißt Zeitungsseiten, teilt gebrauchte Kaffee- oder Teefilter, löst alte Kartone aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang, schneidet Motive aus Zeitungen aus, verwendet Teile alter Notizzettel, isoliert Partien aus Schwarz-Weiß-Kopien und vieles mehr. Doch auch wenn sein künstlerischer Grundstoff das Papier ist, so bezieht er andere Materialien in seine Schöpfungen ein, er ist auch ein Materialist. Thomas Staudt: „Er verwendet Leder, gepresste Blüten und Blätter, Kunststofffolien, Orangenschalen und Textilien. Einen Teil ihrer Spannung beziehen die Bilder aus der Unterschiedlichkeit, ja Gegensätzlichkeit der verwendeten Materialien. Und Siegmund Hammermann lässt sich von immer neuen Materialien in Versuchung führen. Er experimentiert mit unterschiedlichen Farben, oder besser: Farbstoffen. Neben Druck- und Aquarellfarbe, Ölkreide, Deckweiß, Tusche oder Bleistift aus dem Künstlerbedarf malt und zeichnet er mit Alltagsfarbstoffen auf und in seine Collagen oder entwirft daraus eigene Bildkompositionen. Dazu gehören Kaffee, Tee, Rotwein und Kerzenwachs, die er direkt oder mit Hilfe von Walze, Pinsel und Spritze aufträgt. Einen anderen Teil ihrer Spannung beziehen die so entstandenen Bilder aus dem Verhältnis von Darstellung und der im fertigen Werk sichtbar bleibenden Materialien.“
Der Betrachter versucht zu ergründen, was alles in einem Bild von Siegmund Hammermann steckt, Assoziationen können vor den Bildern von Siegmund Hammermann zu Aha-Erlebnissen werden, so Thomas Staudt.
Und genau das beabsichtigt der Künstler. „Ich möchte, dass sich der Betrachter eigene Gedanken macht, eigene Assoziationen entwickelt. Ich möchte mich ihm nicht vollkommen äußern, also lasse ich manchmal auch absichtlich Titel weg“, sagt er selbst.

„Siegmund Hammermann ist ein Zerrissener, ein Suchender, ein Liebender“, sagt Thomas Staudt in seiner Laudatio. Das Kunstschaffen des Künstlers ist von einer Zerrissenheit ebenso wie von der Suche nach einer Ganzheit angetrieben. „Die Technik der Collage ist dabei nicht zufällig gewählt. Sie bedingt ein Suchen und Finden des Materials, gefolgt von einem Zerschneiden oder Zerreißen und endet nach erneutem Suchen und Finden schließlich in der Synthese des Zusammenklebens“, erklärt er.

„Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Schauen, Staunen, Suchen und Finden. Bei den Bildern von Siegmund Hammermann lohnt sich immer ein zweiter Blick“, sagte Thomas Staudt zum Abschluss seiner Laudatio.

Die Ausstellung „Zuneigung und Versuchung“ ist bis zum 6. September 2009 in der Galerie ART IN Meerane, im Kunsthaus, Markt 1, zu sehen.

Öffnungszeiten der Galerie ART IN: Dienstag bis Donnerstag und Sonntag 14 bis 18 Uhr (nicht feiertags)

"Musterhain um 1900"
"Nonett"
"Eismonde" Ausschnitt
"Bachsche Dreiklänge"
Zahlreiche interessierte Besucher waren zur Eröffnung der Ausstellung "Zuneigung und Versuchung" mit Werken von Siegmund Hammermann in die neuen Räume der Galerie ART IN ins Kunsthaus gekommen. Frank Neubauer begleitete die Vernissage mit Jazz-Improvisationen auf der Gitarre.
   
 
 

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